Griechenland-Pleite oder Rettung in letzter Sekunde Geldgeber optimistisch, Tsipras daheim unter Druck

Von mm-newsdesk
Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras: Lob von den Geldgebern, harsche Kritik in Griechenland

Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras: Lob von den Geldgebern, harsche Kritik in Griechenland

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Liebe Leserin, lieber Leser - schön, dass Sie uns durch den Tag begleiten. Einmal mehr steht das Ringen um Griechenland im Vordergrund. Die Schicksalswoche Griechenlands geht in den zweiten Tag.

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Griechenland-Endspiel: Bankrun, Geuro, Grexit

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17.30 Uhr: Im Ringen um die Rettung Griechenlands ist nach Einschätzung der EU-Kommission eine Vereinbarung kurzfristig machbar. Der jüngste Spar- und Reformplan der griechischen Regierung stimme in großen Zügen mit der Offerte der drei Geldgeber-Institutionen überein, sagte EU-Vizekommissionschef Valdis Dombrovskis am Dienstag in Brüssel. Zugleich geriet der griechische Regierungschef Alexis Tsipras wegen geplanter Milliarden-Einsparungen in seiner Heimat erheblich unter Druck.

16.30 Uhr: Im griechischen Schuldenstreit wollen sich die Euro-Finanzminister an diesem Mittwoch (19.00 Uhr) auf einen Kompromiss einigen. Der EU-Ministerrat bestätigte am Dienstag in Brüssel den Termin für das Krisentreffen. Das Gremium der 19 nationalen Ressortchefs komme zusammen, um "Details des griechischen Reformplans abzuschließen", teilte der Rat mit. Gelingt die angestrebte Vereinbarung, könnten nach früheren Angaben die Staats- und Regierungschefs die Pläne beim regulären EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag gutheißen.

Schäuble, Dijsselbloem: Die 19 EU-Foinanzminister kommen am Mittwoch Abend zusammen, um den griechischen Reformplan zu bewerten

Schäuble, Dijsselbloem: Die 19 EU-Foinanzminister kommen am Mittwoch Abend zusammen, um den griechischen Reformplan zu bewerten

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15.30 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) warnte am Dienstag die Regierung in Athen davor, zu glauben, Europa werde aus Angst vor einem "Grexit" in den Verhandlungen alles akzeptieren. Die Dimension der Krise sei allen bewusst. "Wir alle wissen, dass es für Europa nicht nur wirtschaftlich und finanziell, sondern auch politisch schlimm wäre, wenn der erste Stein aus dem europäischen Haus herausbricht", betonte der SPD-Chef. Einen Schuldenschnitt für Griechenland lehnt er unverändert ab. "Auch ein Schuldenschnitt würde nichts bringen, wenn am Tag danach der Aufbau neuer Schulden stattfindet."

13.05 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nach dem Krisengipfel den Druck auf Athen erhöht. Im griechischen Schuldendrama gebe es zwar einen "gewissen Fortschritt", sagte Merkel nach dem Sondergipfel der Eurozone in Brüssel. "Aber es ist auch klar geworden, dass noch sehr viel Arbeit zu leisten ist, und dass die Zeit dafür sehr kurz ist." Auch die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, sieht noch Handlungsbedarf. Die neuen Vorschläge Athens seien noch zu unspezifisch, sagte sie.

13.05 Uhr: Die Ratingagentur Moody's warnt: Ein Grexit hätte Auswirkungen auf die Bewertung anderer Euro-Länder, die mit Ramsch-Ratings (Non-Investment Grade) beurteilt werden, sagt Analyst Dietmar Hornung von der Ratingagentur. Sollte es noch eine Einigung auf ein Spar- und Reformpaket geben, bedeutete dies keineswegs ein Ende des Schuldendramas. Standard & Poor's rechnet nicht mit einem baldigen Grexit. Griechenland werde auch Ende des Jahres noch der Euro-Zone und der EU angehören, sagt S&P-Experte Moritz Krämer. Krämer warnt aber ebenso wie Moody's, dass der Schuldenstreit auch nach einem Abkommen weiter schwelen werde.

12.33 Uhr: Kommt man sich da womöglich näher? Die EU-Kommission fordert von der griechischen Regierung akutell eine Liste mit Maßnahmen an, die Athen vorranig umsetzen wolle, sagt ein Sprecher Behörde in Brüssel.

12.20 Uhr: Die Notkredite an Griechenlands Bank sind umstritten. Im Fall der Pleite ist das Geld weg, aus Sicht von Kritikern verzögern und verschleiern sie auch nur die Insolvenz dieser Banken. Die EZB wird nach Ansicht des litauischen Notenbankchefs Vitas Vasiliauskas nun jeden Tag neu über die sogenannten ELA-Nothilfen für griechische Banken entscheiden.

11.55 Uhr: Inmitten des griechischen Schuldendramas kommt die Konjunktur in der Euro-Zone in Schwung. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft kletterte im Juni um 0,5 auf 54,1 Punkte, gab das Markit-Institut am Dienstag unter Berufung auf seine Umfrage unter rund 4000 Firmen bekannt. "Trotz der Schuldenkrise Griechenlands verzeichnete die Euro-Zone damit das stärkste Wirtschaftswachstum seit vier Jahren", sagte Markit-Chefökonom Chris Williamson. Besonders in südlichen Ländern wie Spanien und Italien geht es derzeit bergauf, aber auch in den beiden größten Euro-Staaten Deutschland und Frankreich. "Für das ordentliche Wachstum im Euro-Raum dürften in erster Linie der schwache Euro und der Rückgang der Energiepreise verantwortlich sein", sagte Commerzbank-Ökonom Christoph Weil.

11.23 Uhr: Aus Angst vor schließenden Banken und Kapitalverkehrskontrollen haben viele Griechen ihre privaten Konten geräumt - allein in der vergangenen Woche hoben sie vier Milliarden Euro ab. Dafür das weiter Geld aus den Automaten kommt, sorgt derzeit der weltgrößte Sicherheitsdienstleister G4S. Man sei in Gesprächen mit der Zentralbank in Athen, um die Folgen einer möglichen Bankenkrise abzufedern, sagt ein G4S-Manager.

Lange Schlangen vor den Geldautomaten: Derlei Bilder sieht man aktuell öfter in Griechenland. Die Menschen sorgen sich darum, dass Banken schließen und sie nur noch bedingt an ihr Geld kommen werden, sollten die politischen Verhandlungen scheitern

Lange Schlangen vor den Geldautomaten: Derlei Bilder sieht man aktuell öfter in Griechenland. Die Menschen sorgen sich darum, dass Banken schließen und sie nur noch bedingt an ihr Geld kommen werden, sollten die politischen Verhandlungen scheitern

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10.56 Uhr: Ob die Regierung Tsipras die eigenen Reformvorschläge überlebt? Im Parlament sind viele Abgeordnete, wie berichtet dagegen. Die Regierung in Athen ermahnt die rebellierenden Parlamentarier und ruft sie zur Vernunft auf. "Wenn das Abkommen nicht die Zustimmung der Abgeordneten der Regierungsmehrheit erhält, kann die Regierung nicht bestehen bleiben", sagt Regierungssprecher Gavriil Sakellaridis im griechischen Fernsehen. Er appellierte an die "individuelle Verantwortung" der Parlamentarier.

10.27 Uhr: In der Diskussion um den Poker mit Griechenland gibt's auch Stimmen in der deutschen Wirtschaft, die einen knallharten Kurs gegenüber Griechenland fordern: Außenhandelspräsident Anton Börner warnt vor weiteren Zugeständnissen an Griechenland. "Nein, keine weiteren Kompromisse, unter keinen Umständen", sagt er im Reuters-Interview. Im Zweifel solle man eher ein Ausscheiden des Landes aus dem Euro riskieren - einen sogenannten Grexit.

Anleger jubeln - Tsipras wegen Reformen im eigenen Land aber unter Druck

10 Uhr: Die Zinsen auf Staatsanleihen aus Italien, Spanien und Portugal fallen auf den niedrigsten Stand seit fast drei Wochen - vor dem Hintergrund, dass es doch noch eine Einigung zwischen Griechenland und seinen Geldgebern geben könnte.

9.45 Uhr: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den finanziellen Spielraum für griechische Banken ein weiteres Mal erweitert. Dies verlautete am Dienstag aus Bankkreisen in Athen. Damit erhöhte die EZB den Rahmen für die sogenannten ELA-Notkredite zum vierten Mal binnen weniger Tage.

9.30 Uhr: Die angepeilte Einigung im Schuldenstreit mit Griechenland stößt bei führenden deutschen Ökonomen auf Kritik. "Das dürfte ein fauler Kompromiss werden, der vom ursprünglichen Grundgedanken der Rettungspolitik abweicht - nämlich Auszahlung von Krediten nur gegen nachgewiesene, umgesetzte Reformen", argwöhnt Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. "Von diesem Grundsatz wird man wohl abgehen und sich mit bloßen Reformversprechen begnügen. Das wird das Regelwerk der Währungsunion weiter beschädigen."

Müsste eigentlich unter einer Lächel-Lähmung leiden: Griechenlands Premier Alexis Tsipras gestern Abend in Brüssel - er sieht mit den gemachten Reformvorschlägen den Ball nun wieder auf Seiten der Geldgeber

Müsste eigentlich unter einer Lächel-Lähmung leiden: Griechenlands Premier Alexis Tsipras gestern Abend in Brüssel - er sieht mit den gemachten Reformvorschlägen den Ball nun wieder auf Seiten der Geldgeber

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9.30 Uhr: Andere Experten kritisieren, dass Athen zu sehr auf Steuererhöhungen und zu wenig auf wachstumsfreundliche Reformen setze. "Besser wäre, das Renteneinstiegsalter schneller anzuheben anstatt die Beiträge zum Rentensystem zu erhöhen", sagte der Chefvolkswirt der Berenberg Bank, Holger Schmieding. "Ersteres erweitert das Angebot an Arbeitskräften, das zweite macht Arbeit teurer."

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Griechenland-Endspiel: Bankrun, Geuro, Grexit

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9.15 Uhr: Die Rally am deutschen Aktienmarkt geht weiter. Dank der Annäherung im griechischen Schuldenstreit legte der Dax  am Dienstag in den ersten Handelsminuten um 0,8 Prozent auf 11.561 Punkte zu. Damit knüpfte der Leitindex an seinen fulminanten Wochenauftakt an, der ihm mit einem knapp vierprozentigen Kurssprung das größte Tagesplus seit August 2012 beschert hatte. Der griechische Leitindex am Athener Aktienmarkt startet mit gut drei Prozent im Plus in den Handel. Der Bankenindex steigt um mehr als sechs Prozent.

8.33 Uhr: Die Hoffnung auf ein gutes Ende im griechischen Schuldenstreit hat in der Nacht bereits die asiatischen Aktienmärkten angetrieben. In Tokio sprang der Nikkei  auf ein 15-Jahreshoch und ging mit einem Plus von 1,9 Prozent bei 20.809 Punkten aus dem Handel. "Die Mehrheit der Anleger handelt nach dem optimistischen Szenario, dass die Griechenland-Krise beendet werden kann", sagt Analyst Masashi Oda, von der Sumitomo Mitsui Trust Bank. Auch für den Dax (Kurswerte anzeigen) sieht es gut aus: Nach seinem fulminanten Wochenauftakt zeichnen sich am Dienstag weitere Gewinne ab.

8.20 Uhr: Dass Tsipras im eigenen Land zusehends unter Druck steht, verdeutlicht auch der Blick in die griechische Presse. So erwartet die konservative Zeitung "Kathimerini" angesichts der umstrittenen Reformen "Crash-Test für die Regierung". Andere meinen, die Zugeständnisse seien bereits erheblich. "Wir zahlen acht Milliarden Euro und die Gläubiger wollen mehr", titelt die Athener Zeitung "Ta Nea". "Sparabkommen - Schock", titelt die konservative Athener Zeitung "Eleftheros Typos". Die Hinhaltetaktik der griechischen Regierung habe zu einem "aufgeblasenen" neuen Sparprogramm in Höhe von 7,9 Milliarden Euro geführt. Jetzt müsse Tsipras seiner Regierung und der Partei seine Kehrtwende erklären.

7.30 Uhr: Zur Zeit prüfen und rechnen die Experten in Brüssel die griechischen Reformvorschläge durch. Aber der Fahrplan scheint seit gestern Abend zu stehen: Bis Mittwochabend wollen die Geldgeber den Schuldenstreit mit Griechenland lösen.

Soll heißen: Tragen die Reformvorschläge nach Ansicht von EZB, IWF und EU-Kommission, könnten dann die Finanzminister der Euro-Zone anschließend grünes Licht für das Paket geben. Allerdings müssen die Reformvorschläge noch durchs griechische Parlament, und hier wird es mittlerweile eng für die Regierung Tsipras.

Dienstag, 7.00 Uhr: "Es wird kein drittes Programm geben", zitiert dpa am Morgen den französischen Staatspräsidenten François Hollande. Da seien sich alle Eurostaaten einig. Eine "dauerhafte Abmachung" soll nun sicherstellen, dass Staats- und Regierungschefs in drei oder sechs Monaten nicht schon wieder über Griechenland beraten müssen.

Sieht noch viel Arbeit in den nächsten 36 Stunden: Angela Merkel gestern beim Sondergipfel in Brüssel

Sieht noch viel Arbeit in den nächsten 36 Stunden: Angela Merkel gestern beim Sondergipfel in Brüssel

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Krisen-Sondergipfel bis in die Nacht

23.35 Uhr: Angela Merkel beendet ihre Pressekonferenz und verlässt mit ihrem Tross das Justus-Lipsius-Gebäude in Brüssel.

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Griechenland-Endspiel: Bankrun, Geuro, Grexit

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23.30 Uhr: Ob es gelingt, Griechenland im Euro zu halten, könne sie nicht sagen, so Merkel. "Es ist noch sehr viel Arbeit zu tun." "Wir arbeiten dafür, dass alles klappt. Aber es ist eine sehr komplexe Materie." Details zu den neuen Vorschlägen der Griechen wolle sie nicht geben.

23.23 Uhr: Mittwochabend soll laut Merkel eine Entscheidung fallen: "Es ist jetzt absolut intensive Arbeit nötig". "Man hat noch viel Arbeit zu leisten." Neue Kredite über das derzeit gültige, zweite Hilfs-Programm für Griechenland seien nicht vorgesehen.

23.20 Uhr: Angela Merkel beginnt ihre Pressekonferenz. Sie sagt, man habe tatsächlich nur beraten. Griechenland habe neue Vorschläge und dabei "gewisse Fortschritte" gemacht, darüber müsse nun beraten werden, das würden die Euro-Finanzminister tun.

23.18 Uhr: Hier überträgt der Rat die Pressekonferenz von Angela Merkel live  (, wenn sie denn mal stattfindet).

22.40 Uhr: Die französische Nachrichtenagentur AFP meldet um 22.35 Uhr, Griechenland akzeptiere grundsätzlich eine Verlängerung des Hilfsprogramms. Unsicher ist, ob die Tsipras-Regierung auch die bislang damit verbundenen Auflagen akzeptiert. Dagegen hatte sich Athen bislang vehement gewehrt.

22.33 Uhr: Peter Spiegel, Chef des Brüsseler Büros der Financial Times, meldet via Twitter unter Berufung auf Berater des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras, dieser werde keine Pressekonferenz geben, sondern lediglich ein kurzes Statement.

22.20 Uhr: Mehrere Medien berichten, dass die Staats- und Regierungschefs ihre Beratungen beendet haben und bald vor die Presse treten werden.

19.30 Uhr: Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hat die Vorlage neuer Reformvorschläge aus Athen als wichtigen Schritt gelobt. Für eine eingehende Bewertung sei aber mehr Zeit nötig - zu kurzfristig sind die neuen Vorschläge der griechischen Regierung. Beim Gipfel am Montagabend wird es daher keine Entscheidung geben - die Staats- und Regierungschefs haben bereits ein weiteres Treffen für Donnerstag in Brüssel vereinbart. Bis dahin sollen die griechischen Vorschläge geprüft sein.

19.15 Uhr: Mehrere Tausend Menschen haben am Montagabend in Athen für einen Verbleib Griechenlands im Euroland demonstriert. Aufgerufen hatten Sympathisanten und Wähler der oppositionellen konservativen Partei Nea Dimokratia sowie der Sozialisten (Pasok) und anderer proeuropäischer Parteien und Vereinigungen. Menschen schwenkten Fahnen Griechenlands und der EU. Sie forderten, dass sich die Regierung unter Ministerpräsident Alexis Tsipras mit den Partnern und Gläubigern verständigt.

Demonstration am Syntagma Platz in Athen: Die meisten Griechen wollen den Euro behalten - und dafür sogar ein bisschen sparen

Demonstration am Syntagma Platz in Athen: Die meisten Griechen wollen den Euro behalten - und dafür sogar ein bisschen sparen

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19.00 Uhr: Fortschritte, aber noch keine Lösung: Kanzlerin Angela Merkel rechnet nicht mit Beschlüssen auf dem Sondergipfel der Euro-Länder zur Griechenland-Krise. Beim Eintreffen im Brüssel sagte Merkel am Montagabend: "Der Eurogruppe liegt keine Entscheidungsgrundlage vor, und deshalb kann dies heute nur ein Beratungsgipfel sein." Griechenland muss bis Monatsende 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzahlen. Weitere Hilfszahlungen hängen von Reformzusagen ab. Dazu hat Athen neue Vorschläge gemacht. Am Donnerstag treffen sich die Staats- und Regierungschefs der EU zu einem weiteren Gipfel in Brüssel.

18.30 Uhr: EU-Gipfelchef Donald Tusk hat die jüngsten Spar- und Reformangebote Griechenlands als die "ersten wirklichen Vorschläge in vielen Wochen" gelobt. Weitere Arbeit sei jedoch mit den Geldgeber-Institutionen nötig, sagte Tusk am Montagabend vor Beginn des von ihm geleiteten Euro-Krisengipfels zu Griechenland in Brüssel. Die wichtigste Aufgabe sei es, einen "unkontrollierbaren, chaotischen Grexit" zu vermeiden, sagte der liberal-konservative Pole mit Blick auf das Szenario eines Austritts Griechenlands aus dem Euro. "Ich möchte, dass heute Abend alle Karten auf den Tisch kommen. Das heißt nicht, dass ich technische Details verhandeln möchte. Aber das heißt, dass ich diese politische Spielerei beenden will", so Tusk. Tusk war vor dem Spitzentreffen mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras zusammengekommen.

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Griechenland vor der Pleite: Diese Akteure entscheiden über den Grexit

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17.00 Uhr: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat Kreisen zufolge die Notkredite für griechische Banken merklich erhöht. Die sogenannten Ela-Kredite ("Emergency Liquidity Assistance") seien auf 87,8 Milliarden Euro angehoben worden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Innerhalb der nächsten 24 Stunden soll das Niveau erneut durch die EZB überprüft werden. Die griechischen Banken leiden wegen des Schuldenstreits zwischen Athen und seinen Geldgebern seit Monaten unter erheblichen Mittelabflüssen. An diesem Montag bemüht sich ein Gipfel der Staats- und Regierungschefs der Eurozone um eine Einigung.

16.30 Uhr: Im Schuldenstreit mit Griechenland hat die litauische Staatschefin Dalia Grybauskaite den mangelnden Reformwillen Athens kritisiert. "Unsere Haltung ist ziemlich hart", sagte sie am Montag vor ihrer Abreise zum Sondergipfel der Eurozone in Brüssel. Griechenland habe jahrzehntelang über seine Verhältnisse gelebt und wolle nun nicht die Verantwortung dafür übernehmen. "Wir sehen ein Land, das schlemmen möchte und sich von anderen das Geld für die Feier geben lassen möchte", sagte Grybauskaite. Länder wie Spanien, Portugal und Irland hätten sich in ihren schwierigen Zeiten verantwortungsvoll verhalten und ihre Probleme überwunden. "Litauen hat es auch geschafft, seine Krise zu bewältigen", sagte Grybauskaite nach Angaben der Agentur BNS. Litauen ist nach einem harten Reformkurs seit 2015 in der Eurozone

16 Uhr: An der Wall Street wetten Anleger ebenfalls auf eine Lösung im Schuldenstreit - der Dow Jones  baut seine Gewinne im frühen Handel auf 0,8 Prozent aus. Die Gewinne in den USA treiben den Dax auf ein Tageshoch von 11.425 Zählern, ein Plus von 3,5 Prozent.

15.45: Peinlich für Athen, aber Fehler gehören wohl zum Krisenmanagement: Am Sonntag hatte die Regierung Tsipras zunächst ein falsches Dokument nach Brüssel geschickt. Statt der angekündigten Reformvorschläge sei irgendein anderes Papier versandt worden, berichtet die "Financial Times ". "Es ist nicht so dramatisch, aber sie haben versehentlich das falsche Dokument geschickt", sagte ein EU-Vertreter der Zeitung. Möglicherweise ist der Fauxpas auch der Grund dafür, dass am Sonntag in Brüssel lange Zeit niemand bestätigen konnte, dass die Regierung in Athen ihren Geldgebern auch tatsächlich neue Vorschläge unterbreitet hat.

Jeroen Dijsselbloem, Yanis Varoufakis: Keep your fingers crossed

Jeroen Dijsselbloem, Yanis Varoufakis: Keep your fingers crossed

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15.18 Uhr: Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem sieht eine Chance für eine "Einigung in dieser Woche", wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Athens Reformvorschläge seien "weitgehend und umfassend". Die Arbeit Griechenlands und seiner Gläubiger beginne noch am Nachmittag. Er hoffe auf eine weitere Eurogruppen-Sitzung in dieser Woche, so Dijsselbloem.

Anleger reagierten erfreut: Der Dax zog nach Bekanntwerden der Äußerung um gut 100 Punkte an auf knapp unter 11.400 Zähler. Dabei rechnet fast jeder zweite Investor mit einem Grexit innerhalb der nächsten Monate, wie eine Umfrage der Investmentberatung Sentix unter 1000 privaten und institutionellen Investoren ergab.

15.07 Uhr: Tschechiens Finanzminister Andrej Babis fordert die Staatspleite Griechenlands - und auch die litauische Staatschefin Dalia Grybauskaite zeigt sich unnachgiebig: Griechenland habe jahrzehntelang über seine Verhältnisse gelebt und wolle nun nicht die Verantwortung dafür übernehmen. "Wir sehen ein Land, das schlemmen möchte und sich von anderen das Geld für die Feier geben lassen möchte", sagte Grybauskaite im litauischen Radio. Länder wie Spanien, Portugal und Irland hätten sich in ihren schwierigen Zeiten verantwortungsvoll verhalten und ihre Probleme überwunden. "Litauen hat es auch geschafft, seine Krise zu bewältigen", sagte Grybauskaite nach Angaben der Agentur BNS. Litauen ist nach einem harten Reformkurs seit 2015 in der Eurozone.

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14.50 Uhr: Offenbar herrscht in Brüssel große Verwirrung um die griechischen Reformvorschläge. "Heute ist keine Einigung möglich", zitierte die "Financial Times" den spanischen Finanzminister Luis de Guindos nach dem Treffen der Euro-Finanzminister. Etliche Details seien noch zu analysieren. "Es gibt viele Versionen des griechischen Angebots", so Guindos. "Ich weiß nicht, welches das endgültige ist."

Spanischer Finanzminister de Guindos: Verwirrung um die griechischen Reformvorschläge

Spanischer Finanzminister de Guindos: Verwirrung um die griechischen Reformvorschläge

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14.25 Uhr: Unionsfraktions-Vize Hans-Peter Friedrich warnt vor einer "politischen Konkursverschleppung". "Wir schaden Europa am meisten, wenn wir uns in die eigene Tasche lügen", sagte der CSU-Politiker der Nachrichtenagentur Reuters mit Blick auf ein Reformpaket und weitere Finanzhilfen für Griechenland. "Europa und seine Bürger haben die Tricksereien der griechischen Regierung satt", kritisierte Friedrich. Seit Monaten führe Athen Europa an der Nase herum: Er sehe "Respektlosigkeiten, Vertrauensbrüche und Taschenspielertricks anstatt konkreter Vorschläge und verlässlicher Absprachen".

14.14 Uhr: Zur Stunde halten die 19 Euro-Finanzminister in Brüssel eine Krisensitzung. "Es hängt jetzt von den Griechen ab, welche Vorschläge sie haben und wie sie in das Programm hineinpassen", sagte Belgiens Finanzminister Johan Van Overtveldt zu Beginn des Treffens. Für die Eurogruppe sei das laufende Hilfsprogramm mit seinen Auflagen der Bezugspunkt. Der finnische Finanzminister Alexander Stubb sagte: "Ich habe sehr geringe Erwartungen für heute."

13.50 Uhr: Auch die griechische Börse gibt einen Teil ihrer Gewinne wieder ab. Der Leitindex in Athen verzeichnet nur noch einen Zuwachs von 5,8 Prozent, nach mehr als 8 Prozent am Vormittag. Die Europäische Zentralbank hat die ELA-Nothilfen für griechische Geldinstitute nach Worten von Ratsmitglied Ewald Nowotny nur bis Montag Abend verlängert. Eine weitere Verlängerung hänge vom Ausgang der Verhandlungen ab.

Schäuble bremst Euphorie der Anleger

13.30 Uhr: Trotz der Euphorie an den Finanzmärkten - noch ist Griechenland nicht gerettet. Das Bundesfinanzministerium pocht darauf, dass eine mögliche Vereinbarung ("staff level agreement") der Geldgeber von Internationalem Währungsfonds, EU-Kommission und Europäischer Zentralbank mit einer Liste vorheriger Maßnahmen ("prior actions") auch umgesetzt und vom Athener Parlament bestätigt werden müssten, bevor es zu einer Auszahlung der Hilfsgelder kommt. Auch müssten die Schuldentragfähigkeit sowie die Rückzahlung der am 30. Juni fälligen IWF-Rate bestätigt werden. "Angesichts des signifikant gestiegenen politischen Risikos für die erfolgreiche Umsetzung des Programmberichts in den letzten Monaten glauben wir, dass eine frühe Bestätigung des Staff Level Agreement und der Prior Actions durch das griechische Parlament vor anderen europäischen Parlamenten unverzichtbar ist", schreibt das Finanzministerium laut der Zeitung "Die Welt".

13.10 Uhr: Es bleibt spannend: Die Worte von Wolfgang Schäuble wirken wie eine kalte Dusche auf Anleger, die auf einen Durchbruch im Schuldenstreit spekuliert hatten. Der Dax  gab binnen weniger Minuten 100 Punkte ab und reduzierte seine Gewinne von 3,4 auf zuletzt 2,7 Prozent bei 11.339 Punkten.

13.00 Uhr: Finanzminister Wolfgang Schäuble dämpft die Erwartungen an eine rasche Lösung im Schuldenstreit: Er vermisst belastbare Angebote aus Athen. "Wir haben bisher keine substanziellen Vorschläge bekommen", sagte Schäuble am Montag in Brüssel vor einem Krisentreffen mit seinen Kollegen der Eurozone zu Griechenland. Deshalb könnten die Euro-Finanzminister auch den Staats- und Regierungschef der Eurozone für ihren Griechenland-Gipfel am Abend (ab 19 Uhr) "keine angemessene Vorbereitung liefern".

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12.55 Uhr: Schäubles irischer Amtskollege Michael Noonan äußerte die Erwartung, dass ein neues Eurogruppentreffen an diesem Donnerstag nötig sein werde.

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Griechenland vor der Pleite: Diese Akteure entscheiden über den Grexit

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12.45 Uhr: Der Krisen-Gipfel zu Griechenland am Montagabend kann nach Auffassung von Bundeskanzlerin Angela Merkel nur eine Entscheidung treffen, wenn die Gläubiger-Institutionen vorher eine Bewertung der neuen Reformvorschläge aus Athen vorgelegt haben. "Wir erwarten eine gemeinsame Analyse", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Es sei jetzt Aufgabe der drei Institutionen, die "neuen Vorschläge" aus Athen zu prüfen.

Insider: Athen schließt Rente mit 67 nicht mehr aus

12.30 Uhr: Der tschechische Finanzminister Andrej Babis gießt Wasser in den Wein - er hat sich für einen Bankrott Athens ausgesprochen. "Griechenland ist in den letzten 200 Jahren viermal pleite gegangen, und es sollte endlich ein fünftes Mal den Bankrott erklären, damit der Raum bereinigt wird." Dem widersprach Ministerpräsident Bohuslav Sobotka vom sozialdemokratischen Koalitionspartner CSSD. Ein Bankrott Griechenlands würde seiner Ansicht nach die andauernde "Migrationskrise" verschärfen. Nur ein funktionierender Staat könne die EU-Südgrenze bewachen. "Die EU-Staaten sollten sich gegenseitig helfen, statt einander kraftmeierisch in die Ecke zu drängen", forderte Sobotka.

12.02 Uhr: Die griechischen Zugeständnisse bei der Frühverrentung werden konkreter: Insidern zufolge schlägt Athen vor, das Renteneintrittsalter schrittweise auf 67 Jahre zu erhöhen. Derzeit gehen in Griechenland Männer im Durchschnitt mit 63 Jahren in Rente, Frauen mit 59 Jahren. Das Rentensystem soll Angaben zufolge vereinfacht, Ausnahmen sollen gestrichen werden. "Es ist bisher das erste vernünftige Papier, über das man informiert und produktiv diskutieren kann", sagte ein Vertreter der Euro-Zone.

Proteste in Athen: Das Renten-Eintrittsalter soll schrittweise erhöht werden

Proteste in Athen: Das Renten-Eintrittsalter soll schrittweise erhöht werden

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11.54 Uhr: Der Chef des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, hält ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone nach wie vor für die beste Lösung. "Der Grexit nach dem Bankrott ist die Rettung", sagte Sinn der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Hellas könne "nicht verlangen, dass es mit immer mehr Geld im Euro gehalten wird", so Sinn. Wenn Premier Tsipras keinen Konkurs wolle, müsse er "die staatlichen Renten kürzen, die höher als die gesetzlichen Renten in Deutschland sind und einen riesigen Posten im Budget ausmachen".

11.16 Uhr: Die griechische Regierung zeigt sich kompromissbereit, Anleger sind Feierlaune. Doch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker dämpft Hoffnungen auf einen schnellen Durchbruch. "In den vergangenen Tagen haben wir Fortschritte gemacht, noch aber sind wir nicht so weit", sagte Juncker am Montag in Brüssel bei einem Treffen mit dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras. "Ich weiß nicht, ob wir heute eine Einigung erzielen werden."

10.29 Uhr: Die Europäische Zentralbank (EZB) genehmigt Bankenkreisen zufolge höhere Nothilfen für die griechischen Geldinstitute. Der EZB-Rat könne bei Bedarf jederzeit erneut zusammenkommen, sagt ein Insider. Politiker der Großen Koalition hatten sich am Wochenende gegen weitere Kredite ausgesprochen. Der CDU-Abgeordnete Wolfgang Bosbach warnte laut SPIEGEL ONLINE: "Solange sich dieses Finanzkarrussel immer weiterdreht, wird die Kompromissbereitschaft der griechischen Regierung nicht steigen." Damit trage "die EZB ungewollt dazu bei, dass eine Einigung immer schwieriger wird".

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Die EZB hatte in der vergangenen Woche die Obergrenze zunächst um 1,1 Milliarden Euro auf 84,1 Milliarden Euro erhöht. Wegen der hohen Geldabflüsse bei den Banken stockte sie das Limit dann am Freitag einem Regierungsvertreter zufolge um weitere 1,8 Milliarden Euro auf. Bankkunden hatten in der vergangenen Woche mehr als vier Milliarden Euro von ihren Konten abgeräumt.

10.14 Uhr: Anleger in ganz Europa starten gut gelaunt in den Tag: Der Leitindex der Eurozone EuroStoxx 50  klettert um 3 Prozent, der Dax  legt 3,3 Prozent zu. Der leidgeprüfte Athener Leitindex springt sogar um 6,8 Prozent.

Tsipras begeht Tabubruch

9.38 Uhr: Lange hatte er sich mit Händen und Füßen gewehrt, nun will Griechen-Premier Tsipras doch das eigene Volk stärker belasten. Die Reformvorschläge beinhalten Medien zufolge eine Steigerung der Mehrwertsteuer für Grundnahrungsmittel wie Reis und Nudeln von 13 auf 23 Prozent. Die Mehrwertsteuer im Hotelgewerbe solle von 6,5 auf 13 Prozent verdoppelt werden. Zudem sollen die Mehrwertsteuern in Tavernen, Restaurants und Cafés von 13 auf 23 Prozent steigen. Das berichtet das griechische Finanzblatt "Capital".

Neu eingeführt werden solle eine Sondersteuer auf Einkommen von 30.000 Euro jährlich, die von ein Prozent stufenweise bis sieben Prozent steigen könnte. Unternehmen, die 2014 mehr als 500.000 Euro Gewinne hatten, sollen bis zu sieben Prozent Sonder-Gewinnsteuer zahlen.

Bleiben solle eine Immobiliensteuer, die die linke Regierung eigentlich abschaffen wollte. Inhaber von Jachten, Luxusautos und Schwimmbädern müssten noch tiefer in die Tasche greifen. Die von Tsipras vorgeschlagenen Maßnahmen sollen demnach in den kommenden eineinhalb Jahren fünf Milliarden Euro einbringen.

8.51 Uhr: Nach Wochen des Hin und Hers jagt nun eine gute Nachricht die nächste. EU-Kommissar Pierre Moscovici zeigte sich am Montagmorgen überzeugt, dass eine Lösung für Griechenland gefunden wird. Alle wollten den Euro schützen, sagt er. Anleger atmeten auf: Der Dax notierte kurz vor Handelsstart bei Lang & Schwarz 2,2 Prozent im Plus bei 11.316 Punkten.

8.25 Uhr: Vor dem Sondergipfel der Eurozone hat der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras nach Informationen aus Athen Vorschläge für eine "endgültige Lösung" der Schuldenkrise seines Landes vorgelegt. Wie die griechische Presse am Montag berichtete, sei Athen nun bereit, die meisten Frührenten abzuschaffen, die Reichen des Landes mit einer Sondersteuer zu belegen und die Mehrwertsteuer im Bereich Tourismus zu erhöhen. "Athen weicht von seinen Roten Linien zurück", titelte die Zeitung "Ta Nea". Das Blatt sieht das "Ende der Frührenten". Griechenland fordere seinerseits eine Umschichtung und Umlegung der Schulden des Landes. Details dazu aus offiziellen Quellen gab es in Athen am Montag nicht. Athen hatte am Vortag erklärt, Griechenland wünsche eine Lösung, die das Problem des griechischen Schuldenberges endgültig löst und nicht weiter verschleppt.

8.11 Uhr: Die neuen Vorschläge des griechischen Ministerpräsidenten Tsipras haben am Montag für Optimismus unter Euro-Anlegern gesorgt. Die Gemeinschaftswährung notierte knapp unter der Marke von 1,14 Dollar nach 1,1352 Dollar im Schlussgeschäft vom Freitag. Die Märkte seien vorsichtig optimistisch, aber der Ausgang der Verhandlungen sei schwer vorhersehbar, sagte Masakazu Kabeya, Stratege bei Daiwa Securities. Den Dax taxierte der Broker IG 0,72 Prozent höher auf 11.120 Punkte. In der Vorwoche war es unter erneut starken Schwankungen um rund anderthalb Prozent nach unten gegangen.

7.36 Uhr: Vor dem Sondergipfel der Eurozone hat die EU-Kommission die neuen Vorschläge Griechenlands zur Beilegung des Schuldenstreits begrüßt. Sie seien eine gute Basis für Fortschritte bei dem Treffen am Montag in Brüssel, schrieb der Kabinettschef von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, Martin Selmayr, in der Nacht bei Twitter. Neben Juncker hätten auch die Europäische Zentralbank (EZB) und die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, die Vorschläge erhalten. Selmayr fügte in dem Tweet an: "In German: 'eine Zangengeburt'". Zum Inhalt der Vorschläge machte er keine Angaben. Der Erhalt der Liste war in Brüssel zuvor nicht bestätigt worden.

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Griechenland-Endspiel: Bankrun, Geuro, Grexit

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Das aktuelle europäische Hilfsprogramm für Griechenland läuft Ende des Monats aus. Wenn bis dahin keine Einigung über die Auszahlung von Hilfsgeldern in Höhe von 7,2 Milliarden Euro erzielt wird, droht dem Land die Staatspleite - zumal Athen bis zum 30. Juni 1,6 Milliarden Euro an den IWF zahlen muss.

In Brüssel wollen am Montagmittag zunächst die Finanzminister der Eurozone zusammenkommen, um nach Auswegen aus der Krise zu suchen. Am Abend folgen die Staats- und Regierungschefs der 19 Länder der Währungsgemeinschaft.

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ts/rei/la mit Nachrichtenagenturen
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