Samstag, 17. August 2019

75-Prozent-Steuer kommt Jetzt bluten Frankreichs Millionäre

Da knallen keine Korken: In Frankreich müssen Reiche üppige Steuern zahlen.

Grünes Licht für Frankreichs Reichensteuer: Der Verfassungsrat hat die 75-Prozent-Abgabe für Einkommensmillionäre gebilligt. Sie ist ein Lieblingsprojekt von Präsident Francois Hollande. Der Exodus der Wohlhabenden hat bereits begonnen.

Paris - Der französische Verfassungsrat hat am Sonntag grünes Licht für die umstrittene Reichensteuer von rund 75 Prozent gegeben. Die Abgabe ist ein zentrales Projekt von Präsident Francois Hollande. Den ersten Anlauf zur Einführung der Steuer hatte das Verfassungsgericht verhindert.

Zunächst war geplant gewesen, Empfänger von Millioneneinkommen direkt zu besteuern. Unter anderem wurde bemängelt, dass die Reichensteuer auf dem Einkommen von Einzelpersonen beruht, wohingegen üblicherweise das Einkommen von Haushalten Bemessungsgrundlage ist.

Die neue, nun genehmigte Version sieht vor, dass die Unternehmen auf von ihnen gezahlte Gehälter von über einer Million Euro im Jahr 75 Prozent Steuern abführen. Eigentlich liegt der Steuersatz bei lediglich 50 Prozent. Mit Sozialabgaben steigt der Betrag aber wieder auf rund 75 Prozent.

Der Rat kann Gesetze für ungültig erklären, sollten sie gegen die Verfassung verstoßen. Die Pläne für die "Millionärssteuer" hatten in Frankreich insbesondere Profi-Fußballvereine aufgebracht. Diese hatten mit Streiks gedroht.

Zahlreiche Reiche haben Frankreich bereits den Rücken gekehrt oder Geld außer Landes geschafft. Darunter sind Schauspieler Gerard Depardieu und LVMH-Chef Bernard Arnault.

nis/rtr/afp

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