DFG-Präsident Guttenberg-Kommission soll Ergebnisse offenlegen

Der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Matthias Kleiner, spricht sich für eine Offenlegung der Ergebnisse der Prüfungskommission der Universität Bayreuth zur Dissertation von Karl-Theodor zu Guttenberg aus. Der Ex-Verteidigungsminister hatte sich gegen die Veröffentlichung gewehrt.
Karl-Theodor zu Guttenberg: Der Ex-Verteidigungsminister hatte am 1. März wegen anhaltender Kritik im Zusammenhang mit seiner Doktorarbeit seinen Rücktritt erklärt

Karl-Theodor zu Guttenberg: Der Ex-Verteidigungsminister hatte am 1. März wegen anhaltender Kritik im Zusammenhang mit seiner Doktorarbeit seinen Rücktritt erklärt

Foto: FABRIZIO BENSCH/ REUTERS

Düsseldorf - Der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Matthias Kleiner, hat sich für eine Offenlegung der Ergebnisse der Prüfungskommission der Universität Bayreuth zur Doktorarbeit des ehemaligen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ausgesprochen. "Das Thema hat eine solche öffentliche Aufmerksamkeit erfahren, dass ich davon ausgehe, dass die Ergebnisse der Kommission der Universität Bayreuth auch veröffentlicht werden", sagte Kleiner der "Rheinischen Post". Eine juristische Bewertung der möglicherweise gefährdeten Persönlichkeitsrechte des CSU-Politikers wolle er damit aber nicht vornehmen, erklärte der Spitzenrepräsentant der deutschen Wissenschaft.

Guttenberg streitet mit der Uni Bayreuth über die Aufarbeitung der Plagiatsaffäre. Die Hochschule wehrt sich gegen eine Aufforderung, einen Bericht zum Plagiatsvorwurf nicht zu veröffentlichen, wie ein Universitätssprecher am Wochenende sagte. Guttenbergs Anwalt beklagte eine "Vorverurteilung" durch vorab bekannt gewordene Details des Berichts.

Guttenberg hatte am 1. März wegen anhaltender Kritik im Zusammenhang mit seiner Doktorarbeit seinen Rücktritt erklärt und sich danach von allen politischen Ämtern zurückgezogen. Wie Wissenschaftler herausgefunden hatten, bestand die an der Universität Bayreuth von Guttenberg abgegebene Dissertation zu großen Teilen aus fremden Texten, ohne dass der Verfasser diese wie vorgeschrieben als Zitate kenntlich gemacht hatte. Der Doktortitel wurde dem 39-Jährigen inzwischen aberkannt. Eine Kommission der Uni prüft nun seit mehreren Wochen, ob Guttenberg absichtlich getäuscht hat.

sk/afp
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