"Von Einigung weit entfernt" Lagarde schießt gegen Griechenland

Von mm-newsdesk
"Wir können nur ein Programm unterstützen, das glaubwürdig ist": IWF-Chefin Christine Lagarde

"Wir können nur ein Programm unterstützen, das glaubwürdig ist": IWF-Chefin Christine Lagarde

Foto: AP/dpa

Eine neue Troika-Mission steht kurz bevor. Da legt ein durchgesickertes Protokoll eines angeblich abgehörten Telefonats von IWF-Vertretern Beamten einen Streit zwischen dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der EU bei der Griechenland-Rettung offen.

In einem Brief an den griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras schreibt IWF-Chefin Christine Lagarde, dass eine Einigung über einen weiteres Rettungspaket noch in "weiter Ferne" liege. In dem am Sonntag veröffentlichten Brief betont die IWf-Chefin, "dass wir nur ein Programm unterstützen können, das glaubwürdig ist und auf realistischen Voraussetzungen basiert". Zuvor hatte Tsipras eine Klarstellung der IWF-Position verlangt.

Hintergrund ist die Veröffentlichung des Protokolls eines angeblich abgehörten Telefonats zwischen IWF-Vertretern durch Wikileaks. Darin hatten hochrangige Vertreter des Fonds über ihre Verhandlungstaktik bezüglich des dritten Hilfsprogramms für Griechenland beraten. Sie diskutierten, wie auf Griechenland, Deutschland und die EU Druck ausgeübt werden könne, um noch im April zu einer Einigung zu kommen.

Ziel müsse es sein, "Griechenland auf einen robusten Wachstumspfad zu bringen und zugleich seine Schuldentragfähigkeit wiederherzustellen", schrieb Lagarde weiter. Andernfalls könne es kein Vertrauen wiederherstellen und bald wieder gezwungen sein, weitere fiskale Maßnahmen zu treffen.

rei/dpa/Reuters
Mehr lesen über