5 Fakten zum kultivierten Angeben  US-Wahl: Ihr Sprechzettel für den Smalltalk

Alles dabei: Wähler in Grundschule in Kent im Bundesstaat Ohio am 8. November 2016.

Alles dabei: Wähler in Grundschule in Kent im Bundesstaat Ohio am 8. November 2016.

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Clinton vs. Trump: Das TV-Duell in Zitaten

Foto: SAUL LOEB/ AFP

Heute wählen die USA ihren neuen Präsidenten - oder ihre neue Präsidentin. Wie gewählt wird, wer wann wo wie wählen darf und welche Rolle Wahlmänner, TV-Duelle und Umfragen spielen, wissen Sie natürlich (oder können es hier nachlesen). Aber über das reine politische Grundwissen hinaus gibt es noch eine Fülle interessanter Aspekte, die zu oft außen vor bleiben - und mit denen Sie beim Smalltalk in der Kantine allemal punkten können. Hier kommen die wichtigsten unwichtigen Fakten zur US-Wahl.

Fakt 1: Was, wenn man gar nicht auf der Erde ist? So wählen US-Astronauten

Wo ist hier bitte die Urne? Die ISS ist der abgelegenste Wahlort in unserer Galaxie

Wo ist hier bitte die Urne? Die ISS ist der abgelegenste Wahlort in unserer Galaxie

Foto: NASA/ Flickr

Wenn man nicht ins Wahllokal kommen kann, ist Briefwahl natürlich immer eine Option. Die gestaltet sich allerdings auch schwierig, wenn man sich aus beruflichen Gründen gerade nicht auf seinem Heimatplaneten befindet.

Das gilt derzeit für den Kommandanten der Internationalen Raumstation ISS, den US-Amerikaner Shane Kimbrough. Er erhält seinen Wahlzettel in digitaler Form, per verschlüsselter Mail direkt vom Johnson Space Center (JSC) in Houston. Den ausgefüllten Wahlzettel schickt er auf demselben Weg zurück.

Fakt 2: Twitter und Co - was mit @FLOTUS und @POTUS nach der Wahl passiert

Epischer Moment: Obamas erster Tweet als @POTUS am 18. Mai 2015 lautete "Hello, Twitter! Its Barack. Really! Six years in, theyre finally giving me my own account."

Epischer Moment: Obamas erster Tweet als @POTUS am 18. Mai 2015 lautete "Hello, Twitter! Its Barack. Really! Six years in, theyre finally giving me my own account."

Foto: MANDEL NGAN/ AFP

Der derzeit noch amtierende US-Präsident Barack Obama hat immer gekonnt auf der Klaviatur sämtlicher Social-Media-Kanäle gespielt - und damit vor allem bei der jüngeren Wählerschaft gepunktet. Seit 2015 gibt es bei Twitter einen offiziellen US-Präsidentenaccount: @POTUS  (ein Akronym für "President of the United States").

Mit der Amtsübernahme bekommt der neue Präsident oder die neue Präsidentin auch diesen Account - alle bisherigen Tweets werden darin allerdings gelöscht. Die Follower allerdings bleiben zunächst - 11 Millionen bei Twitter und 2,9 Millionen bei Facebook sind es derzeit.

Die alten Tweets gehen allerdings nicht verloren, sondern werden auf @POTUS44 umgehoben, das den Inhaber als 44. US-Präsidenten ausweist. Ebenso ist es mit dem Account der First Lady of the United States (@FLOTUS ): Michelle Obama zieht mit ihren bisherigen offiziellen Tweets auf @Flotus44 um. Unberührt davon bleiben die persönlichen Konten: @BarackObama  hat derzeit 78,6 Millionen Follower - und auf Facebook folgen ihm 50,4 Millionen.

Fakt 3: Worauf US-Präsidenten schwören (die Bibel. Aber welche?)

Schwur auf die Bibel: Obama bei seinem Amtseid 2013

Schwur auf die Bibel: Obama bei seinem Amtseid 2013

Foto: LARRY DOWNING/ REUTERS

Die rechte Hand in Winkestellung, die linke auf bläuliches Leder gebettet: So legte US-Präsident Barack Obama im Januar 2013 den Eid auf seine zweite Amtszeit ab. Dabei schwor er nicht nur etwas, sondern auch auf etwas: Auf zwei Bibeln nämlich, die First Lady Michelle Obama mit ihren grünen Handschuhen hielt. Obenauf lag eine Bibel, die einst Abraham Lincoln gehörte, darunter eine von Martin Luther King Jr..

In den USA, wo Politiker immer wieder öffentlich ihre Gottesfurcht versichern, gehören solche Bilder zur Tradition. Angehende Präsidenten haben dabei freie Wahl, auf welches Buch sie ihren Amtseid schwören wollen oder eben auch nicht. Die meisten künftigen Präsidenten entschieden sich bislang für die Bibel. John Quincy Adams legte seinen Amtseid 1825 allerdings auf ein US-Gesetzesbuch ab, Theodore Roosevelt verzichtete bei der Feier zu seiner ersten Angelobung im Jahr 1902 komplett auf den Buch-Schwur.

Hillary Clinton oder Donald Trump könnten bei ihrer Angelobung auch auf Ausgaben ihrer jeweiligen Biographien schwören. Dass ein angehender US-Präsident dies tut, ist jedoch höchst unwahrscheinlich. Denn kaum ein Ereignis in den USA ist so mit symbolischen Handlungen durchsetzt wie die US-Angelobungsfeiern, bei denen jeder Programmpunkt bis ins Detail vorausgeplant ist. Und da gehört eine große Portion des öffentlich zelebrierten christlichen Glaubens nun mal dazu.

Fakt 4: Diese Tiere sind im Weißen Haus erlaubt

First dogs: Die Familienhunde der Obamas sind portugiesische Wasserhunde und hören auf die Namen Bo und Sunny (rechts).

First dogs: Die Familienhunde der Obamas sind portugiesische Wasserhunde und hören auf die Namen Bo und Sunny (rechts).

Foto: DPA/The White House/Pete Souza

Die Liste der im Weißen Haus erlaubten Tiere ist, je nachdem, wie man sie formuliert, entweder sehr lang oder sehr kurz: Man könnte schlicht "alle" schreiben - oder auflisten, welche nichtmenschlichen Kreaturen das Weiße Haus in seiner langen Geschichte schon beheimatet hat: Seidenraupen, Papageien, Alligatoren, Pferde, Ziegen, Truthähne, Tiger, Zwergflusspferde, Waschbären und ein Wallaby.

Manche der exotischeren Tiere waren Geschenke ausländischer Staatschefs und wurden nach kurzer Zeit in artgerechtere Zoo-Haltung übergeben, aber es gab durchaus auch Tiere, die über Jahre im Regierungssitz zu Hause waren. Die Obamas hielten portugiesische Wasserhunde, die Bushs und Clintons hielten sowohl Hunde als auch Katzen - und die Biografie von George Bushs Hündin Millie verkaufte sich sogar häufiger als die ihres Herrchens.

Fakt 5: Dieser US-Bundesstaat hat richtig was zu feiern

Vorbereitung für Wahlfeiern (Archivbild): In South Carolina dürfen die Menschen nun am Wahltag Alkohol trinken

Vorbereitung für Wahlfeiern (Archivbild): In South Carolina dürfen die Menschen nun am Wahltag Alkohol trinken

Foto: Gretchen Ertl/ REUTERS

Stundenlange Erklärungen zu aktuellen Auszählungsergebnisse auf Großleinwänden. Ein Buffet, bei dem sich die Tische biegen. Reichlich Getränke, die zu späterer Stunde ähnlich hochprozentig wie die Wahlergebnisse werden. Dazu Parteianhänger, denen der steigende Alkoholpegel Muskeln lockert. Deshalb auch der frenetische Applaus für jedem gemeldeten Vorsprung ihres Kandidaten: So sehen, wenn man den Fernsehbildern glauben darf, amerikanische Wahlparties aus.

In einem US-Bundesstaat dürften diese Veranstaltungen in diesem Jahr richtig feucht-fröhlich ausfallen: In South Carolina nämlich. Dort dürfen die Bürger erstmals am Wahltag so richtig auf ihren Kandidaten anstossen. Bis vor zwei Jahren galt in South Carolina nämlich ein Gesetz, dass den Verkauf von Alkohol an Wahltagen untersagte. Vor zwei Jahren hat der Bundesstaat dieses Gesetz aufgehoben - als letzter aller 50 US-Staaten. Sollten Sie also am 8. November in Charleston, Columbia, Mount Pleasant oder direkt an der Küste sein: Fragen Sie nach dem lokalen Büro der Demokraten oder Republikaner - und lassen sie sich zum wilden Feiern verleiten.

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