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Griechenland-Endspiel: Bankrun, Geuro, Grexit

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Das schreiben die anderen zu Griechenland "Einen Grexit wird es nicht geben"

Von mm-newsdesk

"Frankfurter Allgemeine Zeitung": "Es mag sein, dass ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euroraum die Finanzmärkte heute nicht mehr erschüttern würde (...). Für die Zukunft der EU allerdings wäre es eine schwere Hypothek: Spaltung statt Kompromiss, geteilter Schaden statt gemeinsamer Nutzen - das würde das Fundament der Union angreifen. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Gläubiger alle weltfremden und ideologischen Forderungen der Syriza-Truppe erfüllen müssten. Denn für das Durchsetzen von Maximalforderungen war in der EU nie ein Platz, (...). Keine Regierung eines Krisenlandes hat dem öffentlichen Ansehen der europäischen Sache so geschadet wie diese radikale Koalition in Athen, keine hat verbal so viel Porzellan zerschlagen. Leider hat das schon ein anderes Fundament der EU angegriffen: ihre Akzeptanz beim Bürger."

"Eisenacher Presse": "Das griechische Drama geht in die Verlängerung. Tsipras und sein Finanzminister Giannis Varoufakis spielen munter ihr Spielchen weiter. Sie pokern hoch und setzen alles auf Sieg. Es ist ein gefährliches Spiel - jedoch von beiden Seiten. Während Athen bewusst mit der Angst eines bröckelnden Euros spielt, halten die Vertreter der "Institutionen" Griechenland immer knapp über Wasser - von Sondergipfel zu Sondergipfel. Keine Seite traut der anderen. Damit steht nicht weniger als die komplette Währungsunion auf dem Spiel."

"Neue Osnabrücker Zeitung": "Es zählt zu den Pflichten von Regierungen, Negativ-Szenarien zu entwickeln und Notfallprogramme vorzubereiten. Das gilt auch für den Fall Griechenland: Was passiert, wenn es passiert? Es ist an der Zeit, dass die deutsche und andere Regierungen ihren Bürgern offen sagen, was sie im Falle einer Staatspleite Griechenlands zu tun gedenken, um Schaden von ihnen abzuwenden. Ebenso dringend ist darüber zu sprechen, wie die EU dann helfen will, die Griechen vor Verarmung und einem Zusammenbruch der staatlichen Ordnung zu bewahren."

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"Hannoversche Allgemeine Zeitung": "Denn die permanente Krisendiplomatie ist nicht bloß Ausdruck des Schlamassels, in dem Europa steckt - sie ist auch Ausdruck von politischem Willen zur Problemlösung. Man kann das ganz gut am Beispiel von Angela Merkel und François Hollande beobachten. Anders als bei innenpolitischen Themen, wo Merkel Festlegungen in heiklen Fragen meidet, unternimmt die Kanzlerin nun große Anstrengungen im Dialog mit so schwierigen Gesprächspartnern wie Wladimir Putin und Alexis Tsipras - an ihrer Seite stets der französische Präsident. Merkel und Hollande gehen beachtliche politische Risiken ein: Mit ihrem Einsatz für Griechenlands Verbleib im Euro verprellt Merkel manchen Parteifreund und Wähler, und unter Frankreichs Sozialisten weckt Hollandes Nähe zu Merkel Ängste vor Reformen nach deutschem Vorbild."

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"Thüringer Allgemeine": "Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Einen "Grexit", einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone, wird es nicht geben. Schon allein, weil die griechische Regierung den Bruch um jeden Preis vermeiden will. Also läuft es wieder einmal auf einen faulen Kompromiss hinaus. Kurz bevor am 30. Juni der Hammer fällt, macht Athen Zugeständnisse. Das ist aber nur eine Atempause. Bald werden die Brüsseler Flickschuster erneut über Finanzlöchern brüten."

ts/dpa
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