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Fotostrecke: Diese Meiler wurden 2011 abgeschaltet

Foto: ALEX GRIMM/ REUTERS

EU-Gipfel Stresstests für europäische Atommeiler

Die EU-Staaten wollen wegen der Atomkatastrophe in Japan nicht nur europäische Kernkraftwerke überprüfen, sondern auch Reaktoren in Nachbarstaaten der Gemeinschaft. Auch Länder wie die Ukraine und Weißrussland sollen solche Tests vornehmen.

Brüssel - Auch in den EU-Nachbarländern seien Belastungstests nötig, sagte Kanzlerin Angela Merkel am Freitag auf dem EU-Gipfel in Brüssel. Die Überprüfungen der Kraftwerke in der EU würden bis Ende des Jahres bewertet und veröffentlicht. Fielen sie negativ aus, würden die Meiler stillgelegt oder nachgerüstet.

Auch der französische Präsident Nicolas Sarkozy erklärte, im Fall eines Verfehlens des Tests werde das jeweilige Atomkraftwerk abgeschaltet. Doch gelte es, die Ergebnisse abzuwarten. "Manche Leute verlieren in Krisenzeiten einen kühlen Kopf - ich nicht", sagte Sarkozy.

Nach seinen Worten wird die EU-Kommission Kriterien für den Belastungstest entwickeln. Die nationalen Atombehörden sollen demnach die Sicherheitstests durchführen. Merkel hatte zuvor gefordert, die EU müsse "Sicherheit auf höchstem Niveau vereinbaren". Dies wird angesichts der Abschaltung einiger deutscher Atomkraftwerke und der Grenznähe etlicher Meiler etwa in Frankreich als wichtig angesehen.

Mehrere osteuropäische Staaten hatten Bedenken angemeldet, die Kosten für Nachrüstungen nach dem "Stresstest" für Atommeiler könnten sie überfordern. "Die EU wird fordern, dass vergleichbare Stresstests in ihren Nachbarländern und weltweit sowohl bei bestehenden als auch geplanten Anlagen durchgeführt werden", hieß es in einem Entwurf für die Abschlusserklärung des Gipfels.

Dies betrifft Staaten wie die Ukraine oder Russland. Merkel hatte angekündigt, dass sie gemeinsam mit Sarkozy die AKW-Sicherheit zum Thema bei den Gesprächen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) machen will. Die EU sicherte Japan außerdem Hilfe bei der Bewältigung der Folgen des schweren Erdbebens zu.

la/dpa