Golfplätze, Schlösser, goldene Sänften G20-Wahn - der total verrückte Luxus der Staatsoberhäupter

In Kürze auch in Hamburg? Das französische Schloss Versailles gäbe eine gute Unterkunft für Frankreichs Präsidenten Macron beim G20-Gipfel ab

In Kürze auch in Hamburg? Das französische Schloss Versailles gäbe eine gute Unterkunft für Frankreichs Präsidenten Macron beim G20-Gipfel ab

Foto: © Charles Platiau / Reuters/ Reuters

In Deutschland prallen gerade Welten aufeinander. Oder besser gesagt: Zeiten.

Auf der einen Seite: Die Moderne, beispielsweise in Berlin, wo der Bundestag am Freitag der "Ehe für alle" zugestimmt hat. Und auf der anderen: Das Mittelalter, zum Beispiel in Hamburg, wo ein König aus dem Morgenland seinen Thron zum G20-Gipfel Anfang Juli mitbringt, um ihn für die Dauer seines Aufenthaltes im Ballsaal eines Luxushotels aufzustellen.

Mit einem Hofstaat von mehreren Hundert Leuten wird König Salman ibn Abd al-Aziz von Saudi-Arabien zum G20-Gipfel anreisen. Als Herberge hat er unter anderem das komplette Nobelhotel Vier Jahreszeiten angemietet, für die Dauer einer kompletten Woche, wie Hoteldirektor Ingo Peters im Interview mit manager magazin online erläuterte. Der König bringe unter anderem einen Mitarbeiter mit, dessen Aufgabe ausschließlich darin besteht, dem Monarchen den Tee zuzubereiten, so Peters. Und die Hotelzimmer, sagt der Vier-Jahreszeiten-Chef, werden für den Hochwohlgeborenen zum Teil eigens umgebaut ("Ein paar Wände müssen umgesetzt werden").

Immerhin, das Gerücht, der König von Saudi-Arabien bringe auch Kamele mit ins Vier Jahreszeiten, in der verständlichen Sorge, er müsse andernfalls auf seine allmorgendlichen Goldbecher mit Kamelmilch verzichten, wurde bislang nicht bestätigt. Dafür kommen aber immer mehr andere Details ans Licht, und zwar darüber, welche Annehmlichkeiten sich weitere Staatschefs während ihres Verweilens in der Hansestadt zum G20-Gipfel gönnen wollen:

  • Schon seit Wochen arbeiten Bauarbeiter daran, das Hamburger Innenstadt-Idyll Planten & Blomen unter Anleitung des ehemaligen Profi-Golfers und heutigen Golfplatzarchitekten Jack Nicklaus in einen 18-Loch-Golf-Kurs für US-Präsident Donald Trump zu verwandeln (inklusive Neubaus eines Club-Hauses im amerikanischen Südstaaten-Stil, mit gold-gerahmten Covern des "Time"-Magazins, die Ausgabe vom 1. März 2009 ).
  • Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron lässt auf der großen Wiese im Hamburger Stadtpark einen originalgetreuen Nachbau von Schloss Versailles bei Paris errichten, um darin am ersten Gipfelabend eine kleine, aber feine Soiree für den engeren Kreis der Weltpolitik zu geben (einzige Teilnehmer also: Emmanuel Macron und Angela Merkel).

Ein Hengst für Putin, ein Zahnstocher für Erdogan

  • Für Chinas Staatspräsidenten Xi Jinping wurde neben zahlreichen Hotelzimmern auch die Hamburger Kongresshalle für eine komplette Woche angemietet. Darin sollen nach den anstrengenden Verhandlungstagen allabendlich rund tausend einheitlich gekleidete 70-jährige chinesische Männer auf Xi warten, um ihm etwa 15 Minuten lang Beifall zu klatschen. Danach will Xi jeweils spontan entscheiden, ob und wer von den Anwesenden möglicherweise durch seine Sicherheitskräfte verhaftet werden muss.
  • Für Russlands Präsidenten Wladimir Putin wird die Hamburger Polizei jeden Abend anderthalb Stunden lang das Alstertal im Gebiet der Walddörfer großräumig absperren. Putin plane dort auszureiten, ist aus Polizeikreisen zu hören, und zwar, wie gewohnt, lediglich mit einer Hose und einem Paar militärischer Springerstiefel bekleidet. KGB-Agenten suchen auf den zahlreichen Pferdehöfen in der Gegend bereits nach geeigneten Hengsten für den Präsidenten.
  • Kopfzerbrechen bereitet der Hamburger Polizei bislang der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoan. Erdogan wolle auf die Benutzung der sonst üblichen gepanzerten Limousine verzichten, heißt es. Stattdessen lasse er sich täglich in einer goldenen Sänfte, getragen von 16 anatolischen Jünglingen, zum Tagungsort bringen. Die Polizei rätselt schon seit Wochen, wie sie angesichts dessen die geplante Begleitung per Motorradeskorte bewerkstelligen soll.
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