Syrien USA loben Assad für Waffenvernichtung

Noch vor wenigen Wochen schimpfte John Kerry den syrischen Diktator Baschar al-Assad einen "Verbrecher und Mörder". Nun zollt der US-Außenminister dem Regime "Anerkennung" für die Vernichtung von Chemiewaffen. "Wir hoffen, das geht so weiter."
US-Außenminister Kerry: "Guter Auftakt"

US-Außenminister Kerry: "Guter Auftakt"

Foto: ERIC THAYER/ REUTERS

Nusa Dua - US-Außenminister John Kerry hat den Beginn der Chemiewaffenvernichtung in Syrien begrüßt. "Dies ist ein guter Auftakt", sagte Kerry am Rande des Gipfeltreffens der Pazifikanrainerstaaten (Apec) in Nusa Dua auf der indonesischen Insel Bali. "Ich denke, dem Assad-Regime gebührt auch Anerkennung dafür, dass es so schnell das getan hat, was ihm aufgetragen war. Wir hoffen, das geht so weiter." Die Chemiewaffenvernichtung sei "ein hervorragendes Beispiel für globale Zusammenarbeit."

Nach dem Chemiewaffeneinsatz in der Nähe von Damaskus Ende August mit mehr als 1400 Toten und der Androhung eines Militärschlags durch die USA hatten die Vereinten Nationen am 27. September eine Resolution zur Vernichtung der Waffen verabschiedet. Syrien hat zugesagt, sich daran zu halten. Nach Schätzungen verfügt das syrische Regime über rund 1000 Tonnen Chemiewaffen. Mitte 2014 soll das Land nach einem Beschluss des UN-Sicherheitsrates chemiewaffenfrei sein.

Kerry sprach auf Bali mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow. Eigentlich wollte der russische Präsident Wladimir Putin das Thema dort mit US-Präsident Barack Obama erörtern. Obama sagte seine Teilnahme an dem Gipfel wegen der Haushaltskrise in den USA aber ab.

Russland und die USA streben an, die geplante internationale Syrien-Friedenskonferenz Mitte November abzuhalten. Die Nachrichtenagentur RIA Nowosti zitierte Lawrow mit den Worten, er und sein Amtskollege Kerry hätten sich über die "nötigen Schritte" geeinigt, damit sowohl die syrische Regierung als auch die Opposition zu den Gesprächen in Genf kämen.

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