Skandal weitet sich aus Dioxin auch in Schweinefleisch entdeckt

Im aktuellen Dioxinskandal sind Kontrolleure in Niedersachsen erstmals auf belastetes Schweinefleisch gestoßen. In der Fleischprobe eines testweise geschlachteten Tieres ist von amtlichen Veterinären ein erhöhter Giftwert festgestellt worden. Alle Tiere des Hofes werden jetzt getötet.
Schweinemast: In zwei niedersächsischen Betrieben wurden erhöhte Werte ermittelt

Schweinemast: In zwei niedersächsischen Betrieben wurden erhöhte Werte ermittelt

Foto: Bodo Marks/ dpa

Hannover - Erstmals ist auch ein erhöhter Dioxinwert in Schweinefleisch nachgewiesen worden. Bei einem Schweinemäster im niedersächsischen Landkreis Verden ergab eine Probeschlachtung bei einem Schwein den erhöhten Giftgehalt. Sämtliche mehrere hundert Tiere des Hofes würden getötet und entsorgt, sagte der Sprecher des Landwirtschaftsministeriums in Hannover, Gert Hahne.

Um wie viel der Grenzwert überschritten wurde, konnte er nicht sagen. Bei einem zweiten Schweinemäster wurde ein im Bereich des Grenzwerts belastetes Tier entdeckt. Dort werden weitere Proben genommen und der Hof bleibt gesperrt.

Die in Niedersachsen noch gesperrten 330 Schweine- und Putenmäster sowie Legehennenbetriebe würden einzeln kontrolliert, um Risiken für die Lebensmittelsicherheit auszuschließen, sagte Hahne.

Um eine Wiederholung des Dioxinskandals auszuschließen, will Niedersachsen die Futtermittelproduktion künftig von der von Industriefett trennen und dieses einfärben lassen. Das wolle Agrarstaatssekretär Friedrich-Otto Ripke am heutigen Dienstag im Ernährungsausschuss des Bundestags vorschlagen, teilte das Landwirtschaftsministerium mit. Außerdem sollten die Regeln für die Eigenkontrolle der Futtermittelindustrie verschärft werden.

sk/dpa
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