Mittwoch, 26. Juni 2019

US-Energieminister Tesla-Stromspeicher könnte Versorger herausfordern

Wortreich und mit viel Aufsehen präsentierte der Tesla-Chef kürzlich die neuen Stromspreicher seines Unternehmens für den Hausgebrauch - und will damit nichts Geringeres als die Energienutzung weltweit revolutionieren. Dabei sind ähnliche und mindestens genauso gute Produkte bereits auf dem Markt - auch von deutschen Herstellern

Der kalifornische Autobauer Tesla fertigt nicht nur schicke Elektro-Sportwagen für betuchte Kunden, sondern will mit einer Batterie für Hausbesitzer auch den Energiemarkt aufmischen. Auch die US-Regierung verfolgt das Thema aufmerksam: "Das ist eine spannende Geschichte. Um aber im Massenmarkt zu bestehen, müssen auch sie noch ihre Produktionskosten drücken", sagte der amerikanische Energieminister Ernest Moniz im Interview der Deutschen Presseagentur.

In dem Zusammenhang wies er daraufhin, dass sein Ministerium Tesla, das dem Milliardär Elon Musk gehört, mit einem Kredit von einer halbe Milliarde Dollar unterstützt habe. "Den haben sie inzwischen komplett zurückgezahlt - mit Zinsen, wohlgemerkt."

Tesla will schon in Kürze für Hausbesitzer eine Batterie anbieten, um Strom etwa aus Solaranlagen zu speichern. Diese Variante hält Muniz für die wohl spannendste Anwendungsmöglichkeit, wenn die Batterie in ein Solarpanel integriert wird: "Das Panel produziert Gleichstrom, den man direkt in die Batterie einspeisen und dort für einige Stunden ohne Umwandlung speichern kann."

Bei der Vermarktung arbeitet Tesla in Deutschland mit dem Hamburger Ökostromanbieter Lichtblick zusammen. Andere Batterieanbieter sind skeptisch, ob die Batterie aus den USA tatsächlich mehr kann als ihre Akkus. Sie sehen bei Musk mehr das Marketing-Talent am Werk als eine technische Revolution. Dagegenhalten könnte BMW-Großaktionär Stefan Quandt, dessen Firma Solarwatt eine ähnliche Hausbatterie auf den Markt bringen will - nach eigenen Angaben technisch überlegen, und außerdem schneller als Tesla.

Davon wird auch abhängen, wie stark die Folgen für große Energiekonzerne wie Eon und RWE sein werden, deren Kerngeschäft mit großen Kraftwerken wegen des Ökostromausbaus ohnehin stark unter Druck geraten ist.

"Wenn die Batterie für den Eigenbedarf billiger wird, kann diese Technologie durchaus zu einer ernsthaften Herausforderung für das klassische Modell der Energieversorger werden", sagte Moniz.

Quandt überholt Musk mit eigener Hausbatterie

rei/dpa-afx

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