Bahn-Wettbewerber Lokführer streiken 60 Stunden lang

Fahrgäste der großen regionalen Bahn-Konkurrenten müssen sich erneut auf Behinderungen einstellen. Die Lokführer legen um 14 Uhr für 60 Stunden ihre Arbeit nieder, so lang wie nie zuvor. Mit der Deutschen Bahn hat sich die Lokführergewerkschaft GDL unterdessen auf einen Tarifvertrag geeinigt.
Privatbahnen: Vom Streik sind erneut die fünf Bahn-Wettbewerber Abellio, Netinera (früher Arriva), Benex, Veolia und die Hessische Landesbahn betroffen

Privatbahnen: Vom Streik sind erneut die fünf Bahn-Wettbewerber Abellio, Netinera (früher Arriva), Benex, Veolia und die Hessische Landesbahn betroffen

Foto: Philipp Schulze/ dpa

Frankfurt am Main - Die Lokführergewerkschaft GDL hat zu einem neuen, diesmal 60-stündigen Streik bei den privaten Bahn-Wettbewerbern aufgerufen. Der Ausstand soll am Montag um 14 Uhr beginnen und bis Donnerstag um 2.00 Uhr andauern, wie die GDL mitteilte.

Bei den großen regionalen Bahn-Konkurrenten war erst am Samstagmorgen ein 48-Stunden-Streik beendet worden, der bundesweit zu Verzögerungen und Zugausfällen geführt hatte. Insgesamt wurden die Unternehmen nach GDL-Angaben bereits 119 Stunden lang bestreikt. In dem Tarifkonflikt kämpft die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) neben einer Entgelterhöhung vor allem für einen flächendeckenden Tarifstandard auf dem hohen Niveau der Deutschen Bahn.

Zu den Bestreikten gehören die großen fünf Bahn-Wettbewerber Abellio, Netinera (früher Arriva), Benex, Veolia und Hessische Landesbahn sowie deren Töchter. Mit Keolis (Eurobahn) verhandelt die GDL, das Unternehmen wird daher nicht bestreikt.

GDL-Chef Claus Weselsky forderte die fünf bestreikten Bahn-Wettbewerber auf, "endlich ein substanzielles Angebot" vorzulegen. "Sonst kann und wird der Streik kein Ende nehmen." Darüber hinaus verschärfe die Veolia-Gruppe den Tarifkonflikt weiterhin durch Aussperrungen. Insgesamt werde der Druck auf einzelne Lokomotivführer erhöht. Der Umgangston zwischen Unternehmensführungen und den rechtmäßig Streikenden werde "zunehmend rabiater".

Am Freitag hatte die GDL für die rund 20.000 Lokführer der bundeseigenen Deutschen Bahn eine Tarifeinigung mit der DB erzielt. Diese sieht neben einem Einkommensplus von 2 Prozent auch einen Kündigungsschutz und Verbesserungen bei einigen Zulagen vor. Streiks im Fern- und Regionalverkehr des Marktführers sind damit vom Tisch.

mg/dpa
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