Plagiatsaffäre Warnhinweis für Guttenberg-Dissertation

Die Dissertation des ehemaligen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg ist von der Universität Osnabrück mit einem Warnhinweis versehen worden. Inzwischen haben Internetnutzer herausgefunden, dass der CSU-Politiker offenbar auch von seinem Doktorvater abgeschrieben hat.
Uni-Bayreuth-Präsident Rüdiger Bormann: Ärger mit Guttenbergs Doktorarbeit

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Foto: Daniel Karmann/ dpa

Osnabrück/Berlin - In das Werk von Karl-Theodor zu Guttenberg habe das Institut für europäische Rechtswissenschaft eine Pressemitteilung der Universität Bayreuth geklebt, dass die Hochschule die an Guttenberg verliehene Doktorwürde wieder zurückgenommen habe, berichtete die "Neue Osnabrücker Zeitung". Damit sollen Studenten davor gewarnt werden, aus der Arbeit zu zitieren.

Das Buch kann an der Osnabrücker Universität nur noch im Lesesaal gelesen und nicht mehr ausgeliehen werden. Der Verlag hatte das Buch zwischenzeitlich eingezogen.

Auch bei seinem Doktorvater soll Guttenberg massiv abgekupfert haben. Die Dissertation des ehemaligen Verteidigungsministers enthalte an 29 Stellen Fragmente aus Peter Häberles Standardwerk "Europäische Verfassungslehre", ohne dass die Quelle ausreichend genannt sei, berichtete das Guttenplag-Wiki. Dabei habe Guttenberg 234 Zeilen kopiert.

Die Übernahmen finden sich dem Bericht zufolge vor allem in den Fußnoten. Dadurch verweise die Arbeit auf viele wissenschaftliche Werke, die Häberle für wichtig erachte, schreiben die Wiki-Autoren. Die Dokumentation und Einordnung von Quellen sei jedoch Kern wissenschaftlicher Textarbeit. "Das hier dokumentierte Vorgehen zeigt, dass an vielen Stellen der Arbeit nicht einmal der Versuch einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung unternommen wurde."

In dem Wiki überprüfen Internetnutzer gemeinsam Guttenbergs Doktorarbeit. Durch die zahlreichen Funde war der Druck auf den Politiker stark gewachsen. Er trat Anfang März zurück.

mg/dpa-afx
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