Dienstag, 2. Juni 2020

9 unglaubliche Fakten über Donald Trump Sportsucht - die Wahrheit über Trumps Hass auf den Shutdown

Präsident, Wrestler, Friseur: Donald Trump erweist sich seit Jahren als Multitalent.
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Präsident, Wrestler, Friseur: Donald Trump erweist sich seit Jahren als Multitalent.

Nach inzwischen vielen Woche der Corona-Krise werden Menschen rund um den Globus von den unterschiedlichsten Sehnsüchten geplagt. Die einen wünschen sich geliebte Menschen zurück, die sie womöglich an die Krankheit verloren haben, die anderen ihre Gesundheit und wieder andere vielleicht ihren Arbeitsplatz.

Und dann gibt es da noch Donald Trump, der ebenfalls einen großen Wunsch hat. Der Präsident der Vereinigten Staaten (Stand Donnerstag dieser Woche laut US-Universität Johns Hopkins: 629.264 Covid-19-Infektionen und 26.708 Todesfälle) möchte so bald wie möglich wieder Sport im Fernsehen schauen. Also aktuellen Sport, Live-Sport, nicht diese langweiligen Wiederholungen alter Spiele.

"Wir wollen unseren Sport zurück, so dringend", sagte Trump am Dienstag dieser Woche während eines seiner regelmäßigen Coronavirus-Auftritte vor Medienvertretern im Weißen Haus. "Ich bin es leid, Baseball-Spiele zu schauen, die 14 Jahre alt sind. Da schaue ich mir nur einen Schlagmann an, und dann gehe ich wieder an die Arbeit."

Die meisten Amerikaner werden es längst geahnt haben: Der größte Sportfan ihrer Nation sitzt seit Anfang 2017 im Oval Office. Tatsächlich begann Trumps Sportkarriere allerdings schon viel früher. Vor beinahe 40 Jahren, um genau zu sein. Seitdem reiht sich ein Highlight an das andere, wie auch (ausgerechnet) die "South China Morning Post" ("SCMP") in diesen Tagen mit beeindruckender Akribie recherchiert hat:

  • Eigenen Angaben zufolge hat Donald Trump bereits 18 Golf-Turniere gewonnen. Einem Buch mit dem preisverdächtigen Titel "Commander In Cheat: How Golf Explains Trump" ist laut "SCMP" jedoch die Wahrheit zu entnehmen: "Endergebnis bei den '18 Club-Meisterschaften': 16 Lügen, 2 nicht beendet, 0 bestätigt." Trumps Nase sei so lang geworden, dass er damit putten könnte, resümiert die Zeitung.
  • 1983, da ist er gerade 37, übernimmt Trump die New Jersey Generals, ein Team der US-Football-Nebenliga USFL, Konkurrent der Profiliga NFL. Die Mannschaft erzielt einige Jahre lang mäßige Erfolge. Dann meint Trump, die USFL in einen großangelegten Rechtsstreit mit der NFL führen zu müssen. Ergebnis: Wenig später gehen bei der USFL die Lichter aus.
  • 1989 erfindet Trump ein Radrennen namens "Tour de Trump" (sic!), gedacht als inoffizieller "Tour de France"-Klon für die USA. "Nur ein Radrennen unter Trumps Namen kann einen saudischen Waffenhändler, einen niederländischen Zuhälter und den Prinzen des 'New Age Pop Piano' zusammenbringen", kommentiert Jahre später das US-Magazin "Politico". Nach der zweiten Auflage 1990 verschwindet das Event wieder von der Bildfläche, unter anderem wegen Milliardenschulden, die Trumps Firmengruppe zu der Zeit angehäuft habe, so das Magazin.
  • 1992 erreicht Trumps Karriere im europäischen Profifußball ihren Höhepunkt: Gemeinsam mit zwei ehemaligen Fußball-Größen von der britischen Insel zieht er vor laufender Kamera die Lose für den "English League Cup".
  • Bis heute unterhält Trump regen Austausch mit Profi-Teams und -Sportlern aller wichtigen Disziplinen in den USA. Regelmäßig lädt er beispielsweise Meistermannschaften ins Weiße Haus ein (die allerdings beinahe ebenso regelmäßig derartige Einladungen ausschlagen).
  • Trump sendet auch immer wieder Höflichkeiten über die Medien in die Sportwelt - oder wird von dieser mit solchen bedacht. Unvergessen beispielsweise eine Äußerung von 2017, als der US-Präsident Spieler der Profi-Football-Liga NFL, die sich weigern, der US-Hymne stehend zu lauschen, als "Sons of bitches" ("H*****söhne") bezeichnet. Von US-Basketball-Ikone LeBron James wird Trump bei anderer Gelegenheit als "Penner" oder "Gammler" ("bum") bezeichnet. Und Megan Rapinoe, Kapitänin der US-Frauenfußballmannschaft, verrät 2019 anlässlich der Weltmeisterschaft ihrer Disziplin in Frankreich: "Ich gehe nicht ins besch***** ('f*****') Weiße Haus. Wir werden nicht eingeladen, ich bezweifle das."
  • Aktuell bezieht Trump - gewohnt umsichtig - auch den US-Profisport in die Corona-Krisenbekämpfung mit ein. In einen neuen Beraterstab zur Wiedereröffnung des Landes nach dem Shutdown holte er Verantwortliche aller wichtigen Sportligen des Landes, wie beispielsweise: die NFL-Team-Besitzer Jerry Jones und Robert Kraft, Lesa Kennedy von der Rennserie Nascar sowie Vince McMahon, Chef des Showringerunternehmens World Wrestling Entertainment.
  • Mit McMahon verbindet Trump ohnehin eine offenbar enge Freundschaft. Die Gattin des Wrestling-Bosses, Linda McMahon, diente der Regierung Trump zwei Jahre lang als Leiterin der US-Behörde für kleine Unternehmen und engagiert sich gegenwärtig für die Wahlkampffinanzierung des Präsidenten.
  • Mit Vince McMahon selbst steigt Trump zudem 2007 bei einer Veranstaltung namens "Wrestlemania" persönlich in den Ring: Nach einem Schaukampf im Rahmen der "Battle of the Billionaires" rasiert Donald Trump seinem Kontrahenten noch im Ring und vor Publikum den Kopf.

Das alles ist momentan allerdings eher nebensächlich. Tatsächlich hat Trumps Wunsch nach einer Rückkehr zur Sportnormalität mit Show-Catchen, Football-Beleidigungen oder lächerlichen Fahrradrennen vermutlich gar nichts zu tun. Darauf lässt jedenfalls ein Blick auf die Website www.trumpgolfcount.com schließen, auf der Trumps Besuche auf Golfplätzen seit Beginn seiner Amtszeit protokolliert werden.

Demnach war der US-Präsident seit seiner Amtseinführung bislang insgesamt 249mal auf dem Golfplatz. Wohlgemerkt: 249mal in rund 1180 Tagen, die seit Trumps Inauguration am 20. Januar 2017 vergangen sind. Bei 117 dieser Gelegenheiten hat der Präsident nachweislich den Schläger geschwungen, so die Website. Die Kosten, die dem amerikanischen Steuerzahler dadurch angeblich entstanden sind: 133 Millionen Dollar.

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Was Trump jedoch besonders bekümmern dürfte: Sein letzter Besuch auf einem Putting-Grün datiert trumpgolfcount.com zufolge vom 8. März dieses Jahres und ist mithin schon mehr als einen Monat her. Einen Monat! Eine Ewigkeit also für einen Aficionado und 18fachen Möchtegern-Champion vom Schlage Trumps.

Und besonders nervig: Eine Ewigkeit, in der Trump einen Großteil seiner Zeit nicht mit seinem Buddy Vince McMahon, sondern mit Amerikas Obervirologen Anthony Fauci verbringen muss. Vermutlich fantasiert der Präsident insgeheim schon darüber, wie es wohl wäre, Doktor Fauci den Kopf zu rasieren.

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