Saudi-Arabien Frauen planen Autofahr-Aktionstag

Saudi-Arabien gilt als Automarkt der Zukunft, in der Gegenwart ist eine Bremse aber fest angezogen: Frauen dürfen nicht ans Steuer. Aktivistinnen planen dagegen einen Aktionstag - ein mutiges Vorhaben angesichts der Warnungen von Regierung und Religionsgelehrten.
Untergrundbewegung: Autofahrerin in Saudi-Arabien

Untergrundbewegung: Autofahrerin in Saudi-Arabien

Foto: FAISAL AL NASSER/ REUTERS

Riad - Vor dem für Samstag geplanten Aktionstag gegen das Frauenfahrverbot hat das Innenministerium eine deutliche Warnung ausgesprochen. Ein Sprecher sagte am Mittwochabend, man werde weder Demonstrationen noch andere Formen des Protests dulden.

Die Aktivistinnen und ihre männlichen Unterstützer wollen sich davon jedoch nicht einschüchtern lassen. Am Donnerstag verbreiteten sie im Kurznachrichtendienst Twitter erneut den Aufruf an die Frauen des islamischen Königreiches, sich am Samstag hinter das Steuer zu setzen.

Saudi-Arabien ist das einzige Land weltweit, das Frauen das Autofahren verbietet. Frühere Versuche, das von vielen islamischen Religionsgelehrten unterstützte Verbot zu kippen, waren fehlgeschlagen.

Aufgebrachte Religionsgelehrte waren am Dienstag vor dem Sommerpalast des saudischen Königs in Dschidda aufmarschiert, um gegen einen feministischen Aktionstag zu protestieren. Die 150 Islamgelehrten erklärten, das in Saudi-Arabien geltende Fahrverbot für Frauen müsse unbedingt aufrechterhalten werden. Es sei eine Schande, dass die Behörden bislang zu den Bestrebungen der Frauen, das Verbot zu kippen, geschwiegen hätten.

Die Religionsgelehrten, die aus dem gesamten Königreich angereist waren, durften ihre Bedenken im Palast von König Abdullah vortragen. Einer von ihnen erklärte, der Frauenaktionstag sei eine "amerikanische Produktion".

ak/dpa
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