Energiemix 265 Milliarden grüne Kilowattstunden

Der Anteil der erneuerbaren Energien am deutschen Energieverbrauch stieg 2010 auf mehr als 10 Prozent. Jetzt hat die Lobby dieser Stromanbieter die hohen Kosten für den Ausbau ihres Geschäfts verteidigt: Die Milliarden seien auch ein Investment in die Sicherheit vor Preisschüben konventioneller Energieträger.
Windpark im sächsischen Prösitz: Die grüne Energie ist weiter auf dem Vormarsch

Windpark im sächsischen Prösitz: Die grüne Energie ist weiter auf dem Vormarsch

Foto: Sean Gallup/ Getty Images

Berlin - Der Ausbau der erneuerbaren Energien geht in Deutschland mit hohem Tempo weiter. 2010 stieg die Energieproduktion aus Wind, Sonne oder Biomasse nach aktuellen Berechnungen des Bundesverbands Erneuerbare Energien (BEE) im Vergleich zum Vorjahr um 16 Milliarden Kilowattstunden. Das ist ein Zuwachs um 6,4 Prozent auf insgesamt 265 Milliarden Kilowattstunden, heißt es in dem Papier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Dies entspreche einem Anteil von 10,5 Prozent erneuerbarer Energien am gesamten Energieverbrauch bei Strom, Wärme und im Verkehr in Deutschland.

Angesichts der Debatte um die von den Stromverbrauchern zu zahlenden milliardenschweren Förderkosten betonte BEE-Präsident Dietmar Schütz: "Der Beitrag der Erneuerbaren zu einer bezahlbaren, sauberen und ressourcenschonenden Energieversorgung steigt von Jahr zu Jahr." Mit jeder Kilowattstunde mehr aus regenerativen Energien werde die Wirtschaft in Deutschland besser gegen steigende Öl-, Gas- und Kohlepreise auf dem Weltmarkt versichert.

Laut BEE konnte durch den Ausbau der Ökoenergien 2010 die Einfuhr fossiler Energierohstoffe im Wert von 7,4 Milliarden Euro vermieden werden. Allerdings bleibt das Hauptproblem bestehen, dass Ökoenergie noch nicht wirtschaftlich ist und die hohe Förderung die Verbraucher immer mehr belastet, was zum Akzeptanzproblem für die grüne Energiewende werden könnte.

Zwar ist mehr Ökostrom preisdämpfend, aber an der Strombörse in Leipzig werden oft nur Ramschpreise erzielt, da die schwankende Wind- und Sonnenstromproduktion kaum planbar ist. Die Differenz zwischen an der Börse erzielten Preisen zu den festen Einspeisevergütungen für die Ökoenergien ist von den Verbrauchern über die Stromrechnung zu bezahlen. In diesem Jahr beträgt diese Differenz und damit die Fördersumme schätzungsweise 13,5 Milliarden Euro.

Zur Eindämmung der Förderkosten will die Regierung die Solarförderung bis Juli um maximal 15 Prozent senken, je nachdem wie viele Anlagen im Frühjahr neu ans Netz gehen.

cr/dpa
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