Ex-Finanzminister Varoufakis beschimpft Wolfgang Schäuble "Schäuble will Griechenland herausdrängen, um die Franzosen das Fürchten zu lehren"

Von mm-newsdesk
Große Töne: Der gefallene griechische Ex-Finanzminister Varoufakis konzentrierte sich während seiner kurzen Amtszeit darauf, Interviews zu geben und seine Verhandlungspartner vor den Kopf zu stoßen. Nun tritt er noch einmal gegenüber Wolfgang Schäuble nach

Große Töne: Der gefallene griechische Ex-Finanzminister Varoufakis konzentrierte sich während seiner kurzen Amtszeit darauf, Interviews zu geben und seine Verhandlungspartner vor den Kopf zu stoßen. Nun tritt er noch einmal gegenüber Wolfgang Schäuble nach

Foto: ALKIS KONSTANTINIDIS/ REUTERS

Der zurückgetretene griechische Ex-Finanzminister Gianis Varoufakis hat seinem Frust über Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in einem Zeitungsbeitrag Luft gemacht. Der deutsche Finanzminister sehe einen "Grexit" nicht nur als einzige Möglichkeit, reinen Tisch zu machen, sondern wolle damit auch die gesamte Eurozone seinem Diktat unterwerfen, schrieb Varoufakis in einem Kommentar für die britische Tageszeitung "The Guardian".

"Auf der Grundlage monatelanger Verhandlungen bin ich davon überzeugt, dass der deutsche Finanzminister will, dass Griechenland aus der Währungsunion herausgedrängt wird, um den Franzosen das Fürchten zu lehren und sie zu zwingen, sich seinem Modell einer Eurozone zu unterwerfen, in der strenge Disziplin herrscht." Der in der Eurogruppe isolierte Varoufakis war Anfang der Woche von seinem Posten zurückgetreten.

"Das Modell einer Zuchtmeister-Eurozone"

Schäuble wolle mit Hilfe eines Grexit den Franzosen das Fürchten lehren und sie zwingen, "sein Modell einer Zuchtmeister-Eurozone" zu akzeptieren.

Varoufakis war am Montag nach dem Nein der Griechen in der Volksabstimmung über die Kürzungsmaßnahmen der internationalen Kreditgeber überraschend von seinem Posten zurückgetreten - obwohl er seinen Rücktritt für den Fall eines "Ja" angekündigt hatte.

Als Finanzminister hatte er monatelang die Verhandlungen mit den Geldgebern über weitere Finanzhilfen für sein hochverschuldetes Land geführt und hatte durch seine Unberechenbarkeit und durch immer neue Vorwürfe gegenüber seinen Verhandlungpartern jegliches Vertrauen verspielt. Das Verhältnis zu Schäuble, der gegenüber Athen eine harte Linie vertritt, war besonders schwierig.

Frustrierter Varoufakis: Der kleine Gianis tritt noch einmal nach

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