Landtagswahl - Weil sieht "klaren Regierungsauftrag" SPD triumphiert in Niedersachsen

Wahlsieger: SPD-Ministerpräsident Stephan Weil kann weiterregieren. Erstmals seit 1998 lag die SPD beim Wahlergebnis vor der Union. Die CDU erreichte mit 35 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis seit 1959

Wahlsieger: SPD-Ministerpräsident Stephan Weil kann weiterregieren. Erstmals seit 1998 lag die SPD beim Wahlergebnis vor der Union. Die CDU erreichte mit 35 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis seit 1959

Foto: RONNY HARTMANN/ AFP

Die SPD hat nach ersten Hochrechnungen die Landtagswahl in Niedersachsen klar gewonnen. Die Sozialdemokraten von Ministerpräsident Stephan Weil setzten sich am Sonntag nach Angaben von ARD und ZDF (18.15 Uhr) mit 37,2 bis 37,3 Prozent klar vor die CDU. Das ist ein Plus von 4,7 bis 4,8 Prozentpunkten.

Die SPD läge damit erstmals seit 1998 wieder vor der Union. Da der Regierungspartner, die Grünen, aber kräftig einbüßt, reichte es zunächst nicht für eine Fortsetzung der rot-grünen Koalition.

Die CDU verliert 1,1 Punkte und landet bei 34,9 Prozent. Das ist ihr schlechtestes Ergebnis seit 1959. Die Grünen liegen bei 8,2 bis 8,3 Prozent, das ist ein Minus von 5,2 bis 5,5 Punkten. Die FDP kommt auf 7 bis 7,4 Prozent (minus 2,5 bis 2,9 Punkte). Die AfD schafft erstmals knapp den Einzug ins Parlament in Hannover - mit 5,5 Prozent.

Die Linken verfehlen dagegen wahrscheinlich wie bereits vor vier Jahren die Fünf-Prozent-Hürde: Sie kommen nur auf 4,6 bis 4,8 Prozent.

"Klarer Regierungsauftrag" für die SPD - erstmals seit 1998 vor der Union

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sieht im Ausgang der Landtagswahl einen "klaren Regierungsauftrag" für die SPD. Die Regierungsbildung werde aber "möglicherweise nicht so ganz einfach" werden, sagte Weil am Sonntagabend in Hannover. Es sei ein "großer Abend für die niedersächsische SPD".

Die Sozialdemokraten hätten im Wahlkampf eine "rasante Aufholjagd" hingelegt und stünden nun vor einem "fulminanten Wahlerfolg", sagte Weil. Die SPD hatte in Umfragen zunächst deutlich hinter der Union gelegen.

SPD-Bundesvize Ralf Stegner wertete den Erfolg in Niedersachsen als Zeichen dafür, dass die SPD wieder Wahlen gewinnen könne. Es sei ein "schöner Tag" für die Sozialdemokraten, sagte er. Das Ergebnis gebe der Partei Rückenwind.

la/dpa
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