Freitag, 23. August 2019

Vor Notenbank-Entscheidung EZB könnte Anleihen für 700 Milliarden  kaufen

Notebankchef Mario Draghi: Anleihekäufe könnten sich nach dem Anteil der Euroländer am EZB-Kapital richten

Das Anleihenkaufprogramm der Europäische Zentralbank könnte einem Bericht zufolge 700 Milliarden Euro umfassen. Damit fiele die Geldschwemme deutlich größer aus als bislang erwartet.

Frankfurt am Main - Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte einem Pressebericht zufolge eine noch größere Geldschwemme starten, als bislang erwartet wird. Das "Handelsblatt" berichtete mit Bezug auf Finanzkreise über einen Umfang von bis zu 700 Milliarden Euro. Am Markt wird derzeit ein Volumen von etwa 500 Milliarden Euro vermutet. Auch könnte das Programm zügig starten: "Innerhalb von 14 Tagen", berichtete das Blatt.

An der Börse in Frankfurt setzte der Dax Börsen-Chart zeigen seine Rekordjagd fort. Der deutsche Leitindex hielt sich deutlich im Plus bei über 10.200 Punkten.

Viele Marktbeobachter gehen zurzeit davon aus, dass die EZB auf ihrer Zinssitzung an diesem Donnerstag breite Käufe von Staatsanleihen zwar grundsätzlich ankündigen wird. Ob jedoch bereits Details genannt werden und ob die Käufe schnell starten, gilt als weniger wahrscheinlich. Als ein Grund werden die wenige Tage später stattfindenden Wahlen in Griechenland und die entsprechend hohe politische Unsicherheit genannt.

Über die endgültige Gestalt des Kaufprogramms sei noch nicht entschieden worden, berichtet das Handelsblatt mit Bezug auf Notenbankkreise weiter. Vom Tisch sei aber die Möglichkeit, dass sich die Käufe an dem ausstehenden Volumen der jeweiligen Landesanleihen orientiere. Davon hätten vor allem Länder mit hoher Staatsverschuldung wie Italien profitiert. Vielmehr sollen sich die Käufe nach dem Anteil der Euroländer am Kapital der EZB richten. Das spräche dafür, dass die EZB vor allem deutsche Bundesanleihen kaufen würde, gefolgt von französischen und italienischen Papieren.

Die EZB will mit den Staatsanleihekäufen vor allem einen weiteren Rückgang der Inflationsraten in der Eurozone verhindern und das mickrige Wirtschaftswachstum beleben.

ts/dpa-afx

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