mm-Grafik Europas Versorger im Vergleich

Der malade Stromkonzern Eon gliedert seine konventionelle Energieerzeugung aus und will sich künftig auf Neue Energien konzentrieren. Wie viel grüner Strom steckt schon heute in Eons Mix? Eine Übersicht.


Hamburg - Eon-Chef Johannes Teyssen muss eine Vorahnung beschlichen haben. Als sich während der Pressekonferenz zum geplanten Konzernumbau die Fragen nach den Atomkraftwerken des Unternehmens häuften, gab Teyssen den versammelten Journalisten mit auf den Weg: "Schreiben Sie keine Atomgeschichte!" Bereits im Vorfeld hatten einige Beobachter spekuliert, Eon  wolle mit seiner Kernspaltung vor allem seine Kernkraftwerke loswerden und später gegebenenfalls auf Kosten der Steuerzahler abwickeln.

Zumindest in einem Punkt muss man Teyssen Recht geben: Wie die Grafik von Statista  zeigt, bringt Eon weniger als 20 Prozent seines Strommix mit Atomkraftwerken auf - der Löwenanteil kommt aus Gaskraftwerken (die ebenfalls in das neu zu gründende Unternehmen überführt werden sollen).

Eon liefert damit zwar mehr Kernkraft als etwa RWE , im europäischen Vergleich haben einige Unternehmen aber weit mehr Atomstrom im Portfolio. Mehr als die Hälfte seines Strom bezieht etwa der französische EDF-Konzern aus Kernkraftwerken, auch CEZ aus Tschechien und Centrica  aus Großbritannien setzen zu etwa dreißig Prozent auf Kernkraft. Auch am anderen Ende dieser Rangliste findet sich ein britisches Unternehmen: SSE kommt gänzlich ohne Atomstrom aus. Der grünste Konzern dieser Liste - als einziger über 50 Prozent Erneuerbare - ist allerdings Iberdrola  aus Spanien.

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