4,8 Prozent mehr in 2 Stufen IG Metall und Arbeitgeber einigen sich auf dickes Lohnplus

Der Tarifstreit in der Metall- und Elektroindustrie ist beigelegt. Nach einer Marathonsitzung einigten sich Arbeitgeber und Gewerkschaft in den Morgenstunden auf einen Abschluss in NRW. Er gilt als wegweisend für die gesamte Branche.
Keine Streiks über Pfingsten: IG-Metall und die Arbeitgeber haben sich geeinigt

Keine Streiks über Pfingsten: IG-Metall und die Arbeitgeber haben sich geeinigt

Foto: Hendrik Schmidt/ dpa

Rund 3,8 Millionen Beschäftigte der deutschen Metall- und Elektroindustrie erhalten mehr Geld. In der fünften Tarifrunde einigten sich Arbeitgeber und IG Metall am frühen Freitagmorgen in Köln auf einen neuen Tarifvertrag. Die Vereinbarung werde von allen Tarifbezirken in Deutschland übernommen, sagte Gesamtmetall-Sprecher Daniel Kölle.

Der rückwirkend vom 1. April geltende Vertrag sieht zunächst eine Einmalzahlung von 150 Euro für den Juni vor. Danach greift am 1. Juli die erste Stufe von 2,8 Prozent. Die zweite Stufe von 2,0 Prozent gilt dann ab dem 1. April 2017 bis zum Jahresende.

Mit der nun erzielten Einigung wurde eine Eskalation des Tarifkonflikts kurz vor dem Pfingstwochenende abgewendet. Die IG Metall hatte schon vor Tagen eine Ausweitung des Arbeitskampfes in der kommenden Woche angekündigt, einschließlich der neuartigen Tagesstreiks, falls es bei den Verhandlungen in Köln zu keiner Annäherung kommen sollte.

Vor Beginn der Verhandlungen am Donnerstagmittag hatten die Verhandlungsführer beider Seiten, Knut Giesler für die IG Metall und Arndt Kirchhoff vom Arbeitgeberverband Metall NRW, konstruktive und ernsthafte Verhandlungen angekündigt. "Wenn sie sich nicht bewegen, tragen sie die Verantwortung für eine weitere Eskalation nach Pfingsten", hatte Giesler zuvor mit Blick die Arbeitgeber auf einer Kundgebung gesagt.

Eskalation durch Einigung abgewendet

Ursprünglich hatte die IG Metall 5 Prozent mehr Geld innerhalb einer einjährigen Laufzeit gefordert. Die Arbeitgeber boten zunächst für 24 Monate Entgelterhöhungen in zwei Stufen, die sich auf 2,1 Prozent summieren, plus einer Einmalzulage von 0,3 Prozent geben. Außerdem haben die Arbeitgeber Sonderregelungen für wirtschaftlich schwache Betriebe vorgeschlagen.

Die Tarife für Deutschlands wichtigsten Industriezweig werden regelmäßig zunächst regional verhandelt. Im Laufe der Gespräche kristallisiert sich dann ein Pilotbezirk heraus, dessen Abschluss auf die anderen Tarifgebiete übertragen wird. In dieser Tarifrunde übernahm Nordrhein-Westfalen die Pilotverhandlungen. Zuletzt war in diesem Tarifbezirk im Jahr 2010 ein Pilotabschluss erzielt worden.

rei/dpa
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