Sonntag, 18. August 2019

Risiko Altersarmut 900.000 Menschen brauchen Grundsicherung

Wenn es am Monatsende nicht reicht: Noch nie zuvor waren mehr Menschen in Deutschland auf Hilfe vom Staat angewiesen

Mehr Menschen denn je können von ihrer Rente nicht mehr leben. Sie sind auf Hilfe vom Staat angewiesen. 900.000 Menschen in Deutschland beziehen eine Grundsicherung, ihre Zahl dürfte weiter steigen. Hochburg der Altersarmut ist Hamburg.

Berlin - So viele Rentner wie noch nie sind in Deutschland auf staatliche Hilfe angewiesen. Ende 2012 bekamen knapp 465.000 Personen über 65 Jahre Leistungen der Grundsicherung, teilte das Statistische Bundesamt mit. Das entspricht einem Anstieg um 6,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Zahl der Hilfebezieher ist damit so hoch wie noch nie seit Beginn dieser Statistik 2003. Damals waren es rund 258.000, seither ist die Zahl nahezu kontinuierlich gestiegen.

Auf die Grundsicherung im Alter sind insbesondere westdeutsche Frauen angewiesen: In den alten Bundesländern bezogen 33 von 1000 Frauen über 65 Jahre diese Leistungen, bei den Männern 25 von 1000. In den ostdeutschen Ländern einschließlich Berlin waren 21 von 1000 Frauen und 18 von 1000 Männern auf diese Hilfen angewiesen.

Spitzenreiter unter den Bundesländern sind die Stadtstaaten Hamburg (62 je 1000 Einwohner), Bremen (55) und Berlin (53). Am seltensten in Anspruch genommen wurden die Leistungen in Sachsen und Thüringen (jeweils 10).

Neben den Empfängern der Grundsicherung im Alter gibt es rund 435.000 weitere Empfänger von Grundsicherung wegen dauerhafter Erwerbsminderung. Ende 2011 waren es noch 408.000 Menschen.

Insgesamt empfingen damit etwa 900.000 Menschen Grundsicherung in Deutschland, ihre Zahl dürfte weiter steigen. Denn Millionen Menschen hierzulande gehen einer geringfügigen Beschäftigung nach. Mehr als drei Viertel dieser Minijobber zahlen keine Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung ein.

rei/rtr/dpa

© manager magazin 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung