Samstag, 18. Januar 2020

Nach dem Brexit Trump gratuliert Johnson - und will "gewaltigen Handelsdeal"

 Politisch und populistisch auf einer Linie: US-Präsident Donald Trump und Wahlsieger Boris Johnson (Archiv)
Saul Loeb / afp
Politisch und populistisch auf einer Linie: US-Präsident Donald Trump und Wahlsieger Boris Johnson (Archiv)

US-Präsident Donald Trump hat dem britischen Premier Boris Johnson zum Wahlerfolg gratuliert. Es sei ein großartiger Sieg für den konservativen Regierungschef, schrieb Trump auf Twitter. "Celebrate Boris!", so die Aufforderung Trumps.

Grund zum Feiern ist aus Sicht des Präsidenten nicht nur der klare Sieg der Tories bei den Wahlen zum britischen Unterhaus, sondern auch ein mögliches Handelsabkommen zwischen den USA und Großbritannien. "Großbritannien und den Vereinigten Staaten steht es nun frei, einen gewaltigen neuen Handelsdeal nach dem Brexit abzuschließen", schrieb Trump.

Gekoppelt an diese Verheißung: ein Seitenhieb Richtung Europäische Union. Das Abkommen zwischen den beiden Ländern habe das Potenzial, viel größer und lukrativer zu werden als jeder Deal, der mit der EU geschlossen werden könnte.

Nach Auszählung von mehr als 600 der 650 Wahlkreise ist klar: Johnsons Tories haben mindestens 326 Sitze errungen - und damit die absolute Mehrheit im Parlament. Das ermöglicht es Johnson, sein mit der EU ausgehandeltes Brexit-Abkommen zügig vom Unterhaus verabschieden zu lassen. Er könnte damit Großbritannien bis zum Ablauf der Frist am 31. Januar aus der EU führen. Johnson bezeichnete das Ergebnis als "klares Mandat" für seinen Brexit-Kurs.

Trump hatte den Briten in der Vergangenheit wiederholt ein Handelsabkommen mit den USA für die Zeit nach dem Austritt aus der EU in Aussicht gestellt. Auch in Großbritannien hoffen viele darauf, durch ein Freihandelsabkommen mit den USA den transatlantischen Warenaustausch zu erhöhen. Dies soll zum Teil den Wegfall europäischer Absatzmärkte durch den EU-Austritt kompensieren.

Boris Johnson: "Wir werden die EU ohne Wenn und Aber verlassen"

Video abspielen
Bild: REUTERS

Trump hatte sich schon Ende Oktober für Johnson ausgesprochen. Noch vor dem offiziellen Beginn des Wahlkampfs riet er den Briten davon ab, für Johnsons Herausforderer zu stimmen, den Labour-Chef Jeremy Corbyn. Dieser wäre "so schlecht für euer Land", sagte Trump in der Radiosendung seines Freundes Nigel Farage, des Chefs der Brexit-Partei. "Boris" hingegen bezeichnete Trump als "fantastischen Mann", zu dem er eine "großartige" Beziehung habe.

asa/SPIEGEL

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung