Dienstag, 12. November 2019

Portugals Kampf um Kapital Vermögende investieren in Portugal 350.000 Euro und erhalten ein Dauer-Visum

Wer als Nicht-Europäer ein quasi unbeschränktes Aufenthaltsrecht in Portugal begehrt, muss tief in die Tasche greifen
SPIEGEL ONLINE
Wer als Nicht-Europäer ein quasi unbeschränktes Aufenthaltsrecht in Portugal begehrt, muss tief in die Tasche greifen

Schon länger lockt Portugal Vermögende mit besonderen Versprechen an. Im Wettstreit um Kapitaltransfers setzt das frühere Euro-Krisenland jetzt noch einen drauf - gelingt's, könnten Forschung und Kultur im Land profitieren.

Lissabon - Portugal will Nicht-EU-Bürgern in Zukunft auch für Investitionen in Forschung und Kultur Aufenthaltsrecht gewähren. Man müsse sich bemühen, auch auf diesem Wege Reichtum anzuziehen, sagte Vize-Ministerpräsident Paulo Portas bei der Ankündigung der Erweiterung des "Golden Visa"-Programms am Montagabend in Lissabon.

Nach dem Vorschlag der Mitte-Rechts-Regierung, der vom Parlament gebilligt werden muss, sollen Investoren Aufenthaltsvisa für sich und ihre Familien bekommen, wenn sie in den genannten Sektoren mindestens 350.000 Euro anlegen. Das Aufenthaltsrecht gilt zunächst für ein Jahr, wird aber nahezu automatisch verlängert.

Bislang Visum gegen Kapitaltransfer in Millionenhöhe

Portas betonte, Portugal stehe im Konkurrenzkampf mit "13 oder 14 anderen Ländern" Europas, die ähnliche Programme hätten. Das 2012 zur Wiederbelebung der Wirtschaft eingeführte System gilt bisher nur für Investoren, die Immobilien im Wert von mindestens 500.000 Euro erwerben beziehungsweise erneuern oder einen Kapitaltransfer in Höhe von mindestens einer Million Euro tätigen.

Bisher habe dieses Programm Portugal Investitionen von rund 1,27 Milliarden Euro und Steuereinnahmen von über 100 Millionen Euro beschert, sagte Portas. Ins Land werden vor allem Chinesen, aber auch wohlhabende Russen, Inder, Angolaner und Brasilianer gelockt.

rei/dpa

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