Samstag, 21. September 2019

Zeitarbeit Eine Branche rettet ihr Geschäftsmodell

Linke Tür, rechte Tür: Wir wissen nicht, was diese freundlichen Mitarbeiter verdienen

3. Teil: Verbandsfusion endlich geschafft

USG wie auch andere Mitglieder im Bundesverband Zeitarbeit (BZA) können sich rühmen, unter dem Dach ihres Verbands längst einen ordentlichen Tarifvertrag mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) ausgehandelt zu haben. Die Tarife betragen mindestens 7,79 Euro im Westen und mindestens 6,89 Euro in Ostdeutschland (ab Mai 2011). Eine schrittweise Steigerung auf mindestens 8,19 Euro West und 7,50 Euro Ost ist bis November 2012 schon vereinbart.

Leider haben sich die Zeitarbeitsfirmen bislang in "drei Verbänden ziemlich verzettelt" (Schulz). Und leider hat einer von ihnen, der AMP (Arbeitgeberverband mittelständischer Personaldienstleister) seine Tarife mit einer Gewerkschaft (der CGB) ausgehandelt, die nicht tariffähig war, wie das Bundesarbeitsgericht im Dezember 2010 feststellte und die Vereinbarung für nichtig erklärte.

Diese Blamage beschleunigte das lange geplante Zusammengehen der Verbände: Vorvergangene Woche haben AMP und BZA die Fusion beschlossen. Das neue Gebilde nennt sich jetzt BAP: Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister. Ein dritter Verband mit Namen IGZ (Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen) macht vorerst allein weiter, hat aber dieselben Tarife wie der BAP.

Tarifverhandlungen über Equal Pay

Allein weiter machen auch die Gewerkschaften, allen voran die IG Metall. Für sie ist mit dem Mindestlohn nicht viel gewonnen. "Ein Mindestlohn in der Leiharbeit ist wichtig, reicht aber bei Weitem nicht aus, um das Lohndumping zu stoppen", meint DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. Die Gewerkschafter planen, den Tarifvertrag zwischen BZA und DGB noch einmal anzufassen, obwohl er noch bis 2013 läuft. Womöglich erhöht die Drohung, nach 2013 überhaupt keine Tarifverträge mehr abzuschließen, die Gesprächsbereitschaft der Gegenseite.

Gatzke sagte, die IG Metall habe sich bereit erklärt, Tarifverhandlungen zu einer Equal Pay-Regelung zu beginnen, und auch der BZA, dem Randstad angeschlossen ist, sei zu solchen Verhandlungen bereit. Ein BZA-Sprecher ergänzte: "Wir werden hierzu zeitnah Gespräche mit den Gewerkschaften aufnehmen." Schulz meinte etwas zurückhaltender: "Gesprächsangebote abzulehnen, ist kein guter Stil". Er rät zu "besonnenen Positionen".

Die IG-Metall droht schon jetzt: Sollten die Gespräche ohne Ergebnis bleiben, will sie in der nächsten Metall-Tarifrunde 2012 die Zeitarbeit zum Thema machen. Sie beharrt auf der Gleichbezahlung der Leiharbeiter, und zwar nicht erst nach vielen Monaten der Beschäftigung, sondern von Anfang an.

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