Steiler Anstieg der Opferzahlen in USA RKI-Chef Wieler sieht Deutschland weiter "am Anfang einer Welle"

In den USA steigen die Infiziertenzahlen rasant. Lesen Sie die wichtigsten Entwicklungen zur Corona-Krise im Newsblog.
Corona-Hotspot New York (Times Square): Reisen nach Florida und in andere Bundesstaaten unterbinden

Corona-Hotspot New York (Times Square): Reisen nach Florida und in andere Bundesstaaten unterbinden

Foto: Kena Betancur / AFP

Sonntag, 8.16 Uhr: Nach Einschätzung des Chefs des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, droht in der Corona-Krise auch das deutsche Gesundheitssystem an seine Grenzen zu geraten. "Wir müssen damit rechnen, dass die Kapazitäten nicht ausreichen, ganz klar", sagte Wieler der"Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".  Mit Blick auf die vergleichsweise niedrige Sterberate in Deutschland warnte der Seuchenexperte

Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts.

Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts.

Foto: Jörg Carstensen/dpa

vor Illusionen: Dies sei vor allem darauf zurückzuführen, dass in Deutschland viel getestet werde.

Zustände wie in Italien seien auch in Deutschland möglich, warnte Wieler. "Wir können nicht ausschließen, dass wir hierzulande ebenfalls mehr Patienten als Beatmungsplätze haben."

Dass die Coronavirus-Pandemie in Deutschland im internationalen Vergleich relativ glimpflich verlaufe, liege auch an den von der Virusinfektion betroffenen Patienten, betonte der RKI-Chef. "Zunächst waren in Deutschland vornehmlich Menschen betroffen, die nicht zu den Risikogruppen zählen, denn viele Übertragungsketten standen in Verbindung zum Beispiel mit Skiurlauben. Wenn mehr Übertragungen in Altenheimen oder Krankenhäusern stattfinden, steht zu befürchten, dass der Anteil steigt."

Eine rasche Rückkehr zur Normalität hält Wieler für den falschen Weg aus der Krise. "Aus medizinischer Sicht möchte ich, dass wir alle die räumliche Distanzierung möglichst lange durchhalten", sagte er. Deutschland stehe "immer noch am Anfang der Welle". Die Menschen müssten die Pandemie "sehr ernst nehmen", mahnte der RKI-Chef.

Sonntag, 4.57 Uhr: Trotz der sich zuspitzenden Coronaviruskrise in den USA verzichtet Präsident Donald Trump vorerst auf eine weitreichende Abriegelung von Hotspots wie New York. "Eine Quarantäne wird nicht notwendig sein", schrieb Trump am Samstag (Ortszeit) auf Twitter und bezog sich damit auf zuvor geäußerte Überlegungen, besonders betroffene Landesteile unter Quarantäne zu stellen (siehe unseren Blogeintrag von Samstag, 18 Uhr). Unterdessen überschritt die Zahl der Coronavirus-Toten in den USA die Marke von 2000, wie aus einer Aufstellung der renommierten Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervorging. Am frühen Sonntagmorgen lag die Zahl der nachgewiesenen Infektionen bei mehr als 120.000 und damit höher als in jedem anderen Land der Welt.

Das geschah am Samstag, 28. März

Samstag, 18 Uhr: Die US-Regierung erwägt nach Aussage von Präsident Donald Trump in der Coronavirus-Krise, New York und andere besonders betroffene Landesteile abzuschotten. "Einige Leute würden New York gerne unter Quarantäne gestellt sehen, weil es ein Hotspot ist", sagte Trump am Samstag außerhalb des Weißen Hauses zu Reportern. Er spezifizierte, dass es bei den Überlegungen um Reisebeschränkungen für Bewohner von Regionen gehe, in denen sich besonders viele Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben. Neben New York werde auch über New Jersey und gewisse Teile von Conneticut nachgedacht, sagte Trump. Viele New Yorker würden derzeit nach Florida reisen. "Das wollen wir nicht", sagte Trump. Mit Blick auf mögliche Einschränkungen der Bewegungsfreiheit sagte Trump: "Ich würde es lieber nicht tun, aber vielleicht brauchen wir es."

17 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier arbeitet an umfassenden Plänen für die Wiederbelebung der Wirtschaft nach der Coronakrise. Die Rettungspakete alleine würden nicht reichen, sagt Altmaier im Interview mit der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". "Wir brauchen ein umfassendes Fitnessprogramm für die deutsche Wirtschaft." Das Konzept solle nicht nur klassische Konjunkturpakete umfassen, sondern auch strukturell die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft verbessern. So müsse der Rückstand bei der Digitalisierung aufgeholt werden und industrielle Produktion wie Arzneimittel und Biotech auch in Deutschland angesiedelt sein.

Peter Altmaier: "Fitnessprogramm für die deutsche Wirtschaft"

Peter Altmaier: "Fitnessprogramm für die deutsche Wirtschaft"

Foto: Tobias SCHWARZ/ AFP

16 Uhr - Irland hofft, die strikten Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus in etwa zwei Wochen wieder lockern zu können. Die am Freitag erlassenen Ausgangsbeschränkungen seien so einschneidend, dass sie nicht allzu lang aufrecht erhalten bleiben könnten, sagt Gesundheitsminister Simon Harris dem Sender RTE. Bis zum 12. April sollen die Iren zu Hause bleiben. Nur zum Einkauf von Lebensmitteln, für kurze sportliche Aktivitäten oder für absolut unerlässliche Familienbesuche dürfen sie ihre Wohnungen verlassen.

15.30 Uhr - Portugal will Migranten während der Krise als Ansässige ansehen. Voraussetzung seien Anträge auf Aufenthaltsgenehmigungen wie Asylanträge, teilen die Behörden mit. Damit solle sichergestellt werden, dass auch Migranten der Zugang zum Gesundheitssystem, Sozialleistungen, Bankkonten und Mietverträgen gewährleistet werden könne. Die Bestimmungen sollen ab Montag bis zunächst zum 1. Juli gelten. Im vergangenen Jahr erhielten laut Regierungsdaten von 580.000 im Land lebenden Immigranten 135.000 eine Aufenthaltsgenehmigung. In Portugal sind 5170 Infektionen mit dem Coronavirus bekannt. 100 Menschen starben daran.

15.00 Uhr - Russland will seine Grenzen ab dem 30. März schließen. Das gelte für alle Grenzposten, Fahrzeuge sowie Fußgänger und auch an den Seegrenzen, heißt es in einer am Samstag veröffentlichten Anordnung der Regierung. Ausgenommen seien unter anderem russische Diplomaten sowie Lastwagen. Internationale Flüge wurden bereits eingestellt. In Russland sind 1264 Coronavirus-Fälle gemeldet.

- In Großbritannien steigt die Zahl der Toten durch das Coronavirus auf 1019. Die Zahl sei in den 24 Stunden bis 18.00 Uhr MEZ am Freitag um 260 gestiegen. Bis Samstagmorgen hätten sich 17.089 Menschen mit dem Virus infiziert, teilt die Regierung mit.

- Die Bundeswehr bereitet sich auf weitere Transporte von Covid-19-Patienten vor und rüstet ihre Flotte dafür auf. Aktuell stünden ein A310 und ein A400M für medizinische Evakuierungen in Bereitschaft, sagt ein Sprecher der Luftwaffe. Jedes der Flugzeuge könne bis zu sechs Intensivpatienten aufnehmen. Zudem sollten ein weiterer A400M und eine C-160 Transall zu fliegenden Intensivstationen aufgerüstet werden. Darüber hinaus könne auch ein speziell ausgestatteter Hubschrauber des Typs CH-53 zum Einsatz kommen.

14 Uhr: Bundesjustizministerin Christine Lambrecht kritisiert Firmen für die Aussetzung von Mietzahlungen. Wenn finanzstarke Unternehmen ihre Mieten einfach nicht mehr zahlten, sei das unanständig und nicht akzeptabel, teilt sie mit. "Die Corona-Hilfsgesetze bieten hierfür keine Grundlage. Es gilt weiterhin: Mieter müssen selbstverständlich ihre Miete zahlen." Falls sie infolge der Krise in ernsthafte Zahlungsschwierigkeiten gerieten, könnte ihnen lediglich für einen begrenzten Zeitraum nicht gekündigt werden. Zahlreiche Firmen wie Adidas, die Schuhkette Deichmann oder der Elektronik-Anbieter Media-Saturn hatten angekündigt, von April an für ihre geschlossenen Shops keine Miete mehr zu zahlen.

Adidas zahlt wie viele andere Firmen keine Shopmieten mehr. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht findet das "unanständig" und "nicht akzeptabel"

Adidas zahlt wie viele andere Firmen keine Shopmieten mehr. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht findet das "unanständig" und "nicht akzeptabel"

Foto: Fabrizio Bensch/ REUTERS

12 Uhr - In Spanien ist die Zahl der Todesfälle binnen eines Tages um 832 auf 5690 gestiegen. Am Samstag wurden 72.248 Infektionen gemeldet nach 64.059 am Freitag, wie das Gesundheitsministerium mitteilt.

- Die Türkei stoppt Zugverbindungen zwischen den Städten und schraubt den inländischen Flugverkehr herunter. Von Mitternacht an würden nur noch größere Städte angeflogen, twittert der Chef von Turkish Airlines Bilal Eksi. Nach Angaben der Eisenbahnbehörde ist der Zugverkehr zwischen den Städten von Samstag an bis auf Weiteres ausgesetzt.

- Der japanische Premierminster Shinzo Abe warnt die Menschen davor, im Umgang mit den Vorsichtsmaßnahmen gegen das Coronavirus nachlässig zu werden. Das könnte die Zahl der Infektionen sprunghaft ansteigen lassen. Die Menschen sollten sich zudem nicht unnötig mit anderen treffen, sagt er bei einer Pressekonferenz in Tokio.

Beschränkungen gelockert: In der chinesischen Stadt Wuhan, dem Ursprung der Pandemie, dürfen wieder Züge fahren

Beschränkungen gelockert: In der chinesischen Stadt Wuhan, dem Ursprung der Pandemie, dürfen wieder Züge fahren

Foto: HECTOR RETAMAL/ AFP

11 Uhr - Die Abschottung der chinesischen Stadt Wuhan, von der aus sich das Coronavirus um die ganze Welt verbreitete, wird von heute an etwas gelockert. Züge fahren wieder in die Stadt und Arbeiter kehren zurück, nachdem Wuhan zwei Monaten lang komplett abgeriegelt war. Bis zum 8. April dürfen die Bürger die Stadt allerdings noch nicht verlassen. Die meisten Geschäfte bleiben geschlossen. Zudem gelten erhöhte Sicherheitsvorkehrungen. So müssen Zugreisende Masken tragen und sie müssen einen Gesundheitscode auf ihrem Handy installiert haben, wenn sie öffentliche Verkehrsmittel nutzen.

- Bundeskanzlerin Angela Merkel bedankt sich in einem auf der Internetseite der Bundesregierung veröffentlichten Podcast bei den Bürgern. "Wenn ich heute sehe, wie fast alle ihr Verhalten völlig umgestellt haben, wie die große Mehrheit von Ihnen wirklich jeden unnötigen Kontakt vermeidet, eben weil er auch ein Ansteckungsrisiko enthalten kann, dann möchte ich einfach sagen: Danke, von ganzem Herzen danke." Niemand könne sagen, wie lange diese schwere Zeit anhalte. Daher bitte sie: "Seien Sie geduldig." Noch signalisiere die Zahl der täglichen Neuinfektionen noch nicht, die Regeln zu lockern.

10 Uhr: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts von Samstag ist die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus in Deutschland auf 48.582 gestiegen, das sind 6294 mehr als am Vortag. Die Zahl der Toten beläuft sich inzwischen insgesamt auf 325 Tote, ein Plus zum Vortag von 55.

Airbus der Bundeswehr

Airbus der Bundeswehr

Foto: Boris Roessler/ dpa

9.30 Uhr: In Thailand haben die Behörden am Samstag 109 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus und einen Toten registiert. Damit steigt die Zahl der Infizierten in dem Land auf 1245, sechs Menschen sind gestorben. 17 der neu gemeldeten Ansteckungen seien wahrscheinlich eingeschleppt worden, erklärten die Behörden. In Thailand hatte die Regierung in dieser Woche den Notstand ausgerufen, der bis zum 30. April andauert.

9 Uhr: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer will den Lkw-Fahrern helfen. "Sie halten den Waren- und Güterverkehr am Laufen, sorgen für eine stabile Versorgung. Dafür müssen sie selbst ebenfalls gut versorgt werden, mit Essen, Toiletten und Duschen an Autobahnen und in Logistikzentren", sagte der CSU-Politiker. Daher wolle man gemeinsam mit der Logistikwirtschaft Wasch- und WC-Container aufstellen, wo sie benötigt werden, aber derzeit nicht vorhanden seien.

- In Tokio sind an einem Tag 50 neue Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden, wie der Sender NHK berichtet. An keinem anderen Tag seien bisher so viele neue Fälle in der japanischen Hauptstadt gemeldet worden. Die Gouverneurin Yuriko Koike hatte die mehr als zehn Millionen Menschen in Tokio und Umgebung dazu aufgefordert, bis zum 12. April das Haus nicht verlassen, wenn es nicht unbedingt nötig sei.

- Ein Medevac-Airbus der Bundeswehr ist am Morgen von Köln in Richtung Bergamo gestartet, um sechs italienische Covid-19-Patienten nach Deutschland auszufliegen. "In Zeiten größter Not ist es selbstverständlich, dass wir unseren Freunden zur Seite stehen", sagt Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer. "Deshalb holen wir mit unserer fliegenden Intensivstation jetzt Schwerstkranke aus Italien zur Behandlung nach Deutschland. Das ist ein wichtiges Zeichen der Solidarität. Europa muss zusammenhalten." Die Luftwaffen-Maschine wird gegen Mittag zurück in Köln erwartet. Von dort sollen sollen die Kranken auf zivile Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen verteilt werden.

8 Uhr: Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in den USA ist am Freitag so stark angestiegen wie noch nie zuvor an einem Tag. Die Behörden melden rund 18.000 neue Erkrankungen. Damit wächst die Zahl der bekannten Fälle auf mehr 103.000. Die USA verzeichnen die meisten bestätigten Ansteckungen weltweit. Erst am Donnerstag hatte das Land mit seinen Fallzahlen China und Italien überrundet - die beiden Pandemie-Brennpunkte in Asien und Europa. US-Präsident Donald Trump wendet nun das Kriegsgesetz "Defense Production Act" an, um die US-Industrie zur Produktion medizinischer Hilfsgüter zu zwingen

- Südkorea meldet 146 Neu-Infektionen. Die Gesamtzahl der bekannten Erkrankungen liegt damit jetzt bei 9478, wie die Zentren für Seuchekontrolle mitteilen.

Ausgangsbeschränkungen: Der Lockdown in Deutschland dauert bis mindestens 20. April

Ausgangsbeschränkungen: Der Lockdown in Deutschland dauert bis mindestens 20. April

Foto: Robert Michael / dpa

- Kanzleramtschef Helge Braun hält an dem Termin 20. April für bisher ergriffene Maßnahmen zur Virus-Eindämmung in Deutschland fest. "Wir reden jetzt bis zum 20. April nicht über irgendwelche Erleichterungen", sagt Braun dem "Tagesspiegel". Bis dahin blieben alle Maßnahmen bestehen, Läden, Restaurants, Schulen und die Universitäten seien geschlossen. "Rechtzeitig vor dem 20. stellen wir vor, wie es in der Phase danach weitergeht."

- Die von der Bundesregierung beschlossenen Milliarden-Hilfen für Firmen im Zuge der Corona-Krise werden einem Medienbericht zufolge stark nachgefragt. Wie eine Umfrage von "Bild" unter den Bundesländern ergab, gingen bei den zuständigen Stellen binnen weniger Tage mindestens 360.000 Anträge auf Soforthilfe von Selbstständigen und Kleinunternehmern ein. 138,5 Millionen Euro wurden demnach bereits zur Zahlung angewiesen. Den Großteil machten Zahlungen aus Bayern aus.

- In China ist die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen nach Angaben der Gesundheitsbehörden um 54 auf 81.394 gestiegen. Einen Tag zuvor waren 55 neue Fälle gemeldet worden. Die Zahl der Todesopfer stieg zuletzt um drei auf 3295.

- Brasilien verschärft im Kampf gegen die Virus-Krise die Einreiseregeln. Ausländer ohne Wohnsitz in Brasilien dürften nicht mehr per Flugzeug einreisen, teilt das Justizministerium mit. Das Verbot gelte ab Montag für 30 Tage.

