Donnerstag, 18. Juli 2019

Snowden-Affäre Obamas Moskau-Besuch auf der Kippe

Not amused: Solange sich Edward Snowden auf dem Moskauer Flughafen aufhält, will Obama angeblich nicht nach Russland kommen

Die Affäre um den Whistleblower Edward Snowden zieht weitere Kreise: Angeblich steht der geplante Besuch des US-Präsidenten Obama in Moskau Anfang September auf der Kippe, solange Snowden auf dem dortigen Airport weilt.  

Moskau - Die ohnehin belasteten Beziehungen zwischen den USA und Russland verschlechtern sich wegen des flüchtigen US-Geheimdienstexperten Edward Snowden offenbar rapide. US-Präsident Barack Obama drohe deswegen mit der Absage des langerwarteten Gipfeltreffens mit Kremlchef Wladimir Putin in Russland Anfang September, berichtete die Moskauer Zeitung "Kommersant" am Montag.

Falls sich der von den USA gejagte Snowden dann noch immer im Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo aufhielte, würde Obama auch nicht zum anschließenden G20-Gipfel am 5./6. September nach St. Petersburg reisen, schrieb das Blatt unter Berufung auf Quellen im US-Außenministerium.

Stattdessen würde nur Vizepräsident Joe Biden kommen. Der Kreml widersprach: Die Vorbereitungen auf den Obama-Besuch liefen weiter auf Hochtouren, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow der Agentur Itar-Tass.

Russland wies unterdessen erneut jede Verantwortung im Fall Snowden zurück. "Er ist auf seine eigene Initiative hin nach Moskau geflogen", sagte Alexej Puschkow, der Chef des Auswärtigen Ausschusses der Staatsduma. Zwar gebe es weiter keine Gründe, Snowden an die USA auszuliefern. "Aber natürlich wäre es besser, wenn die Situation bis zu Obamas Besuch in Moskau gelöst wäre."

cr/dpa-afx

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