Finanzunternehmer und TV-Star Carsten Maschmeyer spendet 200.000 Euro an FDP

Geldsegen für die Liberalen: TV-Investor Carsten Maschmeyer unterstützt die FDP mit 200.000 Euro. Noch spendierfreudiger hatten sich zuletzt andere Vermögende gezeigt.
Carsten Maschmeyer: Bei der FDP in Spendierlaune

Carsten Maschmeyer: Bei der FDP in Spendierlaune

Foto: Henning Kaiser / dpa

Anderthalb Wochen vor der Bundestagswahl bekommt die FDP eine weitere Finanzspritze von prominenter Seite: Carsten Maschmeyer hat 200.000 Euro an die Partei gespendet. Das geht aus einer Veröffentlichung auf der Website des Bundestags  hervor. FDP-Schatzmeister Harald Christ bestätigte dem SPIEGEL den Eingang der Spende des TV-Investors.

Maschmeyer ist heute vor allem wegen seiner Rolle als Investor in der TV-Sendung "Die Höhle der Löwen" bekannt. Dort tritt er gemeinsam mit Georg Kofler auf, dem früheren Chef des Fernsehsenders ProSieben.

Der wiederum hatte der FDP im April gleich 750.000 Euro gespendet. Zur Begründung sagte Kofler damals, die FDP repräsentiere "Unternehmer, Gründer und aufstiegsorientierte Menschen in Deutschland" am besten. Es gehe ihm außerdem darum, "eine Regierungsbeteiligung der Grünen zu verhindern".

Anekdote am Rande: Vor mehr als 20 Jahren, im Wahlkampf 1998, sorgte Maschmeyer für Aufsehen, weil er seinen Hannoveraner Freund Gerhard Schröder - bekanntlich SPD - im Wahlkampf unterstützte. Maschmeyer schaltete großflächige Anzeigen mit dem Slogan "Der nächste Kanzler muss ein Niedersachse sein", wobei der Finanzunternehmer und Gründer des Strukturvertriebs AWD als Finanzier und Initiator der Anzeigen zunächst in der Anonymität blieb.

Auch Harald Christ, der Maschmeyers Großspende jetzt für die FDP entgegennahm, stritt bis vor Kurzem für die Sozial-Demokraten. 2018 fungierte Christ noch als Mittelstandsbeauftragter der SPD. 2019 jedoch trat er nach 31 Jahren Mitgliedschaft aus der Partei aus und wechselte wenig später zur FDP.

Im Vergleich zu anderen Großspenden der vergangenen Monate nehmen sich Maschmeyers 200.000 Euro fast bescheiden aus:

  • Anfang September erhielten die Grünen eine Rekordspende: Der niederländische Technologie- und Medienunternehmer Steven Schuurman gab der Partei 1,25 Millionen Euro.

  • Im April überwies der Softwareentwickler Moritz Schmidt eine Million Euro aus Bitcoin-Gewinnen an die Grünen. Er habe nach einer ethischen Form gesucht, das "unverdiente" Geld auszugeben, sagte er dem SPIEGEL.

  • Der Immobilienfonds-Unternehmer Christoph Kahl spendete im Juni 500.000 Euro an die CDU. Er gehört seit Jahren zu den finanziellen Unterstützern der Partei.

  • Ebenfalls eine halbe Million Euro spendete der Pharmaerbe Antonis Schwarz im Februar an die Grünen. Er ist als Gründer der Guerilla Foundation geführt, die nach eigenen Angaben durch die Unterstützung von "Aktivisten und sozialen Graswurzelbewegungen" einen "größeren Systemwandel in Europa" bewirken will.

Großspenden über 50.000 Euro müssen umgehend veröffentlicht werden. Noch nie seit Einführung der Offenlegungspflicht im Jahr 2002 sind so viele Großspenden geflossen wie in diesem Jahr. Bereits Ende August waren Anzahl und Volumen der Großspenden höher als in allen bisherigen Jahren – bis zum jeweiligen Jahresende.

ulz/csc/ply/cr
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