Das Wichtigste vom Freitag, 27. März


21.30 Uhr - Die Zahlen steigen weiter rasant: In Deutschland sind bis Freitagnachmittag mehr als 48.300 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen mit mehr als 12.000 nachgewiesenen Fällen und 88 Toten sowie Bayern mit mindestens 10.180 Fällen und 60 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 9729 Fällen und 101 Toten. Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Hamburg mit einem Wert von 95,5 die meisten Infektionen. Mehr als 315 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Zwei weitere Deutsche starben nach Auskunft des Robert Koch-Instituts während einer Reise in Ägypten.

21.00 Uhr - Der Tourismuskonzern Tui bekommt einen Kredit von der staatlichen Förderbank KfW über 1,8 Milliarden Euro. "Die Tui AG hat heute die Zusage der deutschen Bundesregierung für eine Kreditlinie der KfW in Höhe von 1,8 Milliarden Euro erhalten, um die die bestehende 1,75 Milliarden Euro Kreditvereinbarung der Tui aufgestockt werden soll", teilte das Unternehmen am Freitag mit. Damit hätte Tui zum gegenwärtigen Zeitpunkt Finanzmittel und Kreditfazilitäten in Höhe von 3,1 Milliarden Euro zur Verfügung. Tui habe sich zur Beantragung des KfW-Kredits entschlossen, "um die beispiellosen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie abzufedern, bis der normale Geschäftsbetrieb wieder aufgenommen werden kann".

20.30 Uhr - Die EZB-Bankenaufsicht fordert die Geldhäuser im Euro-Raum angesichts Virus-Pandemie zum Verzicht auf Gewinnausschüttungen auf. Banken sollten mindestens bis zum 1. Oktober dieses Jahres keine Dividenden für die Finanzjahre 2019 und 2020 ausschütten, teilte die Europäischen Zentralbank (EZB) am Freitag in Frankfurt mit. Sie sollten zudem keine Aktien zurückkaufen. Die Institute sollten das Geld nutzen, um in den Zeiten der Virus-Krise Haushalte und Unternehmen mit Krediten zu unterstützen.

In die gleiche Richtung geht auch der Europäische Bankenverband (EBF), der seine Mitglieder wegen der Corona-Krise ebenfalls zum Verzicht auf Gewinnausschüttungen für 2020 aufruft. Bei Entscheidungen zur Dividende für 2019 mahnte der Verband in einem Brief an die EZB-Bankenaufsicht dagegen zur Vorsicht, um keine Spekulationen über die Krisenfestigkeit der Institute ins Kraut schießen zu lassen.

Die EZB ist seit Herbst 2014 für die Kontrolle der großen Geldhäuser im Euro-Raum zuständig. Aktuell überwacht sie 117 Institute, darunter die Deutsche Bank und die Commerzbank. Die Aufsicht über die kleineren Geldhäuser teilt sie sich mit den nationalen Behörden der Euro-Länder.

Esprit-Filiale in Düsseldorf: Der Modekonzern hofft auf eine Rettung per Insolvenzverfahren.

Esprit-Filiale in Düsseldorf: Der Modekonzern hofft auf eine Rettung per Insolvenzverfahren.

Foto: Barbara Sax/ dpa

19.30 Uhr - Der Modekonzern Esprit flüchtet angesichts der Corona-Krise mit mehreren seiner deutschen Gesellschaften in ein Schutzschirmverfahren nach deutschem Insolvenzrecht. Das geht aus einem Schreiben hervor, das Esprit-Chef Anders Kristiansen an Partner des Unternehmens gesandt hat, und das manager magazin vorliegt. Das Schutzschirmverfahren sei geschaffen, um Unternehmen vor Liquiditätsanforderungen zu bewahren, wie sie in nächster Zeit auf Esprit und andere zukommen, so Kristiansen. "Ich bin mir sehr sicher, dass dies der richtige Schritt für Esprit ist." Mit der Maßnahme solle das Überleben der Marke gesichert werden.

19.00 Uhr - US-Präsident Donald Trump hat den Autobauer General Motors (GM) wegen angeblich unzureichender Hilfe bei der Produktion von Beatmungsgeräten zur Bewältigung der Corona-Krise attackiert. "Wie üblich mit "diesem" General Motors, scheinen die Dinge einfach nie zu funktionieren", twitterte Trump am Freitag. Der Konzern halte sein Versprechen nicht ein, "sehr schnell" 40.000 Beatmungsgeräte zu liefern, behauptete er. Trump deutete an, nun das für Kriegszeiten vorgesehene Gesetz "Defense Production Act" einzusetzen, um stärker in die Privatwirtschaft eingreifen zu können.

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Der US-Präsident steht wegen seines Krisenmanagements und relativierenden Äußerungen zur Corona-Pandemie selbst heftig in der Kritik. Noch am Vorabend hatte er im Sender Fox News Zweifel an einem von US-Bundesstaaten beklagten Versorgungsmangel angebracht. "Ich glaube nicht, dass man 40.000 oder 30.000 Beatmungsgeräte braucht", sagte er in einer Talkshow. Ob der Einsatz des Kriegsgesetzes etwas an der Lage ändern würde, scheint indes unklar. Die Herstellung der benötigten Geräte gilt als sehr komplex und die Unternehmen beteuern, bereits auf Hochtouren an Lösungen zu arbeiten.

18.30 Uhr - Noch eine Meldung von der Hauptversammlungsfront: Der Pharmakonzern Bayer will angesichts der Corona-Krise sein Aktionärstreffen in diesem Jahr komplett online durchführen. "Wir begrüßen es, dass der Gesetzgeber in dieser außergewöhnlichen Lage den Weg für Online-Hauptversammlungen freigemacht hat", sagte der Vorstandsvorsitzende Werner Baumann am Freitag laut einer Mitteilung. Üblicherweise schreibt das Aktiengesetz vor, dass Vorstand, Aufsichtsrat und Eigentümer der Unternehmen physisch zusammenkommen.

Bei Bayer sollen die Aktionäre auf der digitalen Hauptversammlung am 28. April unter anderem der vorgeschlagenen Dividende von 2,80 Euro zustimmen. Sowohl Fragen als auch Abstimmungen können vorab - etwa per Briefwahl - eingereicht werden. Die Abstimmung ist auch am Tag selbst online noch möglich.

- Die Weltwirtschaft befindet sich nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) wegen der Coronavirus-Pandemie schon in einer Rezession. Die Wirtschaft in den USA und weiteren reichen Ländern schrumpfe bereits, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa am Freitag. Die Weltwirtschaft werde wegen des Virus in diesem Jahr eine "schwere" Rezession erleben, warnte Georgiewa. Auch die Industriestaaten-Organisation OECD erwartet wegen der Corona-Krise eine Rezession in vielen Volkswirtschaften.

Jeder Monat mit Ausgangsbeschränkungen werde das jährliche Wirtschaftswachstum um zwei Prozentpunkte drücken, warnte OECD-Generalsekretär Angel Gurría. Er nannte als eine besonders betroffene Branche den Tourismus. Ökonomen sprechen von einer Rezession, wenn die Wirtschaft in mindestens zwei Quartalen hintereinander schrumpft.

18.00 Uhr - Auch die Mitarbeiter von Aldi erhalten einen Bonus für ihren anstrengenden Einsatz in der Corona-Krise. Die Schwesterunternehmen Aldi Nord und Aldi Süd kündigten am Freitag an, dafür insgesamt 20 Millionen Euro auszugeben. Zuvor hatten bereits Rewe, Lidl, Kaufland und Real Bonuszahlungen für ihre Mitarbeiter angekündigt. Die Prämien sollen auch bei Aldi aus steuerlichen Gründen in Form von Warengutscheinen ausgeschüttet werden. Die Bonuszahlungen variieren je nach Tätigkeit zwischen 100 und 250 Euro pro Kopf.

17.30 Uhr - Der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof hat nach einem Zeitungsbericht Staatshilfen beantragt, um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise abfedern zu können. Wegen der zur Bekämpfung der Pandemie angeordneten Schließung der Warenhäuser befinde sich ein Großteil der Filialbeschäftigten inzwischen in Kurzarbeit, berichtete die "Lebensmittel Zeitung" am Freitag unter Berufung auf Insider. Ein Unternehmenssprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. Die angeordneten Ladenschließungen für die meisten sogenannten Non-Food-Geschäfte stellen zurzeit viele deutsche Handelsketten vor große Probleme, weil plötzlich der Umsatz fehlt, die Kosten aber weiterlaufen.

Zu Art und Umfang des angefragten, möglichen staatlichen Hilfspakets machte die Zeitung keine Angaben. Das Geschäft in den Warenhäusern ruht zum großen Teil, aber nicht komplett. Rund 50 Lebensmittelabteilungen des Unternehmens sind noch offen. Auch extern vermietete Lebensmittel- und Drogerie-Flächen, die separat gut zugänglich sind, sind weiterhin geöffnet. Außerdem arbeiten die Abteilungen, die aus den Filialen heraus Waren für den Online-Shop verschicken.

17.00 - Der Effekt war kürzlich auch schon in Peking zu beobachten: Die Luftverschmutzung in Großstädten Europas ist seit der Einführung von Ausgangsbeschränkungen wegen des Coronavirus nach Daten der europäischen Raumfahrtagentur Esa zurückgegangen. Satellitendaten hätten einen starken Rückgang der Stickstoffdioxid-Konzentrationen insbesondere in Mailand, Paris und Madrid gezeigt, teilte die Esa am Freitag mit. In Italien, Spanien und Frankreich sind im Kampf gegen die Ausbreitung von Sars-CoV-2 strenge Ausgangssperren in Kraft. Die Menschen dort sollen das Haus nur noch aus triftigen Gründen verlassen.

16.30 Uhr - Und noch eine Absage: Der Autobauer Volkswagen verschiebt aufgrund der Coronavirus-Pandemie seine Hauptversammlung. Das ursprünglich für den 7. Mai geplante Treffen werde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, teilte das Dax -Unternehmen am Freitag in Wolfsburg mit. Ein Termin stehe noch nicht fest.

Mit der Absage reiht sich Volkswagen in eine Reihe von Unternehmen ein, die ihre Aktionärstreffen wegen der Coronakrise ebenfalls abgesagt haben - darunter etwa die Dax-Konzerne Daimler , Deutsche Telekom , Merck KGaA und Beiersdorf und Henkel . Auch der Lkw- und Busbauer Traton hatte am heutigen Freitag verkündet, das Aktionärstreffen zu verschieben. Die Bundesregierung hatte erst in dieser Woche ein Gesetzespaket auf den Weg gebracht, wonach die Konzerne virtuelle Hauptversammlungen abhalten können. Absagen gibt es dennoch weiterhin.

Bild aus besseren Zeiten: Bundesligapartie Schalke gegen Frankfurt am 15. Dezember vergangenen Jahres. Inzwischen ruht der Spielbetrieb wegen der Corona-Krise.

Bild aus besseren Zeiten: Bundesligapartie Schalke gegen Frankfurt am 15. Dezember vergangenen Jahres. Inzwischen ruht der Spielbetrieb wegen der Corona-Krise.

Foto: Vennenbernd / dpa

16.00 Uhr - Andere Bundesligisten haben bereits vorgelegt, jetzt gibt es auch in Gelsenkirchen eine Einigung: Der FC Schalke 04 und seine Fußball-Profis haben sich in der Corona-Krise auf einen teilweisen Verzicht auf Gehälter und Prämien geeinigt. Wie der Bundesligist am Freitag mitteilte, umfasst die Vereinbarung eine prozentuale Aussetzung ihrer Bezüge zunächst bis zum 30. Juni 2020.

"Diesen überaus wertvollen Beitrag begründete der Mannschaftsrat vor allem damit, dem Verein und damit knapp 600 Mitarbeitern der Königsblauen Unterstützung zum sicheren Erhalt ihrer Arbeitsplätze leisten zu wollen", hieß es in der Mitteilung des Revierclubs. Der dreiköpfige Vorstand mit Alexander Jobst, Peter Peters und Jochen Schneider sowie der Trainer- und Betreuerstab und weitere Mitarbeiter würden "ebenfalls ihren finanziellen Beitrag leisten". Medien zufolge verzichten unter anderem beim FC Bayern, bei Borussia Dortmund sowie bei Borussia Mönchengladbach ebenfalls Fußballprofis auf Gehaltsteile wegen der außergewöhnlichen Situation.

- Zahlen vom Flughafen München machen deutlich, wie drastisch der momentane Ausnahmezustand in der Luftfahrt wirklich ist. Demnach haben die Reisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie den Verkehr auf dem Airport komplett einbrechen lassen. In dieser Woche erreiche die Zahl der Starts und Landungen "nicht einmal mehr zehn Prozent des Vorjahresniveaus - das Passagieraufkommen liegt bei rund fünf Prozent", teilte der zweitgrößte Airport Deutschlands am Freitag mit. Für Rückkehrer nach Deutschland und für wichtige Frachtgüter werde der Betrieb aufrechterhalten.

"Wir erleben eine in dieser Größenordnung nie da gewesene Krise des weltweiten Luftverkehrs, und ein Ende ist nicht absehbar", sagte Flughafenchef Jost Lammers. Um die bevorstehende längere Durststrecke zu überstehen, spare der Flughafen bei Personal- und Sachkosten. "Die Auswirkungen der Corona-Krise sind massiver als die Folgen der Anschläge vom 11. September 2001 oder der weltweiten Finanzkrise von 2008", sagte Lammers.

15.30 - Nach der Aussetzung oder Kürzung der Dividende bei mehreren Unternehmen im Zuge der Corona-Krise rechnen Experten mit weiteren Nachzüglern aus dem Leitindex Dax . "Unsere Unternehmensanalysten halten auch für Continental , Covestro und HeidelbergCement eine Reduzierung der bereits angekündigten Dividende für möglich", schrieb Aktienexperte Andreas Hürkamp von der Commerzbank am Freitag in einer Studie. Aus dem Dax haben zuletzt die Lufthansa und der Triebwerksbauer MTU ihre Dividende gestrichen. Ähnliche Schritte gab es zudem bei mittelgroßen Unternehmen aus dem MDax und bei den Nebenwerten im SDax .

Für Aktien aus den Bereichen Auto, Chemie und Industrie sei zwar zunächst davon auszugehen, dass die angekündigte Dividende gezahlt werde, hieß es in der Studie weiter. Aber: "Je länger jedoch die Coronavirus-Unsicherheit und der weitgehende Stillstand der Wirtschaft anhält, desto wahrscheinlicher werden auch hier verspätete Abschläge auf die Dividendenankündigungen."

14.30 Uhr - Im Rahmen des umfangreichen Gesetzespakets zum Kampf gegen die Corona-Krise hat die Bundesregierung auch die Möglichkeit geschaffen, dass Unternehmen ihre Hauptversammlungen virtuell, ohne Anwesenheit der Aktionäre also, durchführen können. Das finden aber offenbar nicht alle Konzerne überzeugend. Trotz der neuen Möglichkeiten verschiebt nun auch der Lkw- und Busbauer Traton seine Hauptversammlung. Dabei war das Treffen erst für den 28. Mai geplant. Ein neuer Termin stehe noch nicht fest, so Traton. Damit verbunden sei auch eine zeitliche Verschiebung der Dividendenzahlung, hieß es weiter.

Mit der Absage reiht sich Traton in eine Reihe von Unternehmen ein, die ihre Aktionärstreffen wegen der Coronakrise ebenfalls abgesagt haben - darunter die Dax-Konzerne Daimler , Deutsche Telekom , Merck KGaA und Beiersdorf .

- In der Corona-Krise ändert sich das Kaufverhalten der Menschen offenbar auf bemerkenswerte Weise. Weil viele Berufstätige gegenwärtig von Zuhause arbeiten und ihre Kollegen bestenfalls gelegentlich in Videokonferenzen zu Gesicht bekommen, kümmern sie sich offensichtlich auch nicht mehr so sehr um ihre Äußeres - jedenfalls nicht, wenn es nicht zu sehen ist. Darauf lassen Interviewaussagen von Dan Bartlett schließen, hochrangiger Manager beim US-Einzelhändler Walmart. Laut Bartlett kaufen die Leute gegenwärtig vor allem Oberteile, aber kaum Hosen. "Diese Verhaltensänderung wird sich fortsetzen, weil sich immer mehr Menschen an die neue Situation anpassen", so der Manager gegenüber Yahoo Finance .

13.30 Uhr - Die Arbeitslosenquote in den USA könnte einem führenden Notenbanker zufolge zum Höhepunkt der Krise bis auf einen niedrigen bis mittleren Wert im Bereich zwischen 10 und 20 Prozent steigen. Bis zum Ende des Jahres könne sie dann schnell wieder auf sieben oder acht Prozent sinken, sagt der Präsident des Ablegers der Federal Reserve in Dallas, Robert Kaplan.

- Die Zahl der Coronavirus-Todesfälle in der Schweiz ist nach amtlichen Angaben von 161 auf 197 gestiegen. Bei 12.161 Personen sei die Krankheit bestätigt worden. Dies entspreche einem Anstieg um 1390 im Vergleich zum Donnerstag.

- Die spanischen Behörden machen statistisch eine allmähliche Stabilisierung beim Anstieg der Zahl der Corona-Todesfälle aus. "Prozentual gesehen entspricht der heutige Anstieg ungefähr dem der letzten drei Tage, in denen wir eine deutliche Stabilisierung zu sehen scheinen", sagte der Leiter der Behörde für Gesundheitsnotfälle, Fernando Simon, am Freitag. Übernacht sei die Zahl der Virus-Todesfälle in Spanien um 769 auf 4858 gestiegen. Zudem wurden 7871 Neuinfektionen bestätigt. Damit seien nunmehr 64.059 Erkrankungen registriert. 9444 davon seien Mitarbeiter im Gesundheitswesen.

13.30 Uhr - Nach Adidas und Deichmann hat auch die Modekette Hennes & Mauritz angekündigt, die Mietzahlungen für die 460 derzeit geschlossenen Filialen in Deutschland vorläufig auszusetzen. Das Unternehmen habe die Vermieter bereits in der vergangenen Woche über diesen Schritt informiert, sagte eine Unternehmenssprecherin am Freitag. Derzeit würden alle Unternehmensaktivitäten von H&M mit dem Ziel der Kosten- und Risikominimierung auf den Prüfstand gestellt. Das Unternehmen hoffe aber, bald mit den Vermietern eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu finden. Schon zuvor hatte die "Financial Times" berichtet, dass H&M in Großbritannien mit Vermietern in Verhandlungen sei.

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Pandemie trifft Weltwirtschaft: Chronik der Corona-Krise

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13.15 Uhr - Im Großraum Paris stehen in den Kliniken nach Angaben des französischen Krankenhausverbands kaum noch Betten für Intensivpatienten zur Verfügung. "In 24 oder 48 Stunden werden wir am Rand unserer Kapazitäten sein." Dann komme es darauf an, dass sich andere Regionen solidarisch zeigten und Patienten übernähmen. Ministerpräsident Edouard Philippe sagte, Frankreich werde von einer "extrem hohen epidemischen Welle" überschwappt. Für das gesamte Gesundheitssystem sei das eine erhebliche Belastung. Mehr als ein Viertel der 29.000 bestätigten Infektionen in Frankreich entfallen auf Paris und seine Vorstädte. Knapp 1700 Menschen sind gestorben, darunter am Donnerstag eine 16-Jährige ohne Vorerkrankungen. Nach Angaben des französischen Gesundheitsministeriums ist die Jugendliche an einer besonders aggressiven Form des Coronavirus gestorben, die "extrem selten" bei jungen Leuten ist.

- Auch die Klinik in Nürtingen in Baden-Württemberg an ihre Kapazitätsgrenzen gelangt. Am Donnerstag wurden der "Stuttgarter Zeitung" zufolge Beatmungs-Patienten im Alter von 36 bis 60 Jahr in andere Kliniken verlegt.

13.00 Uhr - Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet spricht sich gegen eine vorzeitige Lockerung der Maßnahmen gegen den Corona-Virus aus. Es sei vereinbart worden, nach Ostern zu beraten, ob etwa Kitas und Schulen wieder geöffnet werden könnten. Bis dahin müssten die Maßnahmen durchgehalten werden. "So ein Zustand wie jetzt ist ein halbes, ist ein Dreivierteljahr, ist ein Jahr lang nicht durchhaltbar. Das muss auch jedem klar sein", fügte er hinzu.

- Die Coronavirus-Daten in Spanien signalisieren nach Behördenangaben eine allmähliche Stabilisierung bei der Zahl der Todesfälle. "Prozentual gesehen entspricht der heutige Anstieg ungefähr dem der letzten drei Tage, in denen wir eine deutliche Stabilisierung zu sehen scheinen", sagt der Leiter des Gesundheitsnotdienstes, Fernando Simon. Die Zahl der Virus-Todesfälle in Spanien stieg über Nacht um 769 auf 4858, während die Gesamtzahl der Infizierten um 7871 auf 64.059 zulegte.

Luigi Di Maio: "Keine Zeit für Papierkram"

Luigi Di Maio: "Keine Zeit für Papierkram"

Foto: Alessandro Di Meo/EPA-EFE/REX

12.30 Uhr - Das Ergebnis des EU-Krisengipfels zu den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie hat in Italien heftige Kritik ausgelöst. "Das Wort Loyalität hat für uns großes Gewicht. Wir erwarten, dass Europa seinen Teil dazu beiträgt", erklärte Außenminister Luigi Di Maio am Freitag auf Facebook. Mit "schönen Worten" könne man nichts anfangen. "Wir haben den anderen Mitgliedstaaten gesagt, dass Italien alles Geld ausgeben wird, um unseren Bürgern zu helfen, und jetzt ist nicht die Zeit, Parameter, Papierkram und Bürokratie zu berücksichtigen", sagte Di Maio. "Denn wenn man einen Krieg führt, muss man schnell handeln und das Land mit aller Kraft verteidigen."

Auch EU-Parlamentspräsident David Sassoli hat den EU-Mitgliedstaaten Verantwortungslosigkeit im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise vorgeworfen. "Ich hätte von den Staats- und Regierungschefs eine stärkere Übernahme von Verantwortung erwartet", erklärte Sassoli am Freitag. Einige Regierungen hätten bei der Debatte um Finanzhilfen für finanziell schwächere Länder "Kurzsichtigkeit" und "Egoismus" an den Tag gelegt.

Der britische Premierminister Boris Johnson ist positiv auf das Coronavirus getestet worden

Der britische Premierminister Boris Johnson ist positiv auf das Coronavirus getestet worden

Foto: Andrew Parsons/No 10 Downing Street/Handout via Xinhua/dpa

12.20 Uhr - Der britische Premierminister Boris Johnson hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte Johnson am Freitag per Kurznachrichtendienst Twitter mit. "In den vergangenen 24 Stunden habe ich milde Symptome entwickelt und bin positiv auf das Coronavirus getestet worden", sagte Johnson am Freitag. "Ich isoliere mich jetzt selbst, aber ich werde weiterhin die Reaktion der Regierung per Videokonferenz anführen, während wir dieses Virus bekämpfen."

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12 Uhr - Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hofft auf eine baldige Besserung in der Corona-Krise. "Je schneller es gelingt, die Ausbreitung des Erregers auf ein kontrollierbares Ausmaß zurückzudrängen, desto eher kann die wirtschaftliche Entwicklung wieder Fahrt aufnehmen", heißt es in einem Brief des Ministers an die führenden Wirtschaftsverbände.

- Die Sport- und Freizeitartikel-Messe "Outdoor by Ispo", die vom 28. Juni bis 1. Juli in München stattfinden sollte, ist abgesagt.

11.45 Uhr - Die Corona-Krise setzt auch Galeria Karstadt Kaufhof zu. Es scheint sogar unklar, ob der Warenhauskonzern ohne Unterstützung die März-Gehälter für die rund 30.000 Mitarbeiter wird zahlen können. So stellt sich die Situation nach Information des Fachmagazins "Textilwirtschaft" in Kreisen dar, die mit dem Thema vertraut sind. Laut dem Blatt hat sich der Betriebsrat in einem Brief an die Politik gewandt, auch die Unternehmensführung soll um finanzielle Unterstützung angefragt haben.

- Im Kreml hat sich erstmals ein Mitarbeiter mit dem hochansteckenden Coronavirus infiziert. Er könne einen Fall bestätigen, sagte Sprecher Dmitri Peskow am Freitag in Moskau der Agentur Interfax zufolge. Der Mitarbeiter hatte demnach keinen Kontakt zu Präsident Wladimir Putin gehabt. Der Kremlchef selbst setze seine Arbeit wie gewohnt fort, werde nun aber besser geschützt.

