Donnerstag, 27. Juni 2019

Biosprit E10 Tankstellen stoppen neuen Treibstoff

Kommando zurück: Der neue Biosprit E10 kommt vorerst nicht an die Tankstellen

Die Einführung des neuen Biosprits E10 endet vorläufig im Fiasko. Weil kaum ein Autofahrer das von der EU gesetzlich verordnete Benzin tanken will, stoppen die Mineralölfirmen dessen Auslieferung. Das System wäre nach Angaben eines Verbandssprechers ansonsten kollabiert.

Berlin - Nach den massiven Absatzproblemen mit dem neuen Biosprit E10 wird dessen weitere bundesweite Einführung vorläufig gestoppt. Das sagte der Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV), Klaus Picard, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. "Das System platzt sonst", sagte er mit Blick auf Versorgungsengpässe bei anderen Benzinsorten, die wegen des Käuferstreiks bei E10 verstärkt getankt werden.

Bisher wurde E10 bei knapp der Hälfte der bundesweit 15.000 Tankstellen eingeführt - vor allem im Osten und Süden des Landes. Nach den Angaben von Picard solle zunächst abgewartet werden, ob die Verbraucher den Sprit in den kommenden Tagen annehmen.

Erst dann könne E10 in den restlichen Regionen Deutschlands eingeführt werden. Es gebe derzeit massive Versorgungsprobleme bei anderen Spritsorten, wie Super Plus. Zudem könnten viele Raffinerien ihre vollen E10-Tanks nicht leeren.

Mit einem eindringlichen Appell an die Autofahrer hatte die Mineralölwirtschaft am Mittwoch zum Umstieg auf den neuen Bio-Supersprit E10 aufgerufen. Picard rief die Autofahrer auf, das neue Super-Benzin E10 mit einer Beimischung von 10 Prozent Ethanol zu tanken.

Zudem sollen die Informationen an Tankstellen besser werden, damit Fahrer wissen, ob ihre Autos E10 vertragen. Nach neuen Berechnungen vertragen 93 Prozent der in Deutschland angemeldeten Autos E10, von den deutschen Fabrikaten sogar 99 Prozent.

nis/dpa

© manager magazin 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung