Mittwoch, 24. April 2019

Erste Dax-Bilanz zu Flüchtlingsjobs 29 Dax-Konzerne stellen insgesamt 4 Flüchtlinge ein

Dieter Zetsche. Der Mercedes-Chef zeigte sich offen für Flüchtlinge - bislang hat sein Konzern aber noch keinen einzigen eingestellt
Bongarts/Getty Images
Dieter Zetsche. Der Mercedes-Chef zeigte sich offen für Flüchtlinge - bislang hat sein Konzern aber noch keinen einzigen eingestellt

Die Hoffnungen waren riesig, und auch an Motivation schien es nicht zu fehlen. "Die meisten Flüchtlinge sind gut ausgebildet und motiviert. Solche Leute suchen wir", zeigte sich Daimler-Chef Zetsche noch im September zuversichtlich. Und in der Initiative "Wir zusammen" taten sich 90 Unternehmen zusammen, um die Integration der Neuankömmlinge voranzutreiben.

Was deren Integration in den 30 Dax-Konzernen angeht, fällt die Bilanz bislang aber ernüchternd aus. Laut einer Umfrage der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" unter den 30 größten Unternehmen haben bislang nur drei Konzerne überhaupt Flüchtlinge angestellt.

Und das auch in eher bescheidenem Ausmaß: Während bei der Deutschen Post Börsen-Chart zeigen bis Anfang Juni 50 Flüchtlinge unterkamen (viele davon in Sortier-Zentren), brachten es die verbliebenen 29 Dax-Konzerne gerade einmal auf vier Einstellungen.

Jeweils zwei davon beim Walldorfer Software-Konzern SAP Börsen-Chart zeigen sowie beim Darmstädter Pharmahersteller Merck Börsen-Chart zeigen, wo die beiden Betroffenen Jobs im Lager sowie im Management gefunden haben.

Und das bei einem Kreis von Unternehmen, die zusammen jährlich mehr als 1,1 Billionen Euro umsetzen und rund 3,5 Millionen Menschen beschäftigen.

Als Grund für die ausbleibende Einstellung geben mehrere von manager-magazin.de befragte Unternehmen die mangelnden Deutschkenntnisse vieler Flüchtlinge an. Sowie fehlende formale Berufsqualifikationen der häufig noch sehr jungen Menschen aus den Kriegs- und Krisengebieten.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung