Schattenbanken Geldmarktfonds sollen Reserven vorhalten

EU-Kommissar Barnier will Schattenbanken an die Kandare legen - und nimmt sich zunächst die Geldmarktfonds zur Brust. Die Vehikel sollen mehr Barreserven vorhalten, um im Krisenfall nicht den gesamten Finanzsektor in Schieflage zu bringen.
Binnenmarktkommissar Michel Barnier: "Um die Risiken kümmern, die vom System der Schattenbanken ausgehen"

Binnenmarktkommissar Michel Barnier: "Um die Risiken kümmern, die vom System der Schattenbanken ausgehen"

Foto: Julien Warnand/ dpa

Brüssel - Die EU-Kommission nimmt sich bei der Regulierung des billionenschweren Marktes der Schattenbanken als erstes die Geldmarktfonds vor. Binnenmarktkommissar Michel Barnier will die Fonds unter anderem dazu zwingen, stärkere Barkapitalpuffer vorzuhalten, damit sie bei möglichen Panikverkäufen der Anleger nicht ins Wanken geraten und damit den übrigen Finanzsektor in Schieflage bringen.

Die am Mittwoch in Brüssel vorgelegten Vorschläge sollen auch auf dem G20-Gipfel am Donnerstag und Freitag in St. Petersburg erörtert werden. Nach den Vorstellungen der EU-Kommission sollen bestimmte Geldmarktfonds, die ein konstantes Nettovermögen aufweisen (CNAV), künftig 3 Prozent ihres verwalteten Vermögens als Kapitalpuffer vorhalten.

Geldmarktfonds sollen zudem 10 Prozent ihrer Vermögensanteile vorhalten, die innerhalb eines Tages auslaufen. Darüber hinaus sollen weitere 20 Prozent der Anteile gehalten werden, die innerhalb einer Woche auslaufen.

Merkel will Hedgefonds regulieren

In Europa sind Geldmarktfonds vor allem in Frankreich, Irland und Luxemburg beheimatet. Insbesondere Banken besorgen sich von diesen Fonds Kapital. "Wir haben bereits Banken und Märkte reguliert", sagte Barnier, "jetzt müssen wir uns um die Risiken kümmern, die vom System der Schattenbanken ausgehen." Dieser Bereich spiele eine wichtige Rolle bei der Finanzierung der Realwirtschaft, weshalb er transparent sein müsse.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Dienstag das schleppende Tempo bei der Regulierung von Hedgefonds bemängelt. Global wird der Schattenbankensektor auf 51 Billionen Euro geschätzt, in der EU soll sich das Volumen auf 24 Billionen Euro belaufen.

mahi/rtr
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.