Montag, 23. September 2019

Arbeitsmarkt Zeitarbeitsfirmen finden kaum noch Mitarbeiter

Zeitarbeit: Die Branche hofft ab dem 1. Mai auf neue Fachkräfte aus Osteuropa
REUTERS
Zeitarbeit: Die Branche hofft ab dem 1. Mai auf neue Fachkräfte aus Osteuropa

Die Zeitarbeitsbranche leidet an einem akuten Arbeitskräftemangel. Kundenunternehmen hätten in "erheblichem Maße Zeitarbeitnehmer übernommen", sagte Verbandschef Volker Enkerts in einem Zeitungsinterview. Viel verspricht sich die Branche von der Arbeitnehmerfreizügigkeit ab dem 1. Mai - sie hofft auf Fachkräfte aus Osteuropa.

Berlin - "Viele Zeitarbeitsbetriebe klagen über erhebliche Schwierigkeiten, das benötigte Personal in ausreichender Zahl zu rekrutieren", sagte der Präsident des Bundesverbands Zeitarbeit, Volker Enkerts, der "Welt" (Montagausgabe).

Vor allem in den Metall- und Elektroberufen sowie in den technischen Berufen, aber auch bei den in der Zeitarbeit stark vertretenen Hilfsarbeitern sei das Angebot knapp. Einer Verbandsumfrage zufolge hat sich die Anzahl der Zeitarbeiter in Deutschland am Anfang des Jahres zögerlich entwickelt.

Enkerts erklärt das knappe Angebot einerseits damit, dass die Unternehmen beim Aufbau ihrer festen Belegschaft aus ihrem Zeitarbeiterpool schöpften: Die Kundenunternehmen hätten in "erheblichem Maße Zeitarbeitnehmer übernommen".

Die so entstandenen Personallücken bei den Zeitarbeitsunternehmen hätten jedoch wegen des deutlichen Rückgangs bei den Bewerberzahlen nicht entsprechend gefüllt werden können. Dass es so wenig Bewerber gibt, führt Enkerts auf den allgemeinen Arbeitskräftemangel zurück. Die Märkte seien leer gefegt, die Lage in der Zeitarbeit "ein Spiegelbild des Arbeitsmarkts".

Viel verspricht sich die Branche von der Arbeitnehmerfreizügigkeit nach dem 1. Mai. In Osteuropa "können wir dringend benötigte Fachkräfte finden", sagte Enkerts.

la/dapd

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