- Die deutsche Reise- und Luftverkehrsbranche fordert angesichts der Coronavirus-Krise eine vorübergehende Aussetzung der Erstattung von stornierten Pauschalreisen und Flügen. Den erheblichen Fixkosten der Unternehmen stünden praktisch keine Einnahmen mehr gegenüber, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Schreiben des Deutschen Reiseverbands (DRV), des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft und des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Bundesrat beschließt Hilfspaket

Bundesrat beschließt Hilfspaket

Foto: picture alliance / dpa

11.30 Uhr - Der Bundesrat hat am Freitag endgültig das milliardenschwere Hilfspaket mit Maßnahmen zur Rettung von Arbeitsplätzen und Unternehmen, zur Unterstützung von Krankenhäusern sowie zur Sicherung von Lebensunterhalt und Wohnung der Bürger beschlossen. Die Beschlüsse fielen einstimmig. Die ersten Gelder sollen damit noch vor dem 1. April bei den Betroffenen ankommen.

- Die Bundeswehr setzt zur Unterstützung von Bundesländern und Kommunen in der Corona-Krise 15.000 Soldaten ein. Diese Männer und Frauen seien nicht in Verpflichtungen wie die laufenden Auslandseinsätze eingebunden und stünden nun "in abgestufter Verfügungsbereitschaft", sagte Generalleutnant Martin Schelleis, der den militärischen Unterstützungseinsatz koordiniert und führt, am Freitag in einer telefonischen Pressekonferenz. Bundesweit werde es vier regionale Führungsstäbe geben. Volle Einsatzbereitschaft sei in der kommenden Woche geplant. Die Bundeswehr sei auf eventuelle Lageverschärfungen vorbereitet.

- Der Reisekonzern DER Touristik will für seine Veranstalter und zwei Zentralbereiche in Deutschland ab 1. April für rund sechs Monate Kurzarbeit einführen. "Die weltweite Reisewarnung macht das Organisieren, Verkaufen und Durchführen von Reisen aktuell unmöglich", erklärte Ingo Burmester, Zentraleuropa-Chef von DER Touristik, den Schritt mit Blick auf die Coronavirus-Krise. Demnach werde vom 1. April bis zum 30. September 2020 Kurzarbeit von bis zu 80 Prozent eingeführt.

- Etwa jede zweite bestätigte Infektion mit dem neuartigen Coronavirus sowie zwei Drittel aller damit verbundenen Todesfälle gehen bislang auf Europa zurück. Wie das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) am Freitag auf Twitter mitteilte, wurden bis Donnerstagvormittag weltweit 467 710 Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 nachgewiesen, davon 232 470 in den Ländern der Europäischen Union, des Europäischen Wirtschaftsraums sowie in Großbritannien. Weltweit starben demnach bis zu dem Zeitpunkt 20 947 Menschen an der Covid-19-Erkrankung, darunter 13 692 in Europa.

Antikörper-Studie soll herausfinden, wie hoch die Immunität von Corona-Genesenen ist

Antikörper-Studie soll herausfinden, wie hoch die Immunität von Corona-Genesenen ist

Foto: HANDOUT/ AFP

11 Uhr: Eine große Antikörper-Studie soll einem Medienbericht zufolge untersuchen, wie viele Menschen in Deutschland nach einer durchgemachten Infektion bereits gegen das neuartige Coronavirus immun geworden sind. Die Studie sei in Vorbereitung und solle koordiniert werden von dem Epidemiologen Gerard Krause vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig, berichtet der "Spiegel". Beteiligt seien unter anderem das Robert-Koch-Institut (RKI) und das Institut für Virologie der Berliner Charité. Noch sei das Projekt zwar nicht endgültig bewilligt, doch die Forscher hofften, ab April das Blut von über 100.000 Probanden auf Antikörper gegen den Covid-19-Erreger untersuchen zu können. Erste Ergebnisse könnten Ende April vorliegen und eine Entscheidung über eine Lockerung der Beschränkungen des öffentlichen Lebens erleichtern.

- Beschäftigte in versorgungsrelevanten Bereichen sollen während der Coronavirus-Krise eine monatliche Prämie von 500 Euro von ihren Arbeitgebern erhalten. Das forderte Verdi-Chef Frank Werneke am Freitag.

- Die in Bayern geltenden Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Krise bleiben weiter in Kraft: Der Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs lehnte es ab, diese durch einstweilige Anordnung außer Vollzug zu setzen, wie das Gericht am Freitag mitteilte.

NRW verschiebt Abitur

NRW verschiebt Abitur

Foto: Thomas Warnack/ DPA

10.30 Uhr - Nordrhein-Westfalen verschiebt die Abiturprüfungen. Das berichtet DER SPIEGEL. Neuer Starttermin soll der 12. Mai sein.

Das Forschungsinstitut Prometeia rechnet wegen der Corona-Krise mit einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Italien von 6,5 Prozent in diesem Jahr. Zugleich werde die Verschuldung der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone bis zum Jahresende auf 150 Prozent des BIP steigen, erklären die Experten aus Bologna. Die EU-Obergrenze liegt bei 60 Prozent, das hoch verschuldete Italien liegt allerdings bereits seit längerem deutlich darüber.

- Flächendeckende Corona-Tests wie in Südkorea seien in Deutschland undurchführbar, sagt Ute Teichert, Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, dem Nachrichtenportal t-online. "Dafür haben wir zu wenig Laborkapazität und zu wenig Personal." Das sei in den vergangenen Jahren auch noch zusammengespart worden - die Zahl der Amtsärzte um rund ein Drittel in den vergangenen 18 Jahren. In Berlin sei zudem jede vierte Amtsarztstelle unbesetzt, wird Teichert weiter zitiert.

10.00 Uhr - Trotz leicht sinkender Neu-Infektionen mit dem Coronavirus ist Norditalien nach Einschätzung eines Experten noch nicht über den Berg. Der Höhepunkt stehe noch bevor, sagte der Medizinische Direktor der Gesundheitsbehörde der Provinz Bergamo, Carlo Alberto Tersalvi, am Freitag im Deutschlandfunk. Es sei zu früh, von einer Trendwende zu sprechen. Es sei ein erstes "gutes Signal", dass sich das Tempo der bestätigten Neuinfektionen verlangsamt habe.

- Schlagersängerin Andrea Berg und ihre Familie haben in der Coronakrise vorübergehend einen Flügel ihres Hotels Sonnenhof in Aspach als Bettenreserve zur Verfügung gestellt. Wie die Familie Ferber auf der Homepage des Hotels in Baden-Württemberg bekannt gab, reagieren die Hoteliers damit auf die Bitten des Landratsamtes und der Rems-Murr-Kliniken. In dem Hotel sollen keine Covid-19 Patienten unterkommen, sondern Menschen, die nach einem Krankenhausaufenthalt nicht sofort in Rehakliniken, Senioren- und Pflegeheime aufgenommen werden oder in diese zurückkehren können. Die Kliniken sollen damit entlastet und Betten für die Behandlung von Covid-19 Patienten frei gehalten werden. Es handele sich um einen Notfallplan, zunächst werde von den Bettenreserven noch kein Gebrauch gemacht.

- Malaysia stockt seine finanziellen Hilfen zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie kräftig auf. Die Regierung stellt ein umgerechnet 52,45 Milliarden Euro schweres Konjunkturpaket vor, das betroffene Bürger, Unternehmen und das Sozialsystem unterstützen soll. Im Februar hatte die Regierung bereits ein Hilfspaket im Umfang von 4,2 Milliarden Euro geschnürt. Die Zahl der bestätigten Infektionen in Malaysia hat sich diese Woche auf über 2000 verdoppelt. 23 Todesfälle wurden bislang erfasst.

9.30 Uhr - Nach massiven Druck der Aufseher ruft der Europäische Bankenverband (EBF) seine Mitglieder wegen der Corona-Krise zum Verzicht auf Gewinnausschüttungen für 2020 auf. Bei Entscheidungen zur Dividende für 2019 mahnte der Verband in einem Brief an die EZB-Bankenaufsicht dagegen zur Vorsicht, um keine Spekulationen über die Krisenfestigkeit der Institute ins Kraut schießen zu lassen. Bafin-Chef Felix Hufeld und zahlreiche Aufsichtsbehörden in Europa hatten den Banken wegen der Corona-Krise einen Verzicht auf Gewinnausschüttungen nahegelegt. Das Geld sollten sie vielmehr nutzen, um ihren Kunden in der Krise beizustehen und ihre eigene Stabilität zu gewährleisten.

- Der französisch-italienische Brillenkonzern Essilorluxottica hat seine Finanzprognose zurückgezogen und vor einem Gewinnrückgang im zweiten Quartal aufgrund der Coronavirus-Pandemie gewarnt. "Im zweiten Quartal erwartet das Unternehmen eine weitere Verlangsamung des Umsatzes mit wesentlichen Auswirkungen auf die Rentabilität", teilte der Hersteller von Ray-Ban-Brillen mit. Derzeit setze EssilorLuxottica einen Notfallplan um. Dieser sehe Maßnahmen zur Kosten- und Liquiditätskontrolle vor sowie den vorübergehenden Stopp von nicht-kritischen Investitionen. Zudem werde die Gesamtkapazität an die aktuelle Nachfrage anpasst.

- Der britische Flughafendienstleister John Menzies wird weltweit mehr als 17.500 Stellen abbauen. Dies kündigt das Unternehmen an. Zugleich will es mit der britischen Regierung über Staatshilfen sprechen. Bisher erfülle man die Bedingungen nicht, berichtet Reuters.

9.00 Uhr - Der schwedische Modehändler Hennes & Mauritz (H&M ) will einem Bericht zufolge in Großbritannien wegen der virusbedingten Ladenschließungen die Aussetzung seiner Miete durchsetzen. In einem Schreiben habe das Unternehmen seine Vermieter darum gebeten, Bedingungen zuzustimmen, mit denen es die Mietzahlung bei einmonatiger Vorankündigung einstellen könnte, berichtete die "Financial Times" am Freitag. Voraussetzung sei, dass "die Handelsbedingungen bis zum 24. Juni 2020 nicht wieder auf ihr Ausgangsniveau von vor der Covid-19-Krise zurückgekehrt sind".

- Im Kampf gegen die Corona-Pandemie sollen in Russland ab Samstag alle Cafés und Restaurants für gut eine Woche schließen. Die russischen Regionen seien angewiesen worden, den Gastronomiebetrieb bis zum 5. April einzustellen, ausgenommen seien Lieferdienste, hieß es am Freitag in einem Dekret von Ministerpräsident Michail Mischustin. Die Regionalbehörden wurden zudem angewiesen, den Bürgern zu empfehlen, Reisen einzuschränken.

- Nachdem sich die Spannungen zwischen China und den USA im Zuge der Corona-Krise zuletzt verschärft hatten, haben beide Seiten nun versöhnlichere Töne angeschlagen. Die beiden Länder sollten sich zusammentun, um die Coronavirus-Pandemie zu "bekämpfen", sagte Chinas Präsident Xi Jinping einem staatlichen Medienbericht zufolge in einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump am Freitag. Trump schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter von einem "sehr guten Gespräch". China habe "viel durchgemacht und sich umfassendes Wissen über das Virus" angeeignet. "Wir arbeiten eng zusammen", schrieb Trump.

- Ungarns Regierung verhängt eine zweiwöchige, weitgehende Ausgangssperre ab Samstag. Einkäufe und körperliche Betätigungen im Freien in begrenztem Rahmen sind weiterhin erlaubt, allerdings gilt ein Kontaktverbot, wie Ministerpräsident Viktor Orban mitteilt. Die Polizei werde auf die Einhaltung der Vorschriften achten. Der Höhepunkt der Krankheitswelle sei in Ungarn im Juni oder Juli zu erwarten. Aktuell sind in dem Land 300 Infektionen und zehn Todesfälle bestätigt. Die tatsächlichen Zahlen dürften aber höher sein, sagt Orban.

- Sony stellt die erst Anfang Februar angehobene Gewinnprognose wegen der Corona-Krise wieder in Frage. Zugleich geht der japanische Elektronik-Riese davon aus, dass in dem noch bis Ende März laufenden Geschäftsjahr trotz der negativen Effekte zumindest der zuvor angepeilte Gewinn von 540 Milliarden Yen (aktuell 4,5 Mrd Euro) noch erreicht werden kann. Sony hatte die Prognose im Februar um 50 Milliarden Yen angehoben, aber schon damals vor Coronavirus-Risiken gewarnt. Der Konzern sei auch nicht sicher, ob die Quartalszahlen rechtzeitig zum geplanten Termin am 30. April zusammengerechnet werden können.

- Europas größter Schuhhändler Deichmann hat einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge die Vermieter seiner 1200 Filialen in Deutschland um Zugeständnisse gebeten. In einem Brief der Unternehmens-Zentrale heißt es demnach, wegen der Corona-Pandemie sehe sich das Unternehmen "leider gezwungen, die Miet- und Nebenkostenzahlung vorübergehend ab dem Monat April" auszusetzen.

8.30 Uhr - Die Auswirkungen der Corona-Krise schlagen laut einer Umfrage des Ifo Instituts nun auch auf die Personalplanung durch. Das zugehörige Beschäftigungsbarometer ist im März um 4,6 auf 93,4 Punkte gefallen, teilte das Ifo-Institut am Freitag in München mit. Dies sei der größte Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2002 und der niedrigste Wert seit Januar 2010. Neueinstellungen würden gestoppt, hieß es weiter. Besonders betroffen sind laut den Umfrageergebnissen der Handel, die Dienstleister und die Baubranche.

- FDP-Chef Christian Lindner hat die Debatte über Lockerungen der coronabedingten Einschränkungen begrüßt. Das sei ein "positives Zeichen" für die Menschen im Land, sagte er am Freitag im Deutschlandfunk. Wann dafür der richtige Zeitpunkt sei, müssten aber die Gesundheitsexperten entscheiden. Dennoch sollte das staatliche Handeln auf die Frage gerichtet sein, wann es wieder ein normales Leben geben könne. Auf Dauer seien die Beschränkungen "untragbar" auch für die wirtschaftliche Entwicklung im Land. Kanzlerin Angela Merkel hält es hingegen für viel zu früh, über eine Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu sprechen. Sie wolle "sehr klar sagen, dass im Augenblick nicht der Zeitpunkt ist, über die Lockerung dieser Maßnahmen zu sprechen."

- Der Umsatz der Handwerksbetriebe in Deutschland ist wegen der Corona-Pandemie im Schnitt um gut 50 Prozent eingebrochen. In einer Umfrage des Zentralverbands ZDH unter 4900 Unternehmen diese Woche gaben 77 Prozent der Betriebe Umsatzrückgänge an, 55 Prozent berichteten von stornierten Aufträgen und 36 Prozent von fehlendem Personal, weil etwa Beschäftigte wegen eigener Quarantäne oder fehlender Kinderbetreuung nicht zur Arbeit erscheinen können.

- Südafrika hat die ersten beiden Todesfälle durch das neuartige Coronavirus gemeldet. Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg auf über 1000, erklärte Gesundheitsminister Zweli Mkhize am Freitag. Die beiden Todesfälle wurden den Angaben zufolge aus der Provinz Westkap gemeldet.

- Volkswagen ruft die EZB dazu auf, zur Stabilisierung der Märkte verstärkt kurzfristige Schuldtitel von Firmen zu kaufen. VW-Finanzchef Frank Witter wendet sich in der "Financial Times" direkt an die Währungshüter und fordert "so bald wie möglich" klare Signale, sechs- bis neunmonatige Papiere aufzukaufen. VW habe zwar eine Reihe von Refinanzierungsquellen, doch seien nicht mehr alle so liquide wie zuvor.

FC Barcelona kürzt dem Team und vielen Mitarbeitern den Lohn

FC Barcelona kürzt dem Team und vielen Mitarbeitern den Lohn

Foto: Albert Gea/ REUTERS

8.00 Uhr - Nach dem Scheitern von Verhandlungen über einen Gehaltsverzicht mit seinen Stars hat der FC Barcelona dem Team und vielen Mitarbeitern die Arbeitszeit und damit den Lohn gekürzt. Der spanische Fußballmeister begründete die Eingriffe in die Verträge mit den wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie. Laut spanischem Recht können Unternehmen im Falle höherer Gewalt zu solchen Mitteln greifen. Zuvor hatte der Club mit den Profis um Superstar Lionel Messi keine Einigung über eine freiwillige Gehaltskürzung erzielen können, wie spanische Medien berichteten.

7.30 Uhr - Noch keine Einigung bei der finanziellen Unterstützung von EU-Staaten in der Corona-Krise, aber immerhin eine gemeinsame Erklärung: Die EU-Staats- und Regierungschefs haben sich bei einem Video-Gipfel am späten Donnerstagabend angesichts einer Veto-Drohung Italiens nur mit großer Mühe auf das weitere Vorgehen verständigen können. Sie setzten den den Euro-Finanzministern eine Frist von zwei Wochen, um Vorschläge für die Unterstützung finanziell schwächerer EU-Länder zu unterbreiten.

- Der Wolfsburger Autobauer Volkswagen sieht derzeit keinen Anlass, zur Bewältigung der Coronakrise über Kurzarbeitergeld hinaus staatliche Finanzhilfen in Anspruch zu nehmen. "Aus heutiger Sicht schließe ich das aus", sagte Finanzvorstand Frank Witter der "Börsen-Zeitung". Der Konzern habe mit dem Geschäftsjahr 2019 eine gute Basis gelegt. "Wir verfügen im Autobereich über einen starken Cash-flow und eine ordentliche Nettoliquidität."

- Viele Busunternehmen in Deutschland sehen sich durch die Corona-Krise in ihrer Existenz bedroht. Etwa ein Drittel (32 Prozent) geht davon aus, die aktuelle Situation maximal vier Wochen lang durchhalten zu können, wie eine Umfrage des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) bei seinen Mitgliedern ergab, deren Ergebnisse der Deutschen Presse-Agentur vorab vorlagen. Weitere 57 Prozent glauben, ein bis drei Monate durchhalten zu können.

7.00 Uhr - Die ersten KfW-Hilfskredite sind bereits in der ersten Woche des staatlichen Sonderprogramms ausgezahlt worden. Banken und Sparkassen werden geradezu überrannt von Anfragen. Bis Mittwochabend lagen der staatlichen Förderbank KfW 195 Anträge über insgesamt 4,8 Milliarden Euro vor. "Wir erhalten Kreditanträge über alle Größenklassen verteilt, der Schwerpunkt liegt jedoch bei kleinvolumigeren Kreditanträgen bis eine Million Euro", sagte eine KfW-Sprecherin in Frankfurt.

- Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat der Forderung verschiedener EU-Mitgliedsländer nach Einführung sogenannter gemeinschaftlicher Corona-Bonds eine klare Absage erteilt. "Ich glaube, dass wir mit dem ESM ein Kriseninstrument haben, was uns viele Möglichkeiten eröffnet, die nicht sozusagen die Grundprinzipien unseres gemeinsamen, aber dann auch wieder jeweils verantwortlichen Handelns in Frage stellt", sagte Merkel

- Die US-Regierung könnte sich nach Meinung von Präsident Donald Trump im Zuge eines Rettungsprogramms an strauchelnden Fluggesellschaften beteiligen. Die USA könnten es nicht zulassen, dass die Airlines wegen der Coronavirus-Epidemie Pleite gingen, sagte Trump am Donnerstag im Weißen Haus. Falls die Regierung Fluggesellschaften mit Krediten oder Direkthilfen unterstütze, könne sie sich auch an ihnen beteiligen, sagte er. "Wenn wir das nicht machen, hätten wir keine Airlines mehr", sagte Trump.

06.00 Uhr - Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt die Zahl der bekannten Infektionen in Deutschland mit 42.288, das sind 5780 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle steigt um 55 auf 253.

New York: Epizentrum der Corona-Pandemie - mehr Infizierte in den USA als in China

New York: Epizentrum der Corona-Pandemie - mehr Infizierte in den USA als in China

Foto: Wang Ying/XinHua/dpa

- Die Vereinigten Staaten haben nach Angaben von US-Experten inzwischen mehr bekannte Coronavirus-Infektionen als jedes andere Land. In den USA gab es bis Donnerstagnachmittag (Ortszeit) 82.400 bekannte Infektionen, das entspricht fast einer Verdopplung im Vergleich zum Wochenstart. In China sind es rund 81.800 Fälle, in Italien etwa 80.600, wie aus einer Übersicht der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität hervorging. Weltweit gibt es nun mehr als eine halbe Million bestätigte Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2.

- Australien stellt Tausende aus dem Ausland heimkehrenden Bürger unter Quarantäne. Premierminister Scott Morrison erklärt, die Menschen sollten in Hotels untergebracht werden. Es werde überwacht, dass angeordnete Isolierung auch eingehalten werde. In Australien sind bis Freitag 3000 Coronavirus-Erkrankungen bekanntgeworden. Anfang März waren es noch weniger als 100. Der Anstieg schürt Ängste, dass es zu einem größeren Ausbruch kommen könnte.

Das Coronavirus breitet sich weiter aus

Das Coronavirus breitet sich weiter aus

Foto: HANDOUT/ AFP

- Singapore Airlines hat sich nach eigenen Angaben Finanzmittel in Höhe von bis zu 13 Milliarden Dollar gesichert, um durch die Virus-Krise zu kommen und anschließend wieder zu expandieren. Der Mehrheitseigner, der Staatsfonds von Singapur, Temasek Holdings, stellte sich hinter die Ausgabe von Aktien und Wandelanleihen der Fluggesellschaft. Die größte Bank des Stadtstaats, DBS Group Holdings, steuert einen Kredit bei.

5 Uhr - In Großbritannien rechnet der Verband der Autohersteller und -händler (SMMT) wegen der Pandemie in diesem Jahr mit einem Rückgang der Fahrzeugproduktion um mehr als 15 Prozent. Sollten die Fabriken nicht Wochen, sondern Monate geschlossen bleiben, würden die Einbußen noch größer ausfallen, teilt der SMMT mit.

- Die Zahl der Coronavirus-Fälle ist in Südkorea um 91 auf 9332 gestiegen. Das meldet die koreanische Seuchenschutz-Behörde am Freitag.

- Im US-Repräsentantenhaus soll die Debatte über das gut zwei Billionen Dollar schwere US-Hilfspaket am Freitag um neun Uhr Ortszeit (14 Uhr MEZ) beginnen. Für die Aussprache sind zwei Stunden angesetzt. Über die Abstimmungsmodalitäten herrschte angesichts der Abwesenheit zahlreicher Abgeordneter aufgrund der Pandemie noch Unklarheit. Am Mittwoch hatte der Senat das Hilfsprogramm nach zähem Ringen abgesegnet.

2.00 Uhr - Die Bundesregierung hat einem Medienbericht zufolge die Einreisebeschränkungen wegen der Coronavirus-Krise auf Asylbewerber ausgedehnt. Diese müssten damit rechnen, ab sofort an der Bundesgrenze abgewiesen zu werden, meldet der "Focus" unter Berufung auf Regierungs- und Koalitionskreise. Der Innenausschuss des Bundestags sei am vergangenen Montag über den Erlass informiert worden, der die Zurückweisung von Asylbewerbern aus nichteuropäischen Ländern ermögliche. Begründet worden sei die Maßnahme mit der verschärften gesundheitliche Lage in Deutschland.

- In Festland-China melden die Behörden 55 Neu-Infektionen (Stand Donnerstag). Unter diesen Fällen sei zum ersten Mal seit drei Tagen auch wieder eine sogenannte örtliche Infektion, teilen die Gesundheitsbehörden mit. Alle anderen Fälle stünden aber im Zusammenhang mit Reisenden aus dem Ausland. Insgesamt seien damit jetzt 81.340 Infektionen bekannt. Für Mittwoch hatten die Behörden 67 neue Erkrankungen gemeldet. Die Zahl der Todesopfer stieg bis Donnerstag um fünf auf 3.292.

01.32 Uhr - Der französische Präsident Emmanuel Macron plant nach eigenen Worten mit US-Präsident Donald Trump eine neue Initiative im Kampf gegen die Pandemie. Er habe mit Trump zu dem Thema "ein sehr gutes Gespräch" gehabt, schreibt Macron auf Twitter. Mit dem gemeinsamen Vorstoß sei in den kommenden Tagen zu rechnen.


Hören Sie dazu im Podcast: Wie steht es um die Autobauer und Zulieferer?

01.20 Uhr - Die University of Washington hält einer Studie zufolge in den kommenden vier Monaten mehr als 81.000 Virus-Tote in den USA für möglich. Manche Schätzungen gingen sogar von der doppelten Zahl aus, andere dagegen von 38.000 Todesopfern, sagt Studienleiter Christopher Murray. Die große Abweichung begründet er damit, dass die unterschiedlich schnelle Ausbreitung des Virus in verschiedenen Regionen den Forschern Rätsel aufgebe.

01.06 Uhr - Die US-Ratingagentur S&P hat BMW und Daimler wegen der Coronavirus-Krise heruntergestuft und den Ausblick von Volkswagen auf negativ geändert. Die Ratings von BMW und Daimler seien um je eine Stufe gesenkt worden, teilt S&P mit. Bei allen drei deutschen Autobauern sei dieses Jahr wegen schwacher Nachfrage aufgrund der Pandemie mit einem deutlichen Umsatzrückgang zu rechnen.

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