Corona-Pandemie Ärzte rechnen mit Verlängerung des Lockdowns

Die Zahl der Neuinfektionen bleibt trotz Lockdowns hoch, zugleich meldet das RKI 891 weitere Corona-Tote in Deutschland. Amtsärzte rechnen mit einer Verlängerung des Lockdowns.
Noch länger dicht: Nur die notwendigsten Geschäfte dürfen in Deutschland öffnen. Das wird mindestens bis Ende Januar so bleiben.

Noch länger dicht: Nur die notwendigsten Geschäfte dürfen in Deutschland öffnen. Das wird mindestens bis Ende Januar so bleiben.

Foto: Oliver Baumgart / imago images/foto2press

Das Robert-Koch-Institut meldet am Dienstag 12.802 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden in Deutschland. Das sind rund 900 mehr als am Dienstag vor einer Woche. Allerdings sind die Zahlen derzeit nur bedingt vergleichbar, weil über Weihnachten und rund um den Jahreswechsel weniger getestet und übermittelt wurde.

891 weitere Menschen starben an oder mit dem Virus, wie das RKI weiter mitteilte. Die Sieben-Tage-Inzidenz fällt leicht auf 164,5 von zuletzt 167. Bund und Länder streben an, den Wert der binnen sieben Tagen gemeldeten Ansteckungen pro 100.000 Einwohner auf unter 50 zu drücken, um das Virus unter Kontrolle zu bringen und das Gesundheitssystem zu entlasten.

Insgesamt sind nun über 1,933 Millionen Ansteckungen bestätigt und 41.577 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus registriert. Als genesen gelten rund 1,570 Millionen Menschen.

Amtsärzte rechnen mit Verlängerung des Lockdowns im Freburar

Die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie in Deutschland macht aus Sicht der deutschen Amtsärzte eine Rückkehr zur Normalität ab Februar unwahrscheinlich. "Ich bin mir sehr unsicher, ob wir Ende des Monats zu einem Ende des Lockdown kommen können", sagte die Vorsitzende des Berufsverbands der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), Ute Teichert, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstagsausgaben). Corona-Varianten, wie sie derzeit in Großbritannien und Irland grassieren, könnten die Situation demnach noch verschärfen.

"Es fragt sich, was passiert, wenn die hoch ansteckende Mutation nach Deutschland überspringt", sagte Teichert. "Das könnte die Infektionslage enorm verschärfen und die Gesundheitsämter wieder in Schwierigkeiten bringen." Seit der Schließung von Schulen und Kitas habe sich die Situation der Gesundheitsämter wieder etwas entspannt, räumte Teichert gleichwohl ein.

In jedem Fall könne es "Lockerungen nur schrittweise" geben, "nicht auf einen Schlag", sagte die Medizinerin weiter. Derzeit sehe es nicht danach aus, als ließe sich die Inzidenz auf 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner drücken. Diese Marke einmalig zu erreichen, genüge zudem nicht. "Die Ansteckungszahlen müssen dauerhaft so niedrig bleiben", betonte die Medizinerin.

rei/ Reuters, AFP
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