Versteigerung in Gibraltar 63 Interessenten wollen Oligarchen-Jacht kaufen

Großer Andrang bei der Versteigerung der Superjacht "Axioma" des russischen Stahlmagnaten Dmitry Pumpyansky in Gibraltar: 63 Interessenten gaben Gebote ab – jetzt wird über den Zuschlag entschieden.
Käufer gesucht: Die Luxusjacht "Axioma" wird versteigert

Käufer gesucht: Die Luxusjacht "Axioma" wird versteigert

Foto: TheYachtPhoto.com / IMAGO

Die Versteigerung der Luxusjacht des russischen Oligarchen Dimitri Pumpyansky (58) in Gibraltar ist auf ein gewaltiges Interesse gestoßen. Wie das zuständige Gericht des britischen Gebiets am Dienstag mitteilte, wurden für die "Axioma" 63 Gebote eingereicht. Die Bieterphase ist nun abgeschlossen, jetzt wird über den Käufer entschieden. Der Verkauf könnte in "zwischen zehn und 14 Tagen" abgeschlossen werden, wie das Gericht erklärte.

Das 72 Meter lange Schiff war im März im Zuge der Sanktionen beschlagnahmt worden, die Großbritannien gegen Russland wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine verhängt hatte. Ein Gericht in Gibraltar ordnete dann im Juni die Versteigerung der "Axioma" zum "höchstmöglichen Preis" an. Nicht Teil der Versteigerung sind die Weinflaschen und anderer Alkohol der Bar der Jacht mit einem geschätzten Wert von 150.000 Euro.

Das Schiff, Baujahr 2013, ist 72 Meter lang, bietet Platz für zwölf Gäste in sechs Kabinen und wird auf einen Wert von 63 Millionen britische Pfund (74 Millionen Euro) geschätzt, wenngleich bei der Versteigerung laut Bloomberg ein niedrigerer Preis erwartet wurde. Es verfügt über einen Infinity-Pool und ein 3D-Kino.

Mit der Beschlagnahmung von Pumpyanskys Jacht war die Justiz des kleinen britischen Gebiets an der Südspitze Spaniens einer Beschwerde der US-Bank JP Morgan gefolgt. Die Bank hatte im Dezember 2021 einen Kredit von 20,5 Millionen Euro an eine Gesellschaft vergeben, die auf den Britischen Jungferninseln registriert war. Zu den Eigentümern dieser Gesellschaft zählte eine zypriotische Firma, die wiederum im Besitz von Pumpyansky war.

JP Morgan betrachtete die Auflistung Pumpyanskys auf der britischen Sanktionsliste gegen Russland als Bruch des Kreditvertrags. Daher beantragte die Bank in Gibraltar, die unter maltesischer Flagge fahrende Jacht zu beschlagnahmen und zu verkaufen. JP Morgan verlangt, dass mit dem Erlös aus dem Verkauf der Kredit zurückerstattet wird.

72 Meter, Pool, 3D-Kino: Die "Axioma" im Hafen von Gibraltar

72 Meter, Pool, 3D-Kino: Die "Axioma" im Hafen von Gibraltar

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Pumpianski ist Chef des größten russischen Pipeline-Herstellers TMK (Jahresumsatz 2021: 429 Milliarden Rubel, also mit Wechselkurs von Anfang 2022 etwa 5,1 Milliarden Euro). Das US-Magazin "Forbes"  taxiert Pumpyanskys Vermögen auf zwei Milliarden Dollar. Gegen ihn bestehen Sanktionen der EU im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Wegen des Ukraine-Kriegs haben mehrere europäische Länder, darunter auch Spanien, Italien und Frankreich, Jachten russischer Oligarchen beschlagnahmt.

cr/afp
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