Dienstag, 18. Juni 2019

Fed-Chef äußert sich US-Notenbank ebnet Weg für Zinssenkung

Will "angemessen reagieren": Fed-Chef Powell

Nachdem die US-Notenbank Fed seit einiger Zeit bereits auf weitere Zinserhöhungen verzichtet, scheint sie nun bereit, in die andere Richtung umzuschwenken: Äußerungen des Fed-Chefs Jerome Powell zufolge erscheinen Zinssenkungen inzwischen möglich.

Auf einer Notenbankkonferenz in Chicago kündigte Powell eine angemessene Reaktion auf Auswirkungen des Zollstreits an. Damit öffnete er Beobachtern zufolge die Tür für eine Zinssenkung. Die Fed beobachte die Entwicklungen rund um die Handelsstreitigkeiten genau, sagte Powell am Dienstag in Chicago. "Wir wissen nicht wie oder wann diese Angelegenheiten gelöst werden", fügte er hinzu. "Wie immer werde die Fed "angemessen reagieren", um den Aufschwung zu stützen.

Zugleich ließ die kurze Erklärung des Fed-Präsidenten aufhorchen, da er bislang gebräuchliche Schlüsselwörter für den Zinskurs wegließ. So hatten die Währungshüter sich zuletzt auf die Formulierung festgelegt, dass sie es bei den Zinsen "geduldig" angehen lassen wollen. Diese Formulierung fehlte bei Powells jüngsten Aussagen.

An den Märkten wird mittlerweile fest damit gerechnet, dass die Notenbank spätestens im Dezember, womöglich aber bereits im Sommer die Zinsen senkt. Der Leitzins liegt derzeit in einer Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent. Die US-Währungshüter hatten ihn 2018 wegen der guten Konjunktur mehrfach angehoben und wollten dies eigentlich auch 2019 tun. Angesichts des Handelsstreits und der schwächeren Weltwirtschaft schwenkten sie dann aber um und drückten die Pausetaste.

cr/rtr

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