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Die wichtigsten Fakten: Wer die meisten Steuern zahlt

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Trotz Aufschwung Einnahmen aus Kapitalerträgen brechen ein

Die Steuereinnahmen aus Kapitalerträgen sind 2010 einem Medienbericht zufolge drastisch zurückgegangen. Die Deutsche Steuergewerkschaft forderte angesichts des Einbruchs die Abschaffung der Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent: Spitzenverdiener würden durch die Abgeltungsteuer einen "goldenen Schnitt" machen.

Hamburg - Das Aufkommen sei im Vergleich zum Vorjahr um 3,7 Milliarden Euro auf 8,7 Milliarden Euro gesunken, berichtete die "Neue Osnabrücker Zeitung" am Montag unter Berufung auf Zahlen des Bundesfinanzministeriums. Für das laufende Jahr erwarte das Ministerium ein weiteres Minus auf wenig mehr als acht Milliarden Euro.

Vor Einführung der Abgeltungsteuer mit einem Steuersatz in Höhe von 25 Prozent hatte der Staat im Jahr 2008 noch 13,5 Milliarden Euro Steuern aus Kapitalerträgen eingenommen.

Die Deutsche Steuergewerkschaft forderte angesichts der Entwicklung die Abschaffung der Abgeltungsteuer. Es seien weder das Ziel, privates Kapital nach Deutschland zurückzuholen, noch eine Vereinfachung des Steuerrechts erreicht worden, sagte Gewerkschaftsvorsitzender Dieter Ondracek der Zeitung.

"Für Arbeitnehmer und Rentner mit einem persönlichen Steuersatz von unter 25 Prozent" sei es sogar komplizierter geworden, "weil sie zunächst zu viel abgeführte Steuern vom Fiskus zurückfordern" müssten, sagte Ondracek. Spitzenverdiener profitierten hingegen, weil sie mit reduzierten Steuersätzen "den goldenen Schnitt" machten. Ondracek bezeichnete die Abgeltungsteuer zudem als "verfassungswidrig", weil sie "gegen den Grundsatz einer gleichmäßigen Besteuerung" verstoße.

Seit Januar 2009 gilt für Zinserträge, Dividenden und Wertpapiergewinne pauschal eine Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich des Solidaritätszuschlags, welche die Banken direkt an den Fiskus abführen müssen. Bis Ende 2008 galt dagegen der persönliche Einkommensteuersatz.

Kursgewinne blieben jedoch komplett steuerfrei, wenn die Papiere mindestens ein Jahr im Depot lagen. Diese Regelung wurde mit Einführung der Abgeltungsteuer abgeschafft, seitdem sind Kapitalerträge unabhängig von der Haltedauer der Wertpapiere steuerpflichtig.

la/afp