Erneute Panne Britische Behörde ruft 740.000 Coronatests zurück

Unbrauchbar und damit falsche Ergebnisse? Die britische Aufsichtsbehörde für Medizinprodukte hat den Rückruf Hunderttausender Coronavirus-Test-Sets von der Firma Randox veranlasst.
Britische Aufsichtsbehörde für Medizinprodukte ruft Hunderttausende Coronavirus-Test-Sets zurück

Britische Aufsichtsbehörde für Medizinprodukte ruft Hunderttausende Coronavirus-Test-Sets zurück

Foto: ANDY RAIN/EPA-EFE/Shutterstock

Während die britische Regierung am Sonntag 1062 Neuinfektionen, die höchste Zahl seit Ende Juni, meldet und den Regelbetrieb in den Schulen nach Ende der Sommerferien plant, hat die britische Aufsichtsbehörde für Medizinprodukte den Rückruf Hunderttausender Coronavirus-Test-Sets veranlasst. Wie die Regierung in London am Wochenende bestätigte, handelt es sich um bis zu 741.000 Tests der Firma Randox. Diese seien möglicherweise nicht sicher für den Gebrauch, hieß es zur Begründung.

Randox hatte im März einen Auftrag in Höhe von 133 Millionen Pfund von der britischen Regierung erhalten, unter anderem für die Bereitstellung von Coronavirus-Tests. Dem "Guardian" zufolge erfolgte die Vergabe ohne Ausschreibung. Gerechtfertigt wurde das durch die hohe Dringlichkeit, die Testkapazitäten des Landes rasch zu erhöhen. Pikant ist jedoch, dass ein führender Abgeordneter der regierenden Konservativen, Owen Paterson (64), als Berater für die Firma tätig ist. Paterson erhält dem Register für Nebeneinkünfte des britischen Parlaments zufolge dafür jährlich 100.000 britische Pfund (umgerechnet rund 110.000 Euro).

Der Vorgang reiht sich in eine ganze Kette von Pannen und zweifelhaften Deals beim Umgang mit der Coronavirus-Pandemie ein. Erst am Donnerstag war bekannt geworden, dass 50 Millionen Schutzmasken, die vom Gesundheitsministerium in London gekauft wurden, für den Gebrauch im Nationalen Gesundheitsdienst ungeeignet sind. Auch hier soll es der Nichtregierungsorganisation Good Law Project zufolge keine Ausschreibung gegeben haben. Eingefädelt worden sein soll der Deal durch einen Regierungsberater, der auch für die beauftragte Firma tätig ist. Nach Schätzung des Good Law Project wurden für die Masken zwischen 156 und 177 Millionen Pfund (umgerechnet rund 173 bis 196 Millionen Euro) ausgegeben.

akn/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.