Angaben im Lebenslauf Uni Stanford nimmt von der Leyen in Schutz

Möglicherweise verliert Ursula von der Leyen ihren Doktortitel wegen Plagiaten - aber über ihre Zeit an der Universität Stanford hat sie keine falschen Angaben gemacht. Die Eliteuni verteidigt nun die Ministerin.
Ursula von der Leyen: Die Stationen im Lebenslauf sind korrekt

Ursula von der Leyen: Die Stationen im Lebenslauf sind korrekt

Foto: PETER NICHOLLS/ REUTERS

Die "Welt am Sonntag" hatte am Wochenende berichtet, Stanford habe Ursula von der Leyen "Namens-Missbrauch" vorgeworfen, weil sie in ihrem Lebenslauf zwei Stationen an der kalifornischen Universität angegeben habe. Dies dürften nur Absolventen, die in einem offiziellen Programm eingeschrieben gewesen seien, das mit einem Schein oder akademischen Abschluss beendet werde, zitierte das Blatt eine Uni-Sprecherin. Wer seinen Lebenslauf ohne diese Voraussetzungen mit dem Namen Stanford schmücke, missbrauche den Namen der Universität.

Schon am Wochenende hatte von der Leyen die Vorwürfe zurückgewiesen, nun springt ihr die Universität bei. Das Statement von Lisa Lapin, Associate Vice President für Öffentlichkeitsarbeit der Uni Stanford, ist deutlich: Sie sei "niedergeschlagen" (Originalton: disheartened) wegen der "übertriebenen und falschen Medienberichte während des vergangenen Wochenendes", schreibt Lapin an von der Leyen. Die Ministerin habe nachgewiesen, dass sie 1993 Gasthörerin im Fachbereich Business der Eliteuni gewesen sei, und dass sie 1995 ein Projekt für die Verwaltung der Stanford Gesundheitsdienste bearbeitet habe. "Da die Universität derartige Aktivitäten nicht dokumentiert, stellt die faktische Auflistung keinen Missbrauch des Namens der Universität dar." Man "bedauere die Missverständnisse", die zu den Berichten geführt habe.

Für von der Leyen ist diese Entlastung enorm wichtig, da sie ohnehin wegen möglichen wissenschaftlichen Fehlverhaltens unter Druck steht. Die Medizinische Hochschule Hannover prüft derzeit, ob sie von der Leyens medizinischen Doktortitel wegen Plagiaten aberkennen muss. Die Plagiatsjäger von "VroniPlag" wollen an 45 Prozent der von ihnen untersuchten Seiten der Dissertation Plagiate und andere Zitierverstöße festgestellt haben. Rechtsexperten halten den Entzug des Doktortitels für wahrscheinlich. Wann dazu ein Ergebnis vorliegt, ist noch offen.

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