Montag, 19. August 2019

Machtkampf in Venezuela Guaido vs. Maduro - neuer Streit um Venezuelas Gold

Nicolas Maduro: Venezuelas Regierung geht das Geld aus. Angeblich will Maduro rund 30 Tonnen Gold losschlagen

Im Machtkampf in Venezuela rücken erneut die Goldreserven des Landes in den Fokus: Mitarbeiter des Oppositionschefs Juan Guaido, der sich vor einigen Wochen selbst zum Interimspräsidenten erklärt hatte, haben die Citibank aufgefordert, ein Gold-Geschäft mit der Regierung von Präsident Nicolas Maduro auf Eis zu legen.

Nach einem Kreditvertrag komme das US-Geldhaus in den Besitz des Goldes, wenn Venezuela das Darlehen nicht zur Fälligkeit im März bedienen könne, sagte der Abgeordnete Angel Alvarado. Darauf solle die Bank aber verzichten.

"Wir wollen das Gold nicht verlieren." Nach Informationen aus Finanzkreisen ist das Gold 1,1 Milliarden Dollar wert. Die Citigroup lehnte eine Stellungnahme ab.

Zuvor gab es bereits Berichte über diskrete Gold-Exporte aus Venezuela: Venezuela verkauft nach Informationen eines Insiders 15 Tonnen Gold aus dem Bestand der Zentralbank des südamerikanischen Landes an die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Mit der Maßnahme wolle der Staat dringend benötigtes Kapital einnehmen, um das Land solvent zu halten, sagte eine mit den Plänen vertraute Person am Donnerstag. Im Gegenzug für das Gold solle Venezuela einen Euro-Betrag in bar erhalten.

Mit der Veräußerung von drei Tonnen Gold sei bereits am 26. Januar begonnen worden. Im vergangenen Jahr hatte Venezuela Gold im Wert von 900 Millionen Dollar an die Türkei veräußert. Vor wenigen Tagen hatten Gerüchte die Runde gemacht, dass eine russische Boeing am Flughafen von Caracas bereit stehe, um mit einigen Tonnen Gold aus den Beständen der Zentralbank beladen zu werden.

Goldbarren zum Verkauf: Venezuela braucht dringend Geld

Insgesamt wolle Venezuela 29 Tonnen Gold bis Februar losschlagen, verlautete weiter aus den Kreisen. Per Ende November saß das Land auf Reserven von 132 Tonnen des Edelmetalls. Bei der Notenbank war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

In Venezuela spitzte sich unterdessen der Machtkampf zwischen Präsident Nicolas Maduro und seinem Herausforderer Juan Guaido weiter zu. Guaido hatte sich vor einer Woche zum Interimspräsidenten ausgerufen. Die Staatengemeinschaft ist gespalten: Maduro wird von Russland, China und dem Nato-Mitglied Türkei unterstützt. Die USA stehen dagegen wie viele europäische Länder hinter Guaido.

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung