Sonntag, 15. Dezember 2019

Unbefristeter Streik der GDL Bahn stellt Notfahrplan vor

Teure Machtspiele: Claus Weselsky hat auch nach knapp einem Jahr Verhandlungen nichts erreicht - und spielt nun seine letzte Karte, den unbefristeten Streik

Die Bahn stellt sich vor dem unbefristeten Streik der Lokführergewerkschaft GDL auf massive Zugausfälle auf Fernstrecken ein. Es werde voraussichtlich nur ein Drittel des regulären Fahrplanangebots abgedeckt werden können, sagte Bahn-Vorstandsmitglied Ulrich Homburg am Dienstag in Berlin.

Ein Ersatzfahrplan soll ab Nachmittag online abrufbar sein. Um die Auswirkungen auf den Pfingstreiseverkehr zu verringern, sollen zudem auf den Hauptverkehrsachsen von Nord nach Süd und Ost nach West zusätzliche Züge verkehren. Diese seien allerdings nur eine Ergänzung des eingeschränkten Fahrplans.

Im Güterverkehr rechnet die Bahn damit, dass rund 70 Prozent der Züge fahren können. Dennoch sei im innerdeutschen Verkehr und auch grenzüberschreitend mit Ausfällen und Verspätungen zu rechnen.

Die Lokomotivführer-Gewerkschaft GDL hatte am Vortag angekündigt, am Dienstag um 15.00 Uhr im Güterverkehr die inzwischen neunte Arbeitskampfrunde zu starten. Ab Mittwoch 2.00 Uhr sollen dann auch die meisten Personenzüge wieder stehen.

Die Chancen, dass sich Bahn und GDL in letzter Minute einigen und die Bahn dadurch einen Streik abwenden kann, sind zuletzt deutlich gesunken.

la/dpa/reuters

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