Handelskonflikt China senkt angeblich Zölle auf US-Importautos

Die Fronten im Handelskonflikt zwischen den USA und China bewegen sich. Nach Berichten verschiedener US-Medien erwägt die Volksrepublik offenbar, den Zoll für Autos aus den USA von 40 Prozent auf 15 Prozent zu senken.
US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping beim G20-Gipfel Anfang Dezember in Buenos Aires

US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping beim G20-Gipfel Anfang Dezember in Buenos Aires

Foto: DPA

In den Handelskonflikt zwischen China und den USA scheint laut informierten Personen Bewegung zu kommen. China habe sich in Richtung einer Senkung von Zöllen von importierten Autos aus den USA bewegt, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Anfang Dezember hatte bereits US-Präsident Donald Trump in einer Mitteilung auf dem Kurznachrichtendienst Twitter Erwartungen auf sinkende Zölle geweckt.

Ein Vorschlag, der die Reduzierung von Zöllen auf amerikanische Autos von derzeit 40 Prozent auf nur noch 15 Prozent vorsehe, werde von der chinesischen Regierung in den kommenden Tagen geprüft, berichtet Bloomberg. Allerdings könnte es noch Veränderungen des Vorschlags geben.

Dem Bericht zufolge sollen Vertreter beider Länder am Dienstagmorgen Ortszeit in Peking ein Telefongespräch geführt haben. Dabei sei deutlich geworden, dass der Dialog zwischen beiden Seiten trotz einer diplomatischen Krise im Zuge der Verhaftung einer chinesischen Topmanagerin in Kanada fortgesetzt werde.

Aktien der europäischen Autobauer hatten auf die Spekulationen bereits gestern reagiert. Der Branchenindex verdoppelte innerhalb kurzer Zeit seine Kursgewinne auf 3,1 Prozent. Die Titel von BMW  und Daimler  legten je 2,4 Prozent zu. Anteilsscheine von Volkswagen  um 3,7 Prozent an. Auch die Papiere von Peugeot , Renault  und Fiat Chrysler Automobiles  sowie Aktien von Zulieferern wie Continental  und Faurecia verzeichneten Kurszuwächse.

"Wall Street Journal": Zoll könnte auf 15 Prozent sinken

Das "Wall Street Journal" berichtete unter Berufung auf eine Quelle, der chinesische Vizepremier Liu He habe US-Finanzminister Steven Mnuchin und den US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer in einem Telefongespräch von der Absicht unterrichtet, die Zölle auf 15 Prozent zu senken. Es sei aber noch unklar, wann das geschehen könnte.

China hatte in diesem Jahr die Zölle auf Autos aus US-Produktion von 25 auf 40 Prozent angehoben, während die Einfuhrzölle für europäische Autos auf 15 Prozent sanken. Die höheren Zölle für Autos aus den USA trafen insbesondere auch die deutschen Hersteller Daimler und BMW, sie fertigen teure SUVs in den USA auch für den chinesischen Markt. Daimler hatte auch unter Verweis auf die Zölle seine Gewinnprognose kappen müssen, auch BMW führte bei seiner Gewinnwarnung den Handelsstreit zwischen den USA und China als Grund an.

China hatte zuvor im Fall der festgenommenen Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou den kanadischen Behörden eine Verletzung der Menschenrechte vorgeworfen. Die Huawei-Managerin, die zugleich stellvertretende Vorstandschefin und Tochter des Konzerngründers Ren Zhengfei ist, war am 1. Dezember auf Betreiben der US-Behörden in Kanada festgenommen worden.

rei/dpa