Strittige Mammut-WM ab 2026 48 Teams, 80 Spiele - die Mega-WM kommt

Von 2026 an werden 48 statt 32 Teams bei der Fußball-WM um den Titel kämpfen. Das hat die Fifa einstimmig beschlossen, deutsche Bedenken konnten das nicht verhindern. Und eine weitere Revolution bahnt sich an.
13 Juli 2014: Miroslav Klose and Erik Durm feiern den Gewinn der Fußball-WM. Ab 2026 werden noch mehr Mannschaften um den Titel kämpfen

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Die Mammut-WM ist beschlossene Sache. 2026 wird der Fußball-Weltmeister erstmals bei einem Turnier mit 48 Mannschaften gekürt, die deutschen Kritiker konnten sich nicht durchsetzen. Das Fifa-Council beschloss die Aufstockung um satte 50 Prozent bei seiner Sitzung am Dienstag in Zürich einstimmig. Statt der bislang acht Gruppen mit jeweils vier Teams wird es dann in der Vorrunde 16 Gruppen mit je drei Mannschaften geben.

Voraussichtlich werden die Teams auf den Plätzen eins und zwei jeder Gruppe in die K.o.-Runde einziehen. Weitere Details zur Mega-WM wollte die Fifa nach Ende der Sitzung am Dienstag bekanntgeben. Die Gesamtzahl der WM-Spiele steigt voraussichtlich von 64 auf 80 Partien. 2018 und 2022 findet die WM noch mit 32 Teams statt.

Ob es wie von Fifa-Präsident Gianni Infantino angeregt bei der XXL-WM keine Unentschieden mehr geben und jede Partie auch in der Vorrunde bei Gleichstand mit einem Elfmeterschießen entschieden werden wird, steht allerdings noch nicht fest. Auch die Verteilung der Startplätze pro Konföderation wurde noch nicht beschlossen.

Künftig womöglich keine Unentschieden mehr

Voraussichtlich soll die sportpolitisch brisante Frage der Quotenplätze bis zum FIFA-Kongress im Mai in Bahrain geklärt werden. Europa hat derzeit mit 13 Startern das größte Kontingent. Infantino hatte besonders Afrika und Asien mehr WM-Teilnehmer versprochen.

DFB-Chef Reinhard Grindel hatte vor der Council-Sitzung die Uefa-Mitglieder aufgefordert, gemeinsam für möglichst viele WM-Starter aus Europa zu kämpfen. "Es kommt darauf an, dass wir innerhalb der UEFA alle zusammenfinden und zu einer guten gemeinsamen Lösung kommen", sagte Grindel schon vor der Sitzung.

Kritische Stimmen gegen die Aufstockung hatte es zuletzt vor allem aus dem deutschen Fußball gegeben. Bundestrainer Joachim Löw und Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatten mehrfach Bedenken geäußert. Im Council hat der Deutsche Fußball-Bund nach dem Ausscheiden von Wolfgang Niersbach derzeit keine Stimme

Uwe Seeler und Berti Vogts kritisieren Fifa-Beschluss scharf

Dafür meldeten sich am Dienstag aber ehemalige deutsche Fußballschwergewichte zu Wort: Ehrenspielführer Uwe Seeler und der frühere Bundestrainer Berti Vogts haben die Entscheidung des Fußball-Weltverbandes mit Entsetzen aufgenommen. "Ich bin sehr, sehr erschrocken, ich mag es nicht glauben. Das ist furchtbar! Wenn man die WM zugrunde richten will, muss man diesen Weg weitergehen", sagte Vogts dem SID am Dienstag. "Ich verstehe es einfach nicht. Das ist nicht mehr meine WM."

Auch Uwe Seeler fehlt für die "Mega-WM" mit 48 Nationalmannschaften ab 2026 jedes Verständnis. "Das finde ich ganz schlecht. Das wird derart langatmig. Das wird für den Fußball nicht gut sein, das hat man bei der EM schon gesehen", sagte der viermalige WM-Teilnehmer: "Aber es war klar, dass es kommen würde, denn damit kann man ein paar Mark mehr machen."

Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Arne Friedrich kommentierte den Fifa-Beschluss mit den Worten: "Eine aufgeblähte WM, um noch mehr Geld zu generieren? Was soll man dazu noch sagen? Die Qualität der Spiele wird darunter leiden."

rei/dpa/sid
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