Sorge um Trinkwasser Rote Karte für Fracking in Frankreich

Frankreichs Präsident will während seiner Amtszeit die umstrittene Gasförder-Methode Fracking nicht erlauben. Vor Gericht will derweil ein US-Unternehmen das Recht zum Bohren erstreiten.
Fracking-Kritiker fürchten, dass die umstrittene Gasförder-Methode auch in Europa das Trinkwasser belasten könnte.

Fracking-Kritiker fürchten, dass die umstrittene Gasförder-Methode auch in Europa das Trinkwasser belasten könnte.

Foto: DPA

Paris - In Frankreich wird es auf absehbare Zeit keine Schiefergas-Förderung (Fracking) geben. Solange er Präsident sei, werde er diese umstrittene Form der Energiegewinnung nicht zulassen, kündigte Staatschef Francois Hollande in einem Rundfunk-Interview zum Nationalfeiertag am Montag an.

In Frankreich ist das Verfahren aus Gründen des Umweltschutzes verboten. Um eingeschlossenes Gas oder Öl zu gewinnen, werden beim Fracking Wasser, Sand und Chemikalien unter hohem Druck in das Schiefergestein gepresst.

Beim Obersten Gericht Frankreichs ist eine Klage des US-Unternehmens Schuepbach Energy anhängig, dessen zwei Bohrgenehmigungen bei Inkrafttreten des Gesetzes 2011 widerrufen wurden. Industrieminister Arnaud Montebourg hatte unlängst angeregt, eine staatliche Firma mit der Prüfung der Fördertechnik zu beauftragen.

Ministerpräsident Jean-Marc Ayrault pfiff ihn allerdings sofort zurück. Frankreich ist aus Sicht der Internationalen Energieagentur in Europa das Land mit den größten Schiefergasvorkommen.

In Deutschland hat der von SPD und Grünen dominierte Bundesrat die Einigung von Union und FDP auf das Fracking auf Eis gelegt. Die USA erleben dagegen einen Fracking-Boom, der zu einer spürbaren Senkung der Gaspreise geführt hat, aber auch zu Umweltbelastungen führt, deren Ausmaß noch nicht abzusehen ist.

nis/rtr

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