Nach Hackerangriff Emissionshandel läuft wieder an

Deutschland und vier weitere EU-Länder können den Emissionshandel am Freitag wieder voll aufnehmen, der nach Hackerangriffen europaweit für zwei Wochen eingeschränkt worden war. Kriminelle hatten Zertifikate im Wert von 28 Millionen Euro gestohlen, der Imageschaden für das Projekt ist beträchtlich.
RWE-Braunkohlekraftwerk Niederaußem: Der Handel mit Verschmutzungsrechten ist ein Milliardenmarkt und zieht auch Hacker und Kriminelle an

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Foto: DPA

Brüssel - Die fünf Länder hätten klargemacht, dass ihre Computersysteme die Sicherheitsstandards erfüllen, erklärte die Europäische Kommission am Donnerstag in Brüssel. Neben Deutschland sind dies Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und die Slowakei. Von den übrigen Staaten erwartet die Kommission noch Nachweise der Systemsicherheit.

Der Handel war vor zwei Wochen nach Bekanntwerden mehrerer Hackerangriffe ausgesetzt worden. Kriminelle hatten nach Schätzung der Kommission Emissionszertifikate im Wert von 28 Millionen Euro gestohlen. Betroffen von der daraufhin angeordneten Aussetzung war Brüssel zufolge aber nur der sogenannte Spotmarkt, der weniger als ein Fünftel der Markt-Aktivitäten ausmacht.

Der Emissionshandel ist ein Vorzeigeprojekt für den Klimaschutz. Die beteiligten Unternehmen erhalten Verschmutzungsrechte in Form von Zertifikaten, die ihnen den Ausstoß bestimmter Mengen des klimaschädlichen Kohlenstoffdioxids (CO2) erlauben. Die Gesamtmenge der Zertifikate wird nach und nach verringert, damit die Unternehmen umweltfreundlicher produzieren.

Stößt ein Unternehmen weniger CO2 aus als ihm die Zahl seiner Zertifikate erlaubt, kann es die freiwerdenden Scheine verkaufen. Käufer sind zum Beispiel Firmen, die ihre Kapazitäten erhöhen und darum mehr Gas ausstoßen.

la/afp
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