Mittwoch, 19. Februar 2020

Stuttgart 21 Bundesamt verweigert Freigabe

Bahnprojekt Stuttgart 21: Das Eisenbahn-Bundesamt sieht hohe finanzielle Risiken

Neuer Ärger für die Bahn und ihr Projekt Stuttgart 21. Das Eisenbahn-Bundesamt hat nach einem Bericht des "Stern" die Baufreigabe der zum Bauprojekt gehörenden Neubautrasse über die Schwäbische Alb aus Kostengründen teilweise verweigert.

Hamburg - Wie das Magazin in seiner neuen Ausgabe unter Berufung auf ein Schreiben des Bundesamts an die Deutsche Bahn berichtet, rügt die Behörde, dass allein beim Bau von zwei Tunnels auf die Schwäbische Alb, "Mehrkosten in Höhe von ca. 280 Millionen Euro zu verzeichnen sind". Das Amt erteile deshalb "vorläufig keine Baufreigaben in finanzieller Hinsicht."

Das Schreiben vom 7. September, das dem "Stern" nach eigenen Angaben vorliegt, ist dem Bericht zufolge mit dem Bundesverkehrsministerium abgestimmt. Es zeige, dass die Finanzierung der geplanten Schnelltrasse, die offiziell 2,89 Milliarden Euro kosten soll, noch nicht stehe. Das EBA warnt demnach in dem Brief mit Blick auf die 280 Millionen Euro Zusatzkosten, es sei aus der Erfahrung mit anderen Projekten "nicht zu erwarten, dass derart hohe Mehrkosten (...) kompensiert werden können".

Die Behörde stelle deshalb fest: "Unter diesen Voraussetzungen ist die Gesamtfinanzierung des Vorhabens zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesichert."

Bahnchef Rüdiger Grube hatte die Kosten der Neubaustrecke im Juli noch mit 2,89 Milliarden Euro beziffert. In einem internen Bericht vom September heißt es laut "Stern" mittlerweile dazu: "Die derzeit vorliegenden Kostenberechnungen der Entwurfsplanungen ergeben jedoch eine höhere Gesamtsumme."

Das umstrittene Projekt "Stuttgart 21" sieht vor, den bisherigen Stuttgarter Kopfbahnhof als Durchgangsbahnhof in den Untergrund zu verlegen und an die geplante Neubaustrecke nach Ulm anzuschließen. Die Kritiker warnen vor hohen Kosten, negativen ökologischen Folgen und Sicherheitsgefahren. Derzeit laufen Vermittlungsgespräche unter Leitung des Schlichters Heiner Geißler.

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la/dpa

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