Russland plant Gas-Abkommen mit Griechenland Moskau will Milliarden nach Athen leiten

Von mm-newsdesk
Alexis Tsipras, Wladimir Putin: Der Deal könnte für Griechenland "das Blatt wenden", sagte ein hochrangiger Beamter der Regierungspartei Syriza

Alexis Tsipras, Wladimir Putin: Der Deal könnte für Griechenland "das Blatt wenden", sagte ein hochrangiger Beamter der Regierungspartei Syriza

Foto: Alexander Zemlianichenko/ dpa

Griechenland steht einem Medienbericht zufolge vor der Unterzeichnung eines milliardenschweren Energieabkommens mit Russland. Die Vereinbarung könnte dem von der Pleite bedrohten Land kurzfristig bis zu fünf Milliarden Euro in bar in die Staatskasse spülen, berichtet "Spiegel Online" in der Nacht zu Samstag. Das Abkommen solle voraussichtlich am Dienstag unterzeichnet werden.

Dem Bericht zufolge soll das Geld in Form einer Vorauszahlung für die neue Pipeline Turkish Stream fließen, die russisches Gas über die Türkei und Griechenland nach Europa bringen soll. Die Höhe der Vorauszahlung wird mit drei bis fünf Milliarden Euro angegeben.

Der Deal könne für Griechenland "das Blatt wenden", zitierte "Spiegel Online" einen hochrangigen Beamten der Regierungspartei Syriza, der direkt mit dem Vorgang vertraut ist. Griechenland verhandelt derzeit mit Europa und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über die Freigabe weiterer Rettungskredite.

Am Freitag waren weltweit die Börsen ins Wanken geraten, der Dax verlor 2,6 Prozent. Dabei dürften auch Sorgen um Griechenland eine Rolle gespielt haben.

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Russlands Präsident Wladimir Putin und der griechische Regierungschef Alexis Tsipras hatten nach einem Treffen Mitte April in Moskau angekündigt, dass beide Länder ihre Wirtschaftskontakte verstärken wollen und eine Zusammenarbeit bei Turkish Stream anstreben. Russland hat nach dem Stopp der geplanten Gaspipeline South Stream durch Bulgarien im Januar eine neue Verbindung durch die Türkei angekündigt, die bis Ende 2016 in Betrieb gehen soll. Damit auch die EU darüber versorgt werden könnte, müsste ein Anschluss durch Griechenland gebaut werden.

Die Mittel aus Russland sollen laut "Spiegel Online" eine Vorauszahlung auf zukünftige Gewinne sein, die Griechenland durch die Transitgebühren einnehmen könne. Die Pipeline wird voraussichtlich 2019 in Betrieb gehen. Dann anfallende Einnahmen für die Griechen würden mit der Vorauszahlung verrechnet.

ts/Reuters
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