Donnerstag, 19. September 2019

Grenze für Fremdkapital Angst vor Immobilienblase - Regierung verschärft Baukredit-Regeln

Baustelle in Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern)

Dank Niedrigzinsen und Anlagenotstand boomt der Immobilienmarkt. Die Preise für Häuser, Wohnungen und Land steigen weiter - und die Sorge vor einer Blase wächst. Deshalb plant die Bundesregierung im Verborgenen eine ganze Reihe neuer Regeln, mit denen sie eine Überhitzung verhindern will.

Ein Gesetzentwurf sieht jetzt laut zwei Nachrichtenagenturen vor, dass notfalls eine Obergrenze für den Fremdfinanzierungsanteil bei einem Immobilienkauf festgelegt werden kann. Außerdem kann ein Zeitraum festgelegt werden, in dem ein gewisser Anteil eines Kredites zurückgezahlt werden müsste.

Auch eine Grenze für die Schuldentragfähigkeit eines Kreditnehmers bezogen auf sein Einkommen könnte definiert werden. Möglich wäre zudem, dass eine Mindestrückzahlung vereinbart werden müsste - tilgungsfreie Kredite wären dann nicht mehr möglich. Der Gesetzentwurf soll noch in dieser Wahlperiode verabschiedet werden.

Für Kleinkredite solle eine Bagatellgrenze geschaffen werden, hieß es weiter in der Bundesregierung. Auch Darlehen zur Finanzierung von Renovierungen und Sanierungen blieben unberücksichtigt, ebenso Anschlussfinanzierungen und der soziale Wohnungsbau.

In bestehende Kredite solle nicht eingegriffen werden. Außerdem sei vorgesehen, dass Banken in einem begrenzten Rahmen außerhalb der Regeln Immobilienkredite vergeben dürften, wenn dadurch die Stabilität des Instituts nicht gefährdet würde.

In der Bundesregierung hieß es am Montag in Berlin, mit dem Gesetzentwurf würden Empfehlungen des deutschen Ausschusses für Finanzstabilität aus dem vergangenen Jahr umgesetzt. Noch in dieser Legislaturperiode solle das Gesetzgebungsverfahren zu Ende geführt werden.

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