Schweizer-Franken-Kredite Polnische Bank-Kunden müssen sich selbst helfen

Im Streit um teure Schweizer-Franken-Kredite erteilt Jaroslaw Kaczynski, Chef der Regierungspartei PiS polnischen Immobilienkäufern eine Absage. Der Staat werde die Kredite nicht auf Kosten der Banken in Zloty-Darlehen wandeln. Aktien auch einer Commerzbank-Bank-Tochter schießen hoch.
Kehrtwende im Streit um teure Franken-Kredite: Jaroslaw Kaczynski, Chef der Regierungspartei PiS

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Polnische Häuslebauer können im Streit über teure Schweizer-Franken-Kredite doch nicht auf Hilfe aus der Politik hoffen. Der Chef der Regierungspartei PiS, Jaroslaw Kaczynski, sagte am Freitag im staatlichen Rundfunksender Jedynka, die Bank-Kunden sollten nicht auf die Behörden warten, sondern die Sache in die eigene Hand nehmen und vor Gericht für ihr Recht kämpfen.

"Die Regierung kann keine Maßnahmen ergreifen, die beispielsweise das ganze Bankensystem erschüttern, weil das alle Bürger fürchterlich träfe - auch diejenigen, die Franken-Kredite aufgenommen haben." Ein solches Vorgehen sei unter allen Umständen ausgeschlossen.

Eine halbe Million Polen hatten vor allem in den Jahren 2007 und 2008 Immobilienkredite in Schweizer Franken aufgenommen, weil sie deutlich weniger Zinsen kosteten. Inzwischen hat sich der Effekt ins Gegenteil verkehrt, weil der Zloty seinen Wert im Vergleich zum Franken halbiert hat. Das trieb die Kosten für die Kreditnehmer nach oben.

Kaczynskis Äußerungen sind eine Kehrtwende. Er hatte stets gefordert, die Franken-Kredite auf Kosten der Banken in Zloty-Darlehen umzuwandeln. Der Parteichef gehört der Regierung nicht an, gilt aber als einflussreichster Politiker des Landes. Die polnische Finanzmarktaufsicht KNF hatte bereits gewarnt, dass ein Zwangsumtausch umgerechnet 15 Milliarden Euro kosten und das Finanzsystem damit ins Wanken bringen könnte.

Die Aktien der Banken, die davon betroffen wären, schossen an der Warschauer Börse nach oben. Getin Noble und Millennium waren mit einem Plus von 12 und 10 Prozent die größten Kursgewinner. Die Papiere der Commerzbank-Tochter mBank legten um 4 Prozent zu.

rei/Reuters
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