Dienstag, 25. Februar 2020

Aufbau eines 5-G-Netzes Deutsche Industrie will Huawei ausschließen

Der neue schnelle Mobilfunkstandard 5G ist in Deutschland im Gegensatz zu einzelnen anderen Ländern noch Zukunftsmusik. Doch für viele Anwendungen - etwa das autonome Fahren - ist der Standard unverzichtbar.

In der Kontroverse rund um den Aufbau eines 5G-Netzes hat sich die deutsche Industrie nun für den Ausschluss des umstrittenen chinesischen Anbieters Huawei ausgesprochen. "Es darf keine Einflussnahme durch ausländische Staaten geben", sagte Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI) dem "Handelsblatt" (Montagausgabe).

"Wenn ein Hersteller die technischen, politischen und rechtlichen Kriterien der EU und der Bundesregierung nicht erfüllt, muss er von der Beteiligung am Aufbau des deutschen Netzes ausgeschlossen werden", sagte Kempf.

Vor einem Jahr hatte sich Kempf noch klar gegen Ausschlüsse einzelner Anbietern ausgesprochen. "Davon halte ich nichts", hatte er im Februar 2019 gesagt: "China könnte im Gegenzug versucht sein, deutsche Firmen an anderer Stelle zu treffen."

Die Deutsche Telekom hatte mit dem umstrittenen chinesischen Netzwerkausrüster bereits über den Aufbau eines 5-G-Netzes und diverse Lieferungen dazu verhandelt - die Gespräche wegen der politischen Debatte in Deutschland aber ausgesetzt. So waren den Berichten zufolge bei Gesprächen in Paris im November vergangenen Jahres Details für einen möglichen Vertrag verhandelt worden, der aber nicht zustande kam.

Der neue Mobilfunkstandard 5G soll das superschnelle Internet bringen sowie für einen BIP-Anstieg und mehr Jobs sorgen, erwarten die Befürworter. Die Gegner sorgen sich um gesundheitliche Risiken und neue Handymasten.

rei/dpa-afx

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