Giannis Varoufakis Starökonom wird griechischer Finanzminister

Giannis Varoufakis ist Griechenlands neuer Finanzminister, er ist Verfechter eines Schuldenschnitts und Gegner der Sparpolitik - harte Verhandlungen mit den Geldgebern sind also programmiert. Derweil droht nun auch Moody's mit Abstufung.
Yanis Varoufakis (Mitte) mit Parteifreunden nach dem Wahlsieg der Syriza-Partei

Yanis Varoufakis (Mitte) mit Parteifreunden nach dem Wahlsieg der Syriza-Partei

Foto: REUTERS

Athen/London - Der als Befürworter eines Schuldenschnitts und Kritiker der Sparpolitik bekannte Giannis Varoufakis wird neuer griechischer Finanzminister. Der 53 Jahre alte Star-Ökonom bestätigte dies Reportern in Athen am Dienstag.

Der griechische Staatsrundfunk berichtete dies auch unter Berufung auf das Büro des neuen Regierungschefs Alexis Tsipras. Griechische Medien rechneten mit der Regierungsbildung noch am Dienstagnachmittag. Am Vortag war der Syriza-Vorsitzende Tsipras als neuer Ministerpräsident vereidigt worden.

Nach S&P droht auch Moody's mit Abstufung

Derweil droht die Ratingagentur Moody's Griechenland mit einer Herabstufung der Bonität. Der Wahlausgang erhöhe die Wachstums-, Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken, teilte Moody's mit . Derzeit bewertet die Agentur die griechische Kreditwürdigkeit mit Caa1. Das bedeutet hohe Ausfallrisiken für Gläubiger, die ihr Geld nur bei günstiger Entwicklung zurückbekommen. Erst am Montag hatte die Ratingagentur S&P mit einer Herabstufung gedroht.

Im Eiltempo hatte sich der Syriza-Chef bereits kurz nach der Wahl mit den ultranationalen "Unabhängigen Griechen" auf eine Koalition geeinigt. Beide Parteien kämpfen gegen die Sparauflagen der internationalen Geldgeber.

Bei den Gläubigern muss sich Tsipras auf harte Bandagen gefasst machen. EU und IWF sind nicht bereit, weitere Milliarden bedingungslos nach Athen zu überweisen, die das hochverschuldete Land dringend braucht. Einen Schuldenerlass lehnen sie ab.

rei/dpa/rtr